AfD wirbt um Ex-CSU-Vize
Gauweiler sagt Lucke ab

Kaum ist Peter Gauweiler zurückgetreten, wird der Kritiker der Euro-Krisenpolitik heftig umworben: Bernd Lucke sähe ihn gern als AfD-Generalsekretär. Doch Gauweiler will der CSU treu bleiben.
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BerlinAfD-Parteichef Bernd Lucke wirbt immer heftiger um den ehemaligen CSU-Vize Peter Gauweiler. Lucke, der Gauweiler nach dessen Rücktritt am Dienstag schon eine Mitgliedschaft in seiner Partei angetragen hatte, bot ihm am Mittwoch nach Angaben eines Sprechers sogar den Posten als AfD-Generalsekretär an.

Gauweiler will aber der CSU treu bleiben. Das Angebot des AfD-Chefs schlug er am Mittwoch aus. „Er bleibt in der CSU“, sagte eine Sprecherin.

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Gauweiler hatte am Vortag im Streit mit Parteichef Horst Seehofer alle politischen Ämter aufgegeben. Der 65-Jährige erklärte zur Begründung, die CSU-Spitze habe von ihm verlangt, im Bundestag gegen seine Überzeugung die Verlängerung der Griechenland-Hilfen zu billigen.

Die AfD tritt für einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ein. Der neu geschaffene Posten des Generalsekretärs in der AfD ist noch nicht besetzt.

Gauweiler hatte nach eigenen Angaben lange mit seinem Beschluss zum Rückzug gerungen. „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Gauweiler der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). Nach längerer Überlegung habe er den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer informiert. Bei einem langen Gespräch am vergangenen Donnerstag habe Gauweiler Seehofer dann von seinem Rücktritt in Kenntnis gesetzt.

Das Gespräch habe in der bayerischen Landesvertretung in Berlin stattgefunden. Am Dienstag hatte Gauweiler dann öffentlich mitgeteilt, dass er seinen Posten als stellvertretender CSU-Chef und sein Bundestagsmandat niederlege. Seehofer hatte Gauweiler 2013 selbst als einen seiner vier Stellvertreter vorgeschlagen, ihn jedoch bei einer CSU-Vorstandssitzung Anfang März dafür gerüffelt, im Bundestag gegen die Verlängerung des zweiten Hilfspakets für Griechenland gestimmt zu haben. Gauweiler, seit 2002 im Bundestag, ist seit Jahren offener Kritiker der Euro-Krisenpolitik.

Der Linke-Politiker Oskar Lafontaine lobte den CSU-Politiker, der sich „nicht verbiegen“ lasse. Er sagte „Bild“: „Griechenland ist seit 2010 pleite. Peter Gauweiler hat immer wieder darauf hingewiesen. Jetzt zieht er die Konsequenzen. Bravo.“ Lafontaine fügte hinzu: „Der aufrechte Gang ist schwer. Peter Gauweiler geht ihn.“

Der CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach, ebenfalls prominenter Kritiker der schwarz-roten Euro-Rettungspolitik, sagte der „Passauer Neuen Presse“, er teile Gauweilers Kritik. Allerdings werde nach seiner Erfahrung in Sachen Abstimmungsverhalten zur Euro-Frage kein Druck auf die Bundestagsabgeordneten der Union ausgeübt.

„Dieser Druck hätte bei mir sowieso keinen Sinn, das wissen alle. Er hätte allenfalls kontraproduktive Wirkung.“ Die Zahl der Kritiker des Euro-Rettungskurses sei seit der Abstimmung Ende Februar nicht kleiner geworden, sondern größer, sagte Bosbach weiter. „Auch deshalb ist zumindest der Zeitpunkt des Rücktritts überraschend.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das Vorhaben von Prof. Lucke ist nachvollziehbar und legitim, aber fruchtlos. Gauweiler ist nicht aus der CSU ausgetreten, sondern nur von seinen Ämtern zurückgetreten. Er ist und bleibt - trotz aller Enttäuschungen mit den Christsozialen und programmatischen Übereinstimmungen mit der AfD - politisch mit der CSU verheiratet, womöglich bis an sein Lebensende. Und dass er, nur um Seehofer zu ärgern, Luckes Generalsekretär wird, lässt sein Charakter nicht zu. Gauweiler mag alles Mögliche sein, ein Racheengel ist er nicht.

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