Afghanistan-Einsatz
Bundeswehr-Soldaten in Kundus angekommen

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr könnte Presseberichten zufolge über Kabul und Kundus hinaus ausgeweitet werden. Am Samstag trafen in Kundus die ersten deutschen Soldaten ein.

HB BERLIN. Die ersten 28 deutschen Soldaten der Bundeswehr sind am Samstag in ihrem Einsatzort im afghanischen Kundus eingetroffen. Das sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam. Sie waren am Freitag unter Führung von Oberst Kurt Helmut Schiebold vom Flughafen Köln-Wahn gestartet. Sie werden in dem Lager der US-Armee untergebracht.

Das Vorauskommando bereitet das Quartier für die deutschen Truppen vor und ist mit der Schaffung eines geeigneten Sicherheitsumfelds befasst. Erst im Frühjahr werden die gesamten 230 Soldaten in der Provinz angekommen sein, die dort für Stabilität sorgen sollen. Möglich ist nach dem Bundestagsbeschluss der Einsatz von bis zu 450 Soldaten.

Die Bundesregierung erwägt aber offenbar, den Afghanistan-Einsatz auszuweiten. Wie die «Leipziger Volkszeitung» am Samstag berichtete, wird überlegt, die Wahlen in Afghanistan im kommenden Juni möglichst breit abzusichern. Zu diesem Anlass sollten die Soldaten der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan auch außerhalb von Kundus und Kabul eingesetzt werden.

Ferner würden möglicherweise bewaffnete deutsche Polizeikräfte «in größerem Stil» nach Afghanistan verlegt. Möglich sei auch, dass der Bundestag im Frühjahr 2004 über die Entsendung weiterer Soldaten beraten werde, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise.

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, sagte der Nachrichtenagentur AFP, in einem halben Jahr müsse eine erste Bilanz des Einsatzes gezogen werden. Wenn bis dahin keine anderen Nationen bereit seien, sich zu beteiligen, werde er den Abzug der Soldaten fordern.

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