Afghanistan
SPD-Politiker fordert: Bundeswehreinsatz in Afghanistan ausweiten

Die Debatte um eine Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan geht kontrovers weiter. Nach Meinung des SPD-Politikers Hans-Ulrich Klose müssen Kampfeinsätze der Bundeswehr in ganz Afghanistan möglich sein. Ein ehemaliger General des deutschen Heeres springt ihm mit markigen Worten bei.

HB BERLIN. Klose, der stellvertretender Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag ist, sagte der „Bild“-Zeitung: „Deutschland sollte die Quick Reaction Force übernehmen und sie stark genug machen, dass sie im Notfall in ganz Afghanistan eingesetzt werden kann - auch im Süden. Es kann durchaus Situationen geben, in denen es unvermeidbar ist, zu kämpfen.“ Die Nato sei eine Allianz, die auf Solidarität aufbaue, so Klose weiter: „Das bedeutet: Jeder trägt das gleiche Risiko.“

Die Forderung von Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer nach einer Ausweitung des Bundeswehreinsatzes auf den Süden Afghanistans stößt in der Union weiterhin auf Ablehnung. „Um eine Überdehnung und Überforderung der Bundeswehr auszuschließen, muss der Einsatz auf den Norden begrenzt bleiben“, sagte der Vize-Fraktionsvorsitzende Andreas Schockenhoff (CDU) der „Berliner Zeitung“. Zwar müsse sich die Nato stärker in Afghanistan engagieren. „Das gilt nicht nur für den Süden, sondern auch für den Norden“, betonte der CDU-Politiker.

Gleichzeitig sagte er Unterstützung für die Entsendung eines Kampfverbandes zu: „Die Bundeswehr ist bereit, sich im Norden stärker zu engagieren.“ Sie sei dort auf Kampfeinsätze vorbereitet.

Die FDP-Verteidigungspolitikerin Birgit Homburger warf in der „Berliner Zeitung“ de Hoop Scheffer vor, die Debatte anzuheizen. Eine Ausdehnung des Bundeswehrmandats auf den Süden lehnte auch sie ab. „Ich erwarte, dass die Bundesregierung auf der Nato-Tagung die Forderung selbstbewusst zurückweist.“ Homburger verwies darauf, dass die Bundeswehr den ISAF-Einsatz über den Norden hinaus bereits mit Tornados und mit Lufttransporten unterstützt. Homburger bezeichnete Hinweise auf Ausrüstungsmängel der Bundeswehr in Afghanistan als ernst zu nehmen. „Ich erwarte, dass (Verteidigungsminister Josef) Jung im Verteidigungsausschuss klare Antworten gibt“, sagte sie der Zeitung.

Die „Bild“-Zeitung zitierte einen ehemaligen General des deutschen Heeres, der anonym bleiben will. Er sagte nach Angaben des Blattes: „Wir konsumieren hier Sicherheit, die uns die Amerikaner mit Ihrem Machtanspruch garantieren. Mir wird schlecht, wenn ich sehe, wie Deutschland sich in Afghanistan drückt!“

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