AfD-Spaltung
Frauke Petry stemmt sich gegen Austrittswelle

Nach dem Bundesparteitag sind rund 600 Mitglieder aus der AfD ausgetreten. Knapp 1000 Mitglieder sprachen sich für die Neugründung einer Partei unter Bernd Lucke aus. AfD-Chefin Frauke Petry versucht nun gegenzusteuern.
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BerlinDie neue AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry will die Austrittswelle in ihrer Partei stoppen. In einer E-Mail bat sie die Mitglieder der Partei, „keine übereilten Entscheidungen zu treffen“. Gleichzeitig distanzierte sie sich von dem pöbelhaften Verhalten einzelner Teilnehmer des Bundesparteitages in Essen, auf dem Parteigründer Bernd Lucke am Wochenende wüst beschimpft worden war.

Petry dementierte Berichte über einen „Rechtsruck“ der AfD und versprach: „Wir werden uns weiterhin von radikalen und extremistischen Positionen abgrenzen.“ Nach Auskunft der Bundesgeschäftsstelle waren nach dem Parteitag rund 600 Mitglieder aus der AfD ausgetreten. Auch Mitglieder von Landesvorständen verließen die Partei.

Petry, die in Essen auch mit den Stimmen der Rechtsnationalen in der Partei gewählt worden war, verband ihre E-Mail mit einer Umfrage. Demnach sollen sich die Mitglieder zu der Frage äußern: „Wie stellen Sie sich die Zukunft der AfD vor?“

Zuvor hatte bereits der unterlegene liberal-konservative Flügel um Lucke eine Umfrage gestartet. Seine Anhänger sollen erklären, ob sie sich an einer neuen Partei beteiligen würden. Bisher haben sich dem Vernehmen nach knapp 1000 AfD-Mitglieder für die Gründung dieser Partei ausgesprochen. Die AfD hatte vor dem Parteitag rund 21.000 Mitglieder.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " AfD-Spaltung: Frauke Petry stemmt sich gegen Austrittswelle"

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  • Wer einen schwulen Türken als Generalsekretär zu sich in die Partei holt, hat bei mir auf Lebenszeit verloren. Ehe ich so etwas wähle, gebe ich mir lieber die Kugel.

  • Hr. Lucke ist auf einmal für den Islam. Plant er so schon seinen Selbstmor? Wie können Menschen für den Islam sein, wo der Islam doch nur den Befehl hat: Tötet Andersgläubige! Islamgläubige sind also "Mörder" und dürfen in Deutschland wirken mit Duldung unserer Politiker, Juristen usw.!

  • Dass es für eine junge Partei nicht einfach ist und sie sich zu mehreren Themen aufstellen muss, ist auch mir klar, Herr Narrog. Zur Themenvielfalt gehören aber auch die Topics, die ich angesprochen habe und eben nicht nur die "Flüchtlingsfrage". Das Fixieren mit Schwerpunkt hierauf stützt die Position ihrer Kritiker, die AfD sei nach rechts gedriftet. Das wird Stimmen kosten. Andererseits, das Schweigen etwa zur Vorratsdatenspeicherung oder - wie erwähnt - zum EU-Flugastdatenabkommen impliziert, sie können in diesen Fragen genauso denken wie die CSU. Auch das wird Stimmen kosten. Und wie gesagt: Nicht auf die Mitglieder kommt es am Ende an, sondern auf die Wählerstimmen.

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