Afghanistan
Deutsche Soldaten schießen gezielt auf Demonstranten

Deutsche Soldaten haben laut Bundeswehr in Afghanistan gezielt auf Demonstranten geschossen. Die Protestler sollen bewaffnet und gewalttätig gewesen sein, doch die Soldaten könnten auch Menschen getötet haben.
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BerlinDeutsche Soldaten haben als Reaktion auf die gewalttätigen Proteste vor ihrem Lager im afghanischen Talokan gezielt auf Demonstranten geschossen und möglicherweise auch Menschen getötet. In drei oder vier Fällen hätten die Soldaten am Mittwoch auf Rumpf, Arme oder Hände gewalttätiger Demonstranten gefeuert, teilte die Bundeswehr am Freitag mit. "In einem Fall ist nach derzeitiger Erkenntnis ein Treffer im Hals-Kopfbereich nicht auszuschließen".

Die Demonstranten seien mit Handgranaten und Brandsätzen bewaffnet gewesen. Der Vorfall werde durch die Nato-Truppe Isaf und eine vom afghanischen Präsidenten Hamid Karsai eingesetzte Kommission untersucht. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe sei informiert worden.

Es sei unstreitig, dass die Soldaten in Selbstverteidigung gehandelt hätten, erklärte die Bundeswehr. Alle Soldaten seien innerhalb des Lagers in der Stadt Talokan eingesetzt gewesen. Die deutschen Soldaten hätten zunächst Warnschüsse in die Luft abgegeben und erst dann gezielt auf "weiterhin gewalttätige Demonstranten im Schwerpunkt auf den Beinbereich" gefeuert.

Bei der Auseinandersetzung seien drei deutsche Soldaten und fünf afghanische Wachleute verwundet worden. Nach Angaben der UN-Truppe in Afghanistan wurden bei den Protesten am Mittwoch mindestens 14 Menschen getötet und mindestens 80 verwundet.

Auslöser der Demonstration war eine der in der Bevölkerung umstrittenen nächtlichen Razzien von Nato-Truppen - vermutlich US-Streitkräften - und afghanischen Soldaten, bei der vier Menschen getötet wurden. Nach Angaben der Nato handelt es sich bei den Toten um Aufständische, die der Islamischen Bewegung Usbekistans (IMU) angehörten, die Verbindungen zur Extremistenorganisation Al-Kaida unterhält. Karsai dagegen verurteilte das Vorgehen der Truppen und erklärte, es seien vier unschuldige Familienmitglieder erschossen worden.

Die Bundeswehr betreibt in der Kleinstadt Talokan mit etwa 40 Soldaten eine Außenstelle des großen, 70 Kilometer entfernten Feldlagers Kundus, wo über 1100 deutsche Soldaten in einem stark befestigten Camp außerhalb der Stadt stationiert sind. Der Bundeswehr-Posten im normalerweise friedlichen Talokan liegt anders als an anderen Standorten mitten in der Stadt und ist entsprechend angreifbar. Während der Proteste hatte sich eine schätzungsweise 3000 Mann starke Menschenmenge dicht gedrängt auf der Straße vor dem Außenposten versammelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Afghanistan: Deutsche Soldaten schießen gezielt auf Demonstranten"

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  • Ja na klar, zahlt Deutschland für die Opfer. War in Kundus genau so. Schließlich sind wir Deutschen ja sooooo gut und schließlich haben wir ja mal vor 65 Jahren......, ach nein, es sind ja schon 66 Jahre
    Ich mache mal folgenden Vorschlag:
    Wir schicken unsre Soldaten in alle Welt in Kriege, De Maiziere will das ja noch mehr, aber schießen dürfen sie nicht. Also bitte die Soldaten in Zukunft ohne Waffen schicken und dann bekommen sie Wattebällchen zum Werfen und sie dürfen auch zu Angreifern sagen " Du, Du, laß das mal bitte sein" (die hören dann auch darauf)
    Meine Güte, wie lächerlich wird unser links gesricktes Gutmenschenland eigentlich noch?
    Im Krieg wird bekanntlich geschossen und von Demonstranten kann man da wohl auch nicht reden.
    Was schreibt denn die Presse da für einen Quatsch?
    Wann geht Deutschland auf die Straße vors Kanzleramt und beendet das Gutmenschentum was uns immer mehr in die Scheiße reitet
    Es ist ja ekelhaft derart über Soldaten herzufallen, die angeblich Deutschland am Hindukusch verteidigen, sich aber erst erschießen lassen müssen, bevor sie selbst schießen dürfen. Die sind im Kampf und hier beschäftigt sich der Bundesanwalt mit Schüssen von deutschen Soldaten.
    Ein Irrenhaus ist ein gemütlicher Ort gegen das was hier abläuft
    Und so langsam wird es mMn gefährlich mit dem Linksrutsch in unsrem Land.
    Ich rate usneren Soldaten zum Streik und zum totalen Verweigern nach Afghanistan zu gehen

  • Richtig, und am Ende zahlt Deutschland dann auch noch Geld für die "Opfer".

  • Erinnert ein wenig an den Film "Rules of engagement". Übrigens ist so ein Posten auch schnell überrannt, es muß auch nicht immer die ganze Besatzung im Camp sein. Das wird dann ganz eng. Davon ab legen es die Rädelsführer darauf an, daß die Bw schießt um dies dann medial und propagandistisch zu verwerten.

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