AfD
Lucke kämpft

Die Finanzkrise Griechenlands spitzt sich zu, so wie es AfD-Chef Bernd Lucke vorausgesagt hat. Aber hilft das seiner eurokritischen Partei? Nicht unbedingt. Das liegt auch an den Querelen in der AfD.
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BerlinZwei Jahre liegt der Gründungsparteitag der AfD jetzt zurück. Was ist übrig von der Euphorie der bürgerlichen Rechten, vom Schwung der ersten Tage, als man in Berlin den Beginn eines Aufstandes gegen die „alternativlose Politik“ der Bundesregierung feierte?

AfD-Chef Bernd Lucke schwärmt zwar gerne von der „Erfolgsgeschichte“ seiner Partei, die immer noch jeden Monat neue Mitglieder hinzugewinnt. Doch im Moment sieht es eher so aus, als drohe die Alternative für Deutschland an ihren inneren Widersprüchen zu zerbrechen. Was Parteichef Bernd Lucke „Meinungsvielfalt“ nennt, wirkt von außen betrachtet eher wie ein unfriedliches Familienfest, bei dem alle laut durcheinanderschreien.

Zu Jahresbeginn hatten der Brandenburger AfD-Chef Alexander Gauland und die sächsische Landesvorsitzende Frauke Petry versucht, Luckes Macht zu beschneiden und die Partei weiter nach rechts zu rücken. Allzu erfolgreich waren sie dabei nicht. Denn beim Parteitag Ende Januar in Bremen zeigte sich, dass eine knappe Mehrheit der AfD-Mitglieder diesen Weg nicht mitgehen will.

Aktuell gefällt sich gerade der Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke in der Rolle des nationalkonservativen Parteirebellen. Mitte März ging Höcke zu Luckes großer Überraschung mit einer „Erfurter Resolution“ an die Öffentlichkeit, in der er der Parteispitze „Verrat“ an ihren einstigen Idealen vorwirft. Vor allem bei jüngeren Parteifreunden hat er dafür viel Zuspruch geerntet.

Lucke und der Bundesvorstand lancierten jetzt die Idee, alle Mitglieder zur Wahl des neuen Vorstandes im Juni einzuladen – vielleicht auch um vorzuführen, dass Höcke eventuell nicht mehrheitsfähig ist. Und obwohl der sich eigentlich für mehr Basisdemokratie einsetzt und bei parteiinternen Wahlabsprachen auch schon mal den Kürzeren gezogen hat, gefällt ihm diese Idee nicht. „Der Parteitagsbeschluss sah einen Delegiertenparteitag vor“, sagt Höcke. Dieser Beschluss sei zu respektieren und könne höchstens durch ein Votum der Mitglieder revidiert werden.

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