Afghanistan-Truppen
De Maizière warnt vor schwierigem Abzug

Der Bundesverteidigungsminister hat auf einem Überraschungsbesuch in Afghanistan einen komplizierten Rücktransport des Militärs vorhergesagt. Vor allem Pakistans Abschottungspolitik werde den Abzug erschweren.
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KundusVerteidigungsminister Thomas de Maizière ist zu einem Überraschungsbesuch in Afghanistan eingetroffen. Der CDU-Politiker landete am Dienstagmorgen im Feldlager Kundus, wo er sich ein Bild von der Lage machen und mit deutschen Soldaten sprechen wollte. Es ist der siebte Besuch de Maizières am Hindukusch seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten. Zuletzt war er im März zu politischen Gesprächen in Kabul.

Die Bundeswehr bereitet sich seit Anfang des Jahres auf den Abzug aus Afghanistan vor. Die Truppenstärke wurde bereits von einst bis zu 5350 auf rund 4800 Soldaten reduziert. Der Abbau des Feldlagers in Feisabad - eines von drei großen Bundeswehr-Camps - hat bereits begonnen. Bis Ende 2014 muss die Bundeswehr bis zu 1700 Fahrzeuge und 6000 Container aus Afghanistan abtransportieren.

Die Reise findet vor einer wichtigen Weichenstellung für die Zukunft Afghanistans nach dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes in zweieinhalb Jahren statt. Am kommenden Wochenende wird es bei einer großen Konferenz in Tokio um die zivile Hilfe für das gebeutelte Land gehen. Deutschland will zunächst weiterhin mehr als 400 Millionen Euro jährlich für Wiederaufbau und Entwicklung bereitstellen.

Auf seinem Besuch hat de Maizière die Abzugsplanung der Bundeswehr aus Afghanistan bis Ende 2014 bekräftigt. Die Sicherheitslage im Norden des Landes habe sich in den vergangenen Monaten „deutlich verbessert“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag bei seinem Truppenbesuch in Kundus. Diese Region galt in den vergangenen Jahren noch als Hochburg der Taliban in Nordafghanistan.

De Maizière wies darauf hin, dass die sicherheitsrelevanten Zwischenfälle im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent im Vergleich zu 2010 zurückgegangen seien. Auch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres halte dieser Trend an. Daher sei er zuversichtlich, dass die Bundeswehr in ihrem Verantwortungsbereich bis 2014 ein „angemessenes Sicherheitsniveau“ schaffen und die Verantwortung komplett an die Afghanen unumkehrbar übergeben könne, sagte der Minister.

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„Es gibt nicht so viele Ausgänge aus Afghanistan“

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  • Als Abgesandter Universal-Genosse von Frau Merkel spielt De Mezaire jede Rolle, die sie ihm andichtet. Der Soldat steht ihm genauso gut und ist genauso glaubwürdig wie ein Bauer, dem man ein Laptop in die Hand drückt.

    Holt die SOldaten heim, warum soll weiter Risiko gefahren werden in Afghanistan ? Den Leuten dort kann man nicht viel helfen, sie wollen im 12. Jahrhundert leben - lasst sie doch. DIe Soldaten werden viel dringender bald in Deutschland gebraucht, wenn die Salafisten weiter so ansteigen und sich weiter ausbreiten in Deutschland.

    Ich sags ja, den Deutschen mutet man immer alles zu, wir sind der Experimentier-Teller der Welt. Und die unpartiotischen Politiker sind sofort bereit Souveränität und Vermögen abzugeben an jeden, der danach verlangt.

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