AfD-Vorsitz Lucke setzt sich im Führungsstreit durch

Die Spitze der AfD hat ihren Streit um die Führungsstruktur der Partei beigelegt. Ab Dezember soll es nur noch einen Vorsitzenden geben. Das ist ein Erfolg für Parteigründer Bernd Lucke.
Update: 16.01.2015 - 12:58 Uhr 23 Kommentare
Bernd Lucke hat sich im Führungsstreit der Alternative für Deutschland durchgesetzt. Quelle: dpa

Bernd Lucke hat sich im Führungsstreit der Alternative für Deutschland durchgesetzt.

(Foto: dpa)

BerlinAfD-Gründer Bernd Lucke hat sich im parteiinternen Machtkampf durchgesetzt. Der Bundesvorstand beugte sich am Freitag in Berlin seinem Willen und stimmte der Verkleinerung der Parteispitze von drei gleichberechtigten Sprechern auf einen Bundesvorsitzenden zu. Das geht aus dem Reuters vorliegenden Beschluss des Vorstandes hervor. Die Regelung gilt von Dezember an. Als Übergangslösung soll die rechtspopulistische Partei bis dahin von einer Doppelspitze geführt werden. Dies soll auf dem AfD-Parteitag Ende Januar in Bremen beschlossen werden.

Lucke, der mit seiner Kritik an Euro-Rettungsaktionen die AfD bekanntgemacht hat und das Gesicht der Partei ist, pocht seit Monaten auf eine Reform der Parteispitze. Zugleich signalisierte er, für diesen Posten bereitzustehen.

Zurzeit wird die AfD von einem gleichberechtigten Führungstrio geleitet, dem neben Lucke auch Frauke Petry und Konrad Adam angehören. Lucke will nach eigenen Worten nur noch einen Parteivorsitzenden, um die AfD schlagkräftiger zu machen. Gegen den Vorschlag hatten sich neben Petry und Adam und auch Vizechef Alexander Gauland ausgesprochen.

Über die Jahreswende waren die Streitigkeiten offen ausgebrochen. Auslöser war die Einladung Luckes an alle Landes-, Kreis- und Bezirksvorsitzenden zu einer Konferenz in Frankfurt am 18. Januar zur Vorbereitung des Bremer Parteitages. Daraufhin warnten ihn etwa Petry, Adam und Gauland in einem Brief vor einer Parteiführung nach Gutsherrenart. Es habe den Anschein, als wolle Lucke vor dem Parteitag Funktionsträger „auf Linie bringen“.

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23 Kommentare zu "AfD-Vorsitz: Lucke setzt sich im Führungsstreit durch"

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  • Frau Merker

    Sie sind Skeptiker und damit Realist und das ist auch angemessen angesichts dessen, was man an Erfahrungen in den letzten Jahrzehnten in Sachen politischer Parteien sammeln konnte.

    Es wird auf die AfD und deren Mitglieder selber ankommen, welchen Weg sie wählt, entweder "Alternative für Deutschland" oder "Anpassung für Deutschland"

  • @Herr C. Falk

    Hoffen wir, dass Lucke Realpolitiker genug ist, sonst geht die AfD den Weg der FDP - was Schade wäre.
    Er macht aber immer wieder mal diese Anbiederungsrituale. Deshalb bin ich mir da nicht so sicher bei ihm.

    Und Henkel war vor einem Jahr stärker, hat vor allen Dingen eine klarere Sprache gesprochen.
    Vielleicht wird man so, wenn man in Brüssel sitzt?

  • @Herr C. Falk
    "Also ich "träume" nicht in diese Richtung,..."
    Damit wären Sie aber so gut wie allein!

    Ich bin kein Hellseher. Allerdings versuche ich Lucke-Henkel richtig einzuschätzen.
    Die Zukunft wird es zeigen, ob die AfD auf der harten Oppositionsbank wachsen möchte oder nicht vielleicht doch vorzeitig am Trog platz nehmen möchte. Henkel hat auf Opposition überhaupt keine Lust, als gelernter Karrierist des Systems und aufgrund seines Alters traue ich ihm jede Volte zu!

  • Die AfD hat bei allen wichtigen Entscheidungen die Basis miteinbezogen. Insofern sind Ängste, daß sich die Partei verbiegen, anbiedern könnte, weder derzeit noch künftig von Belang. Die Grundsätze, Satzungen und Leitlinien der Partei sind ein tragendes Fundament. Genauso wie die vielen kritischen, informierten, eigenständig denkenden
    Mitglieder der Partei.

  • @Herr Marc Hofmann
    "Volksentscheide, Bürgerbeteiligungen und die Marktgesellschaft (Wirtschaft) steht bei der AfD im Mittelpunkt."

    Gerade weil ich keine rosarote Brille besitze, gehe ich vom realistischen aus. Der kleinere Partner in einer Koalitionsregierung hat noch nie sein Programm umsetzen können, das war schon immer der Preis für die Regierungsbeteiligung. Im Übrigen galt und gilt das auch immer für den größeren Partner in einer Koalitionsregierung.
    Realistisch ist, eine Partei die erst einmal am Regierungs-Fresstrog platz genommen hat, wird sich sehr gerne davon überzeugen lassen, sich nicht umgehend selbst wieder Teil zu entmachten durch Einführung von Volksentscheiden und Bürgerbeteiligungen.

    Die CDU würde im anderen Fall eher mit den Grünen koalieren als sich die Macht vom Bürger nehmen zulassen. Ich glaube damit ist wohl eindeutig beantwortet und die Zukunft wird mir recht geben, wer hier die rosarote Brille auf hat!

    Das heißt, entweder die AfD passt sich weitestgehend, zumindest in den wichtigsten Punkten, der CDU an oder es gibt keine Regierungsbeteiligung! Dieser Vorgang wird sicherlich, zumindest wird es versucht werden, von dubioser dritter Seite durch Zuwendungen an die AfD direkt und führende Vertreter der AfD unterstützt werden.

  • Also ich "träume" nicht in diese Richtung, vielmehr halte ich es für angemessen, dass die AfD einen strikten Oppositionskurs auch gegenüber der Union fährt und zwar solange bis sie als "Volkspartei" auf Augenhöhe mit der CDU steht und ihrerseits Vorgaben aufzeigt, nach der sich die Union zu richten hat. Einen "Junior-Partner" nach Art der FDP abzugeben halte ich für völlig unsinnig.

    Die Merkel-Union hat sich "sozialdemokratisiert" und "grün" gemacht, um ihre Machtoption zu behalten. Das ist ihr bisher ganz gut gelungen. Doch die Zeiten ändern sich.

    Eine Nach-Merkel-Union wird sich neu zu positionieren haben, wenn sie nicht unter die politischen Räder kommen will-

  • @Andrea Merker
    Soso...ist ja interessant, mit welcher rosaroten Brille Sie die Welt sehen. Informieren Sie sich halt erst einmal, für was die AfD steht. Volksentscheide, Bürgerbeteiligungen und die Marktgesellschaft (Wirtschaft) steht bei der AfD im Mittelpunkt. Und damit steht die Gesellschaft/Bürger für diese Partei im Mittelpunkt. Und Lucke ist für eine klare Kante und klare Regeln für den Zuzug von Einwanderen und von beschleunigten Verfahren der Asylverfahren.

  • @Herr C. Falk
    "Ich halte es nicht für sehr wahrscheinlich, dass es zu einer Koalition CDU/AfD kommen wird."

    D'accord !

    Nichtsdestoweniger träumen alle AfD Politiker und Anhänger davon und ich denke auch ein großer Teil der konservativen CDU/CSU und deren Anhänger ebenso. Wer an die Macht will muss sich verbiegen können, allgemein als kompromissfähig bezeichnet. Lucke und Henkel wissen das, sie werden konsequent auf eine Koalition mit der CDU/CSU hinarbeiten und im Vorfeld schon mit dem “Krötenschlucken“ anfangen.

    Ob sich das Verbiegen der AfD Führung unter Lucke-Henkel auszahlen wird, kommt darauf an wie weit die Grünen sich verbiegen werden. Die Grünen sind darin erfahrener und skupelloser, das zeigte schon ein Herr Tarek Al-Wazir in Hessen. Wer mit Boffier kann der kann mit jedem in der CDU!

  • Na, warten wir´s mal ab. Lucke hat sich gegen einzelne Plakate ausgesprochen , die auf Pegida-Demonstrationen gezeigt wurden, insgesamt aber darauf hngewiesen, dass Anliegen der Demonstranten ernst genommen werden müssen. Die Zustimmungsrate von AfD-Wählern in Hinblick auf Pegida ist so groß, dass Herr Lucke als Realpolitiker es sich nicht erlauben kann, Positionen zu beziehen, die diesem Wählervotum fundamental widersprechen.

  • @Herr Marc Hofmann
    "Der Bürger und seine Sorgen steht bei der AfD im Mittelpunkt."

    Nein, das gilt in diesem Fall eher für PEGIDA, politischen Parteien ist grundsätzlich zu misstrauen! Politischen Parteien und ihren Abgeordneten in den Parlamenten ist die Macht mittels Volksreferenden zu entziehen, denn sie missbrauchen sie. Ein Verein hat und will diese Macht die politische Parteien haben gar nicht. PEGIDA ist dem politischen Establishment ein wesentlich größerer Stachel im Fleisch, mit der AfD wird man sich einigen, gegenüber PEGIDA kann man nur Forderungen erfüllen, welche die eigene absolutistische Macht kosten würde. Merken Sie den Unterschied?! PEGIDA ist die größte Bedrohung für alle etablierten Parteien! Warum wird in allen Systemmedien das Thesenpapier von PEGIDA ausgeblendet und stattdessen nur auf das islamkritische reduziert?! Lucke hat sich bezgl. Islam eindeutig gegen PEGIDA festgelegt und das ist der Aufhänger warum man PEGIDA in der AFD Führung Lucke-Henkel ablehnen wird.

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