Afghanistan Regierung wegen Angriff in Kundus zunehmend unter Druck

In der Affäre um den Luftangriff bei Kundus kommen weitere Einzelheiten ans Licht. So sind womöglich auch dem Auswärtigen Amt Informationen vorenthalten worden. Derweil debattiert die Nato über die Truppenstärke. So soll die Bundeswehr Lücken in Afghanistan füllen.
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Das Tanklaster-Bombardement der Bundeswehr zieht immer weitere Kreise. Nun sollen auch dem Auswärtigen Amt Informationen vorenthalten worden sein. Quelle: ap

Das Tanklaster-Bombardement der Bundeswehr zieht immer weitere Kreise. Nun sollen auch dem Auswärtigen Amt Informationen vorenthalten worden sein.

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BRÜSSEL. Diese Frage müsse vom Untersuchungsausschuss geklärt werden, sagte der damalige Außenminister und heutige SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier der „Welt am Sonntag“.

Außerdem soll die Bundeswehr nach „Spiegel“-Informationen ursprünglich mehr Bombenabwürfe auf zwei von Taliban gekaperte Tanklastzüge angefordert haben als schließlich geschehen. Demnach hat der Fliegerleitoffizier von Oberst Georg Klein sechs Bombenabwürfe verlangt. Die Besatzung der US-Kampfjets vom Typ F-15 habe aber widersprochen, berichtet das Magazin unter Berufung auf Auszüge aus dem Nato-Abschlussbericht. Es seien nur zwei Bomben nötig.

Die USA und Großbritannien haben unterdessen den Druck auf Deutschland erhöht, mehr Soldaten oder militärische Ausbilder nach Afghanistan zu schicken. Deutschland und Frankreich sollten zusammen mindestens 3 500 zusätzliche Einsatzkräfte bereitstellen, hieß es nach einem Treffen der Nato-Außenminister in Brüssel. Alle Alliierten müssten ihre Hilfe für Afghanistan ausweiten und beschleunigen, beschloss der Nato-Rat. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) will jedoch erst nach der internationalen Afghanistan-Konferenz Ende Januar in London über eine mögliche Truppenaufstockung entscheiden.

„Eine Debatte, die sich lediglich auf die Frage verkürzt, wie viele Soldaten mehr oder nicht – das ist aus unserer Sicht weder zielführend noch angemessen“, sagte Westerwelle. „Niemand erwartet von uns, dass wir drei Tage nach der Rede schon zu allem Ja und Amen sagen“, fügte er hinzu. US-Präsident Barack Obama hatte die Truppenaufstockung in der vergangenen Woche in einer viel beachteten Rede angekündigt. Danach war US-Außenministerin Hillary Clinton nach Brüssel gereist, um bei den Alliierten um Unterstützung zu werben.

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