AfD-Sprecher filmt Theaterstück
Eklat an der Berliner Schaubühne

AfD-Sprecher Christian Lüth findet ein Stück über seine Partei „beleidigend und geschmacklos“. Deshalb filmte er eine Aufführung an der Berliner Schaubühne kurzerhand mit. Ein Schauspieler reagierte erbost.

BerlinMit Videoaufnahmen von einer Aufführung der Anti-AfD-Collage „Fear“ an der Berliner Schaubühne hat der Sprecher der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland an der Berliner Schaubühne für einen Eklat gesorgt. Wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, sprang am vergangenen Dienstag während der Aufführung des Stückes „Fear“ von Falk Richter ein Schauspieler von der Bühne und drohte AfD-Sprecher Christian Lüth, der mit einer Kollegin im Publikum saß, mit Rausschmiss.

Die Videoaufnahme habe er inzwischen, wie vom Theater gefordert, gelöscht, sagte Lüth am Samstag auf Anfrage. Das Stück sei „beleidigend und geschmacklos“. Besonders störte er sich an einer Szene, in der die AfD-Europaparlamentarierin Beatrix von Storch in einer sexuell aufgeladenen Umarmung mit ihrem Großvater, Hitlers Finanzminister Lutz Graf Schwerin von Krosigk, dargestellt werde.

Auch dass die Parteivorsitzende Frauke Petry in dem Stück in eine Reihe mit dem norwegischen Massenmörder Anders Breivik und der NSU-Extremistin Beate Zschäpe gestellt werde, sei inakzeptabel. Bislang habe kein Parteimitglied rechtliche Schritte gegen den Autor des Stückes eingeleitet. „Wir prüfen das aber noch“, sagte Lüth.

Theatermacher Falk Richter will mit dem Stück die neuen Ängste in der Gesellschaft thematisieren, die vielfach in Hass, Fremdenfeindlichkeit und Chauvinismus umschlagen. „Es gibt eine ganze Reihe von Protagonisten, die zurzeit Ängste schüren, um politisch an Einfluss zu gewinnen“, hatte er im Oktober in einem dpa-Interview gesagt. Diese Protagonisten kämen im Stück vor. „Wir untersuchen ihre Reden, ihre Art zu denken, ihre Rhetorik, klären auf über die verschiedenen Netzwerke, die sich im rechten Spektrum mittlerweile gebildet haben.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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