Afghanistan-Einsatz
Trauer um deutsche Soldaten

Die Särge mit den drei bei einem Selbstmordanschlag in Afghanistan getöteten Männern sind ihren Angehörigen in Deutschland übergeben worden. Eine Luftwaffenmaschine mit den Toten landete am Mittwochabend auf dem militärischen Teil des Kölner Flughafens.

HB KÖLN. Bei einer Trauerfeier in Köln hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) an den Särgen der drei in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten deren Verdienste hervorgehoben. „Sie haben durch ihren Dienst zum Frieden in der Welt beigetragen“, sagte Jung am Mittwochabend auf dem militärischen Teil des Kölner Flughafens vor den Angehörigen. Unter den Toten ist auch ein Soldat aus dem südhessischen Riedstadt. Die Soldaten waren am Samstag zusammen mit fünf afghanischen Zivilisten getötet worden, als sich in Kundus ein Selbstmordattentäter neben ihnen in die Luft sprengte.

Die Leichen der Soldaten aus Bonn, Riedstadt und Kiel waren am Mittwoch von einem Airbus A 310 nach Deutschland geflogen worden. An der Trauerfeier nahm auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch teil, außerdem seine Amtskollegen aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig- Holstein, Jürgen Rüttgers und Peter Harry Carstensen (alle CDU). Während der Trauerfeier waren die Särge mit der Deutschlandfahne bedeckt, ein Wachbataillon hielt die Totenwache.

Auch im südhessischen Riedstadt war ein Gedenkgottesdienst geplant. Einer der getöteten Soldaten stammt aus dem Ortsteil Crumstadt. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Peter Steinacker, sagte am Mittwoch, dass die Bundeswehr in Afghanistan für den Frieden arbeite: „Dieses Engagement ist getragen vom christlichen Weltverständnis, das jeden Menschen als Ebenbild Gottes Wert schätzt.“ Vor dem Rathaus Riedstadts wehten die Fahnen auf Halbmast. Kondolenzbücher liegen seit Dienstag im Rathaus und in der evangelischen Kirche Crumstadt aus.

Ministerpräsident Koch warnte im Hessischen Rundfunk (hr) vor einem Rückzug aus Afghanistan. Die Bundeswehr leiste einen Beitrag, „dass Afghanistan nicht zurückfällt in ein Zentrum des internationalen Terrorismus'“. Deutschland könne sich nicht aus den Krisen der Welt heraushalten.

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