Agentur für Arbeit
2,764 Millionen Deutsche sind ohne Job

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember um 47.000 auf 2,764 Millionen gestiegen. Das sind 110.000 weniger als vor einem Jahr. Der für die Wintermonate übliche Anstieg fiel geringer aus als erwartet.
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Nürnberg/Brüssel/BerlinDie Arbeitslosigkeit in Deutschland hat zum Jahresende den geringsten Dezember-Wert seit der Wiedervereinigung erreicht. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) registrierte im Dezember 2,764 Millionen Arbeitslose.

Das seien 47.000 mehr gewesen als im November, aber 110.000 weniger als im Dezember 2013, teilte die Behörde am Mittwoch in Nürnberg mit.

Arbeitslosenzahl in Deutschland
von August 2014 bis August 2015

in Millionen


Der Dezember-Bestwert aus dem Jahr 1991 wurde damit um 5000 Arbeitslose unterschritten. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,4 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2014 ging die Arbeitslosigkeit um 52.000 auf 2,898 Millionen bei einer Quote von 6,7 Prozent zurück.

Arbeitslosenquote in Deutschland
von August 2014 bis August 2015, %

„Trotz geringer wirtschaftlicher Impulse hat sich der Arbeitsmarkt positiv entwickelt“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. „2014 waren weniger Menschen arbeitslos als ein Jahr zuvor, Beschäftigung und Einstellungsbereitschaft der Betriebe sind gewachsen.“

Auch zum Jahresende habe sich der Arbeitsmarkt günstig entwickelt. Der für die Jahreszeit übliche Anstieg sei geringer ausgefallen als in den Vorjahren. Unter Herausrechnung der Saisonfaktoren sei die Arbeitslosigkeit daher um 27.000 gefallen. Experten hatten eine Abnahme um 6000 erwartet.

Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone ist im November zum dritten Mal in Folge leicht gestiegen. Dies zeigt, dass sich die schwache Konjunkturerholung bisher kaum auf den Stellenmarkt niederschlägt, wie am Mittwoch aus Daten des europäischen Statistikamts Eurostat hervorgeht.

Demnach waren rund 18,4 Millionen Männer und Frauen auf Jobsuche - und damit 34.000 mehr als im Oktober. Binnen Jahresfrist hingegen sank die Zahl der Arbeitslosen um 522.000. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote verharrte den vierten Monat in Folge bei 11,5 Prozent.

Spitzenreiter mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit nach vergleichbarer EU-Rechnung ist Österreich mit einer Quote von 4,9 Prozent vor Deutschland mit 5,0 Prozent. Schlusslichter sind unverändert Griechenland mit 25,7 Prozent (im September) und Spanien mit 23,9 Prozent.

In Italien, das neben Frankreich als eines der größten Sorgenkinder in der Euro-Zone gilt, kletterte die Arbeitslosigkeit auf einen Rekordwert von 13,4 Prozent.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Viele vermuten, dass es einen Betrug am Zahlenwerk gibt, aber wenige wissen, wie das genau läuft. Über die die Hartz4-Empfänger und die Menschen in Umschulungsmaßnahmen weiß jeder Bescheid, aber der Umfang ist noch viel größer. Der größte Betrug nennt sich "Eingliederungsvereinbarung". Nur die Personen, die eine solche unterschrieben haben, werden offiziell als arbeitslos in der Statistik geführt. Natürlich versuchen die Mitarbeiter der Arbeitsagentur mit allen Mitteln, die Leute, welche die EGV unterschrieben haben, loszuwerden, damit die Statistik schöner aussieht. Ehepartner, bei denen ein Partner gut verdient, bleiben auch auf der Strecke, da sie angeblich selbst nach Arbeit suchen können und ihnen sowie keine Sozialhilfe zusteht. So kann die Zahl der tatsächlich Arbeitslosen leicht viel höher sein als angegeben. Weiterhin wird das Heer der Minijobber so behandelt, als wären diese ebenfalls voll beschäftigt. Dabei sind fast alle Minijobber ständig auf der Suche nach einer richtigen Beschäftigung. Ich selbst kenne 12 Minijobber und 8 Arbeitslose, welche nicht in der Statistik aufgeführt sind. Ich gehe mal davon aus, dass es daher noch viel mehr solche Fälle gibt, wenn man genau hinsieht. Daher ist der angebliche Rückgang der Arbeitslosigkeit relativ lächerlich.
    Fazit: Die Zauberworte des Jahrzehnts heißen "Eingliederungsvereinbarung" und "Transfergesellschaft" und natürlich "Zeitarbeit" (hört sich eleganter an als "Sklavenhaltung".

  • Diese Zahlen sind ein Lüge.
    Wer z. B. mit 58 Jahren arbetislos wird, muß beim Arbeitsamt unterschreiben, dass er keinen Job mehr will und fliegt damit aus der Statistik
    Unterschreibt er nicht, wird er vom Amt schikaniert.
    Wer z. B. als Arbeitsloser einen Nebenjob hat, fällt auch aus der Statistik
    Wie lange wollen die eigentlich noch weitrlügen?
    Das wäre mal eine Aufgabe für gute Journalisten, dies alles beim Amt zu hinterfragen

  • Wie viele Arbeitslose und HartzIV-Empfänger wurden in die..... SCHÖN-BLÖD-Statistik nicht mitgezählt, weil u.a. Krankmeldungen vorliegen ?

    Mittlerweile, liebe Medien, macht IHR euch lächerlich !

    Wie diese unseriöse und gewollte Statistik "geführt" wird, müsste eigentlich bekannt sein !!!

    Diese verlogene Arbeitswelt, kann man nicht mehr schön-blöd darstellen !


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