AfD-Vorsitz: Lucke setzt sich im Führungsstreit durch

AfD-Vorsitz
Lucke setzt sich im Führungsstreit durch

Die Spitze der AfD hat ihren Streit um die Führungsstruktur der Partei beigelegt. Ab Dezember soll es nur noch einen Vorsitzenden geben. Das ist ein Erfolg für Parteigründer Bernd Lucke.
  • 23

BerlinAfD-Gründer Bernd Lucke hat sich im parteiinternen Machtkampf durchgesetzt. Der Bundesvorstand beugte sich am Freitag in Berlin seinem Willen und stimmte der Verkleinerung der Parteispitze von drei gleichberechtigten Sprechern auf einen Bundesvorsitzenden zu. Das geht aus dem Reuters vorliegenden Beschluss des Vorstandes hervor. Die Regelung gilt von Dezember an. Als Übergangslösung soll die rechtspopulistische Partei bis dahin von einer Doppelspitze geführt werden. Dies soll auf dem AfD-Parteitag Ende Januar in Bremen beschlossen werden.

Lucke, der mit seiner Kritik an Euro-Rettungsaktionen die AfD bekanntgemacht hat und das Gesicht der Partei ist, pocht seit Monaten auf eine Reform der Parteispitze. Zugleich signalisierte er, für diesen Posten bereitzustehen.

Zurzeit wird die AfD von einem gleichberechtigten Führungstrio geleitet, dem neben Lucke auch Frauke Petry und Konrad Adam angehören. Lucke will nach eigenen Worten nur noch einen Parteivorsitzenden, um die AfD schlagkräftiger zu machen. Gegen den Vorschlag hatten sich neben Petry und Adam und auch Vizechef Alexander Gauland ausgesprochen.

Über die Jahreswende waren die Streitigkeiten offen ausgebrochen. Auslöser war die Einladung Luckes an alle Landes-, Kreis- und Bezirksvorsitzenden zu einer Konferenz in Frankfurt am 18. Januar zur Vorbereitung des Bremer Parteitages. Daraufhin warnten ihn etwa Petry, Adam und Gauland in einem Brief vor einer Parteiführung nach Gutsherrenart. Es habe den Anschein, als wolle Lucke vor dem Parteitag Funktionsträger „auf Linie bringen“.

Seite 1:

Lucke setzt sich im Führungsstreit durch

Seite 2:

Bremer Parteitag wählt Doppelspitze

Kommentare zu " AfD-Vorsitz: Lucke setzt sich im Führungsstreit durch"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Frau Merker

    Sie sind Skeptiker und damit Realist und das ist auch angemessen angesichts dessen, was man an Erfahrungen in den letzten Jahrzehnten in Sachen politischer Parteien sammeln konnte.

    Es wird auf die AfD und deren Mitglieder selber ankommen, welchen Weg sie wählt, entweder "Alternative für Deutschland" oder "Anpassung für Deutschland"

  • @Herr C. Falk

    Hoffen wir, dass Lucke Realpolitiker genug ist, sonst geht die AfD den Weg der FDP - was Schade wäre.
    Er macht aber immer wieder mal diese Anbiederungsrituale. Deshalb bin ich mir da nicht so sicher bei ihm.

    Und Henkel war vor einem Jahr stärker, hat vor allen Dingen eine klarere Sprache gesprochen.
    Vielleicht wird man so, wenn man in Brüssel sitzt?

  • @Herr C. Falk
    "Also ich "träume" nicht in diese Richtung,..."
    Damit wären Sie aber so gut wie allein!

    Ich bin kein Hellseher. Allerdings versuche ich Lucke-Henkel richtig einzuschätzen.
    Die Zukunft wird es zeigen, ob die AfD auf der harten Oppositionsbank wachsen möchte oder nicht vielleicht doch vorzeitig am Trog platz nehmen möchte. Henkel hat auf Opposition überhaupt keine Lust, als gelernter Karrierist des Systems und aufgrund seines Alters traue ich ihm jede Volte zu!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%