Afghanistan
Gauck ehrt tote Bundeswehrsoldaten

Zum Abschluss seines ersten Afghanistan-Besuchs hat Bundespräsident Joachim Gauck mehr Wertschätzung für die deutschen Soldaten gefordert. Ein Flug zum gefährlichen Außenposten Point North musste gestrichen werden.
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Masar-i-ScharifBundespräsident Joachim Gauck hat am letzten Tag seines Afghanistan-Besuchs der getöteten deutschen Soldaten gedacht. Im Ehrenhain des deutschen Feldlagers bei Masar-i-Sharif entzündete er ein Grablicht für die Toten. Beim Einsatz in Afghanistan sind bisher 52 deutsche Soldaten ums Leben gekommen.

Er wünsche sich, dass der Dienst der Soldaten „als Bürger für das Gemeinwesen stärker gewürdigt wird“. Bei seinem dreitägigen Besuch in Afghanistan habe er den „ganzen Ernst der Hausforderung eines militärischen Einsatzes gespürt“. Ein Militärgeistlicher verlas bei der Zeremonie einige ihrer Namen. Gemeinsam mit Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker hielt Gauck für einen Moment inne im Gebet.

Wegen schlechten Wetters musste Gauck den vorgesehenen Besuch des befestigten Außenposten „Operation Point North“ absagen. Dort wollte er sich über den Einsatz der etwa 600 dort stationierten deutschen Soldaten informieren. Point North in der Unruheprovinz Baghlan gilt als relativ gefährlicher Standort der Bundeswehr.

Dort wollte Gauck auch mit afghanischen Polizei-und Armeekommandeuren sprechen und sich die Beseitigung von Sprengfallen demonstrieren lassen. Nach Angaben der Bundeswehr machte dichter Nebel sichere Starts und Landungen dort jedoch unmöglich. Stattdessen wurde eine Videokonferenz Gaucks mit dem Standort angesetzt.

Der Bundespräsident lobte „zählbaren Erfolge“ beim Wiederaufbau des Landes und sicherte Afghanistan auch weitere Hilfe nach dem Truppenabzug 2014 zu. „Wir werden Afghanistan nicht verlassen, wir werden weiter solidarisch bleiben“, bekräftigte Gauck mit Blick auf die Zeit ab 2015. Er gehe davon aus, „dass wir das Aufbauwerk, das hier geleistet wurde, nicht willkürlich preisgeben“. Die Afghanen müsste aber zeigen, „wie viel Selbstverantwortung ihnen jetzt möglich ist“.

Zuvor war Gauck in Masar-i-Scharif auch mit dort stationierten US-Verbänden zusammengetroffen. Bei einem Frühstück mit US-Soldaten ließ er sich über Einzelheiten der Zusammenarbeit der internationalen Truppen unterrichten. Gauck zeichnete zwei US-Verbände mit Fahnenbändern für ihr Engagement aus. In Masar sind noch insgesamt 5500 Soldaten stationiert, unter ihnen etwa 2000 der noch 4500 deutschen Truppen im Land. Ende 2014 soll das Engagement der internationalen ISAF-Schutztruppe beendet sein.

Am Montag waren Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt überraschend nach Afghanistan gekommen. Dabei hatte er mehrfach betont, man sei zwar noch nicht am Ziel angelangt, könne aber durchaus von Erfolgen sprechen. Am Mittwochabend wurden beide in Deutschland zurückerwartet.

Harsche Kritik kam von der Linkspartei. „Statt in Afghanistan für eine sofortige Beendigung der militärischen Auseinandersetzungen zu werben, propagiert Bundespräsident Gauck eine Fortsetzung des Krieges“, sagte Linke-Außenexperte Wolfgang Gehrcke und fügte hinzu: „Zu Guttenberg als Verteidigungsminister verband seinen Weihnachtsbesuch mit einer Fernsehshow, Gauck hält in Afghanistan Predigten.“

 




dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wo die Linken Recht haben, da haben sie Recht und der Bochumer Stromzahler zündet auch Kerzen an, jedoch nicht aus Trauer.



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