AfD-Shitstorm Krisenpartei erntet Spott für Boykottaufruf gegen Rewe

AfD-Chef Lucke wird von Fans des 1. FC Köln angepöbelt. Daraufhin ruft ein Kreisverband der Partei zum Boykott von Rewe, dem Sponsor des Klubs, auf. Die Reaktionen sind verheerend, aber nicht für Rewe oder den Verein.
Update: 22.04.2015 - 12:00 Uhr 23 Kommentare
Mit ihrem Boykott-Aufruf gegen REWE hat sich die AfD keinen Gefallen getan. (Foto: Screenshot)
AfD-Boykottaufruf.

Mit ihrem Boykott-Aufruf gegen REWE hat sich die AfD keinen Gefallen getan. (Foto: Screenshot)

Berlin„Boykott bis zur Entschuldigung“ prangt auf einem Facebook-Posting des Kreisverbands der Alternative für Deutschland (AfD) in Mecklenburg-Vorpommern. Die AfD-Aktivisten empören sich in dem dann folgenden Text darüber, dass AfD-Chef Bernd Lucke auf einer Bahnfahrt zwischen Berlin und Köln von zwei Anhängern des Fußballclubs 1. FC Köln angepöbelt wurde. Und weil sie das nicht hinnehmen wollen, soll der Hauptsponsor des Vereins - Rewe - dafür bluten - es sei denn, das Unternehmen entschuldigt sich für das Verhalten der rüden Fans.

Rewe wollte den Boykottaufruf auf Anfrage des Handelsblatts nicht kommentieren.

Die FC-Fans sollen den 52-jährigen AfD-Co-Chef Lucke am vergangenen Samstag auf ihrem Rückweg vom Bundesligaspiel bei Hertha BSC gedrängt haben, aus dem ICE zu steigen. „Wir wollen keine Nazis hier!“, hätten sie zu ihm gesagt, berichtete „express.de“. Lucke, der mit seiner Frau im Bistrowagen saß, wies die Neonazivorwürfe laut AfD-Sprecher Christian Lüth zurück.

„Das ist ein Angriff auf die Meinungsfreiheit in Deutschland, den wir so nicht akzeptieren dürfen“, schreibt der AfD-Kreisvorsitzende Thomas de Jesus Fernandes in dem inzwischen wieder gelöschten Posting. Fernandes spricht von „absolut niederschmetternden“ Reaktionen aus anderen Parteien, des Fußballclubs und dessen Hauptsponsor Rewe.  Und dann bringt er harte Gegenmaßnahmen ins Spiel.

Es gebe „einen großen Hebel, um solches Verhalten als das darzustellen, was es ist: rassistisch, diskriminierend und volksverhetzend“. Wer sich hinter Lucke stellen wolle, solle sich daher an der Aktion beteiligen: „Boykottiert Rewe, bis sich der 1. FC Köln uns sein Hauptsponsor – die Rewe Group – bei dem Europaabgeordneten Bernd Lucke entschuldigt.“

Und dann macht Fernandes eine eigentümliche Rechnung auf. „Wenn 25.000 AfD-Mitglieder und deren Familien, aber auch eine Million AfD-Wähler als Konsumenten ihre Macht ausspielen, dann wird die Medienhetze nachlassen, denn die Brandstifter in den Redaktionen, die den dumpfen Mob aufhetzen, haben jetzt gesehen, wohin das Giftspritzen führt.“

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23 Kommentare zu "AfD-Shitstorm: Krisenpartei erntet Spott für Boykottaufruf gegen Rewe"

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  • Welche Logik hat Herr Lucke?
    Wenn ich in die AfD eintrete, bei Rewe klaue und den Marktleiter übel beschimpfe, muss sich dann der Herr Lucke für mich als "unanständiges" AfD-Mitglied entschuldigen?
    Da sieht man doch, wie blöd und überzogen diese Forderung ist, "Boykott bis zur Entschuldigung'" .
    Gar keiner wird sich bei Rewe entschuldigen, wenn er nicht will!
    Lucke kann keinen dazu zwingen.

  • wer keine Argumente hat, dem bleibt nur das pöbeln. Da offenbart sich der bildungsferne Pegida-Anhänger...

  • Dieser Artikel, in dem Herr Neuerer das von erkennbarem Schwachsinn gezeichnete Statement eines bedeutungslosen AfD-Provinzlers dazu nutzt, um gegen die gesamte AfD zu hetzen, zeigt zwei Aspekte:
    1. Die erschreckend niedrige journalistische Integrität und Potenz von Herrn Neuerer sowie
    2. Den offensichtlich nicht vorhandenen Willen der HB-Chefredaktion, einem solch qualitiven Abrutschen auf Blöd-Zeitung-Niveau entschieden und unverzüglich entgegen zu zreten.

    Die HB-Eigentümer sollten besorgt sein!

  • Ich bin selbst AfD-Mitglied und distanziere mich ausdrücklich von der Äußerung dieses Kreisvorsitzenden aus Mecklenburg-Vorpommern. Ich glaube auch nicht, dass das die Meinung des gesamten Kreisverbandes ist. Ich kaufe selbst regelmäßig bei REWE ein, bin sehr zufrieden und werrde das weiterhin tun.

  • AFD/Pegida sind insbesondere gefährlich für Deutschland und unsere Wirtschaft, weil sie auf eine Isolierung Deutschlands in Europa hinarbeiten.

  • jeder blamiert sich halt so gut er kann.

  • Genauso ist das. Bis dahin war das Thema Zuwanderung nicht existent bei der AFD. Erst als alle Pegida deswegen nachliefen, hat man es bei der AFD auch schnell für sich entdeckt. Wie nennt man das noch gleich.... Populismus. Langsam erkennt auch die uninformierten Mitläufer, welchen Dünnbrettbohrern sie da bei AFD/Pegida hinterherlaufen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Lieber Herr Werder: Wer sich mit Hunden schlafen legt, wacht mit Flöhen wieder auf. Hätte sich König Bernd I. nicht rechts so angedient, wäre ihm das nicht passiert.

  • Herr Kammschott, sie verkennen die Situation.
    Die AfD lässt keine Nichtigkeit aus.
    Und man kann ja wohl davon ausgehen, dass der besagte Kreisverband aus einem Durchschnitt der AfD-Anhänger hinsichtlich Intelligenz, Kinderstube und Kenntnissen bezüglich Aktion und Reaktion besteht.
    Noch Fragen?

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