Afrika-Konzept
Müller will Zusammenarbeit mit Milliarden Euro fördern

Mit einem Milliardenbetrag will Entwicklungsminister Müller die Zusammenarbeit mit Afrika intensivieren. Die Wirtschaft auf dem Kontinent soll gestärkt werden. Im Gegenzug sollen die Länder Menschenrechte einhalten.

BerlinMit zusätzlichen Geldern aus dem Bundeshaushalt will Entwicklungsminister Gerd Müller die Zusammenarbeit mit Afrika voranbringen. Ein ganz erheblicher Teil der ihm in den Haushaltsverhandlungen zugebilligten Gelder von zusätzlich mehr als einer Milliarde Euro für 2017 werde in Innovationsprojekte mit afrikanischen Partnern fließen, sagte Müller in Berlin. Dabei gehe es um Investitionen in die Jugend, in Bildung und Ausbildung. Zudem sollten Impulse für Privatinvestitionen ausgelöst werden.

Müller kündigte an, in den nächsten Wochen Eckpunkte für einen „Marshallplan mit Afrika“ vorzulegen. Dabei gehe es darum, mit den Staaten gemeinsame Lösungen zu erarbeiten und sie an eigenen Reformvorschlägen zu messen. Priorität habe die Stärkung der Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Die Länder müssten als Gegenleistung Rechtsicherheit und Verlässlichkeit bieten und Menschenrechte einhalten. Vorschläge für einen Marshallplan wurden dem Minister vom Senat der Wirtschaft überreicht, der sich aus Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammensetzt.

„Afrikas Zukunft muss auf die Tagesordnung der Weltpolitik gesetzt werden“, sagte Müller. Wenn die Weltgemeinschaft die Probleme nicht löse, kämen diese nach Europa. Seit Januar seien rund 100.000 Flüchtlinge in Italien angekommen.

Auf dem afrikanischen Kontinent gebe es zudem 20 Millionen Binnenflüchtlinge, die aus Klimagründen ihre Heimat verlassen hätten. „Wir müssen in diesen Staaten investieren, wir müssen den Menschen Perspektiven geben, ansonsten werden sich in den kommenden Jahrzehnten nicht Hunderttausende, sondern Millionen auf den Weg machen, so die Jugend Afrikas keine Arbeit und keine Zukunft im eigenen Land findet“, warnte Müller. Der Kontinent brauche auch eine verstärkte Vertretung auf der Weltbühne, etwa durch einen Sitz im UN-Sicherheitsrat.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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