Air Berlin Für Zypries ist die Kritik von FDP-Chef Lindner haltlos

FDP-Chef Lindner hat die Bundesregierung für ihr Handeln im Fall Air Berlin scharf kritisiert. Bundeswirtschaftsministerin Zypries verteidigt dagegen den Staatskredit – und kritisiert Lindners „Besserwisserei“.
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Air Berlin: Was passiert jetzt?

Air Berlin: Was passiert jetzt?

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat verschnupft auf die Kritik von FDP-Chef Christian Lindner zur Staatsbürgschaft für Air Berlin reagiert. Die Bundesregierung habe am Dienstag mit der Gewährung eines Übergangskredits für Air Berlin und der Absicherung durch eine Bundesbürgschaft eine verantwortungsvolle Entscheidung im Sinne von mehreren Zehntausend Reisenden getroffen, sagte sie. Der Flugbetrieb könne in vollem Umfang fortgeführt werden.

„Eine sonst drohende sofortige Einstellung des Flugbetriebs haben wir vermieden, indem wir schnell und entschlossen gehandelt haben“, verteidigte Zypries die gemeinsam mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) getroffene Entscheidung und griff FDP-Chef Lindner scharf an: „Die Hinweise von Herrn Lindner helfen in einer solchen Situation nicht weiter. Herr Lindner trägt keinerlei politische Verantwortung. In einer solchen Situation muss man handeln. Besserwisserei hilft da nicht weiter.“

Air Berlin hatte zuvor Insolvenz angemeldet. Nun springt die Bundesregierung mit einem 150 Millionen Euro schweren Kredit der KfW ein. Sie sorgt dafür, dass die chronische defizitäre Fluggesellschaft die nächsten drei Monate überbrücken kann und die Maschinen nicht am Boden bleiben müssen. Das Geld soll bis Ende November reichen.

Der FDP-Bundesvorsitzenden Lindner hatte die Bundesregierung für ihr Handeln bei der Krise der Fluggesellschaft zuvor scharf kritisiert. Die Insolvenz von Air Berlin sei nach Jahren der ständigen Strategiewechsel und hoher Verluste absehbar gewesen. „Man musste befürchten, dass der Anteilseigner Etihad irgendwann das Damoklesschwert fallen lässt und keine weiteren Hilfen zahlt.“

Der schnelle Aufstieg und tiefe Fall der Krisen-Airline
1978
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Der US-Pilot Kim Lundgren (links, mit Sohn Shane) gründet die Air Berlin Inc. als Berliner Charterfluggesellschaft mit zwei Flugzeugen.

1979
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Erstflug von Berlin nach Palma de Mallorca.

1991
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Joachim Hunold (Bild) und Kim Lundgren gründen die Air Berlin GmbH.

2003
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Air Berlin steigt auf zur zweitgrößten Fluggesellschaft in Deutschland nach Lufthansa, gemessen an der Passagierzahl.

2004
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Air Berlin steigt bei der österreichischen Fluggesellschaft Niki ein.

2005
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Die GmbH wird in eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht (PLC) umgewandelt - in die Air Berlin PLC.

2006
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Air Berlin geht am 11. Mai in Frankfurt an die Börse. Später übernimmt das Unternehmen die deutsche Fluggesellschaft dba.

Die Insolvenz bedeute eine Schwächung des deutschen Luftfahrt-Standorts und eine Gefahr für die Arbeitsplätze. „Bei einer Airline im Staatsbesitz, wie es Etihad ist, wäre die Bundesregierung gefordert gewesen, auf einen geordneten Prozess der Übernahme gesunder Unternehmensteile zu drängen. Dann wären Staatshilfen möglicherweise vermeidbar gewesen. Das wurde versäumt. Der jetzt gewährte Übergangskredit darf nicht der Beginn einer dauerhaften Finanzierung durch die Steuerzahler sein. Das Ziel muss ein schneller Wechsel zu anderen Marktteilnehmern sein.“

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13 Kommentare zu "Air Berlin : Für Zypries ist die Kritik von FDP-Chef Lindner haltlos"

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  • Jemanden, der die Steuerzahler, Patienten etc. durch seine Klientelpolitik (Hotels, Apotheken) viel Geld gekostet hat, soll hier mal den Ball verdammt flach halten.

  • @ Novi Prinz 16.08.2017, 11:33 Uhr

    "Die KfW sieht das Geld wieder mit guten Zinsen, dafür bürgt der Bund mit unseren guten Namen !"

    Nicht mit unserem guten Namen, sondern mit unserem (richtig : UNSEREM !!!!) Steuergeld und damit unserer Arbeitsleistung.

    Wer nicht Berufspolitiker oder "Flüchtling" ist , ist nur noch der Dumme in diesem Land.

  • Wenn ein Haufen Schit so groß ist , dass du nicht mehr reintreten und auch nicht drüber sehen kannst, dann ist er zu einer Goldgrube von Biodünger mutiert , der nach entsprechnder Wartezeit höchst gewinnbringend abbaubar ist.

  • Sowohl in der Vergangenheit als auch in naher und ferner Zukunft muss der Deutsche Bürger all das finanziell regeln, was die sog. " System relevanten Unternehmungen " verbocken. Erst die Finanzwelt dann Air Berlin u.s.w. .Bei Air Berlin war das, was jetzt erfolgte, schon lange fällig. Bei den nicht " System Relevanten " " spräche man jetzt von einer strafrechtlich verfolgbaren Konkursverschleppung und es würden die entsprechenden strafrechtlichen Schritte eingeleitet werden. Aber wenn nichts mehr an sachlichen Argumenten den politisch Verantwortlichen einfällt dann muss eben der Bereich der Mitarbeiter oder in dem Fall Air Berlin die auf den Koffern sitzen Fluggäste
    herhalten . Die von Herrn Lindner geäußerten Bemängelungen kann ich voll und ganz nachvollziehen.
    Aber sie machen doch, was sie wollen !

  • Herr Lindner hat recht, der Staat hat zu der Pleite (BER) massivst beigetragen, ausser das in BER millrden Steuergelder unter Aufsicht der Frau Merkel versenkt wurden versenkt sich gerade die Air Berlin. Die Nedien sind da merkwürdig still.
    Das handeln dieser Merkel-Bundesregierung, einschließlich der Frau Zypries, ist haltlos, denn was geht den Steuerzahler die Pleite einer Firma an??
    Der Bund, mit dieser Merkelregierung ist außer jeder Kontrolle mittlerweile.
    Geld für alles Firmen, Banken, EU-GR (600 000 000€ Erlass mal eben), EZB, Asylanten und und und. Der deutsche Bürger und Steuerzahler staunt was möglich ist und wird immer mehr ausgepresst.
    Es wird Zeit für eine wirkliche Opposition im Bundestag, die dieser linken Merkelregierung ( nicht mein Land!) den Geldhahn zudreht, sonst verkommt D weiter.

  • Erinnert mich fatal an die SPD unter Schröder, als es vor der BTW darum ging, mal eben mit Steuergeld 20.000 Arbeitsplätze der "Holzmänner" zu "retten".

    Im Vergleich dazu ist Lindner allerdings konsequent, wenn ich mir dazu den weinseligen Brüderle, sogenannter "Wirtschaftsminister" unter Schwarz/Gelb, in Erinnerung rufe.

    Der ließ es ungerührt zu, dass HochTief von der Pleitefirma ACS aus Spanien übernomme4n werden konnte, die auf die mit 4 Mrd. € gefüllten Kasse von HochTief scharf waren. Mindestens 7.000 Arbeitsplätze hat diese "liberale" Gleichgültigkeit gekostet.

    Dvon würde ich mal gern eine Stellungnahme von Lindner, damals aus Berlin nach NRW geflüchtet, haben.

    Und die abgrundtiefe Dämlichkeit dieser Zyries lässt sich u. a. daran festmachen, dass es wesentlich billiger gewesen, die aktuell anstehenden Rückflüge über andere Gesellschaften sicherzustellen - gegebenfalls auch zu bezuschussen.

    Die Kosten für Beschäftigte über das AA wären zudem auch überschaubar, denn der größte Teil des Personals dürfte schnell anderweitig unterkommen.

  • Es sieht doch so aus , dass die gesammten Großunternehmensvereinigungen und deren Funktionäre diese Handlungsweise voll unterstützen ? Oder hat wer ? protestiert ? Soziale Marktwirtschaft eben !

  • Es ist nicht Aufgabe der Bundesregierung maroden Unternehmen die letzten Sakramente zu verabreichen. Gestrandete Urlauber können umgebucht werden, und selbst wenn: hier hätten 2 Wochen Weiterführung ausgereicht. Riecht nach Wahlgeschenk. Hoffentlich ist die GroKo bald vorbei.

  • Herr Lindner hat vollkommen recht! Wieder einmal geht der Staat weit über seine Befugnisse hinaus. So wie er es schon bei der Bankenrettung getan hat. Das ewige leben nach der Maxime: "Es kann nicht sein was nicht sein darf.." führt schon seit langem dazu dass Gesetze, Verträge und Abmachungen mit den Füssen getreten werden und somit das völlige fehlen von Respekt seitens der Entscheidungsträger dokumentiert wird. Nur wo dies hin führt sollte so langsam allen klar werden. Sich da, poulistisch, immer als Heilsbringer dar zu stellen kann sich sehr schnell in das Gegenteil verkehren. Nur dann konnte man es ja natürlich nicht kommen sehen....

  • Die KfW sieht das Geld wieder mit guten Zinsen, dafür bürgt der Bund mit unseren guten Namen !

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