Airbus und KMW betroffen
Gabriel will Rüstungs-Deal mit Saudi-Arabien stoppen

Airbus und KMW stehen vor dem Verlust von milliardenschweren Rüstungsgeschäften. Vizekanzler Sigmar Gabriel will die Deals mit Saudi-Arabien im Sicherheitsrat stoppen lassen – zum Ärger der CDU.
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BerlinDer Bundesregierung droht neuer Ärger über Rüstungsgeschäfte im Nahen Osten. Nach Informationen des Handelsblatts (Mittwochausgabe) aus Koalitions- und Industriekreisen will SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel zwei milliardenschwere Geschäfte im Bundessicherheitsrat blockieren. Damit zieht er sich den Ärger der Unternehmen und des Koalitionspartners CDU zu. Bei den Geschäften geht es um die Lieferung von „Fennek“-Aufklärungspanzern des Münchener Herstellers Krauss-Maffei-Wegmann an Katar, zudem hofft die Airbus-Tochter Optronics auf die Lieferung von Zielerfassungsgeräten an Saudi-Arabien. Ein Sprecher Gabriels wollte die Information nicht kommentieren.

Allein Airbus bangt den Angaben zufolge um einen Auftrag von mehr als 500 Millionen Euro. Airbus möchte über seine 2011 von Carl-Zeiss erworbenen Tochter Optronics rund 2.000 Präzisionsmessgeräte zur Zielerfassung an General Dynamics liefern. Die kanadische Tochter des US-Unternehmens hat mit Riad einen mehr als zehn Milliarden Dollar schweren Vertrag unterzeichnet und will die deutschen Instrumente einbauen.

Der Ärger über die Nichtentscheidung ist groß: „Dieser Auftrag ist von großer Wichtigkeit für Optronics und hat Signalwirkung für die Lieferfähigkeit der deutschen Industrie“, sagte ein Sprecher von Airbus Defence and Space auf Anfrage.
Sollte Deutschland die Ausfuhrgenehmigung verweigern, sei das Unternehmen auch bei anderen wichtigen Aufträgen in Südamerika oder Asien aus dem Spiel. KMW wollte die „Gerüchte“ über die mögliche Lieferung von Fennek-Aufklärungspanzern an Katar nicht kommentieren.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Henning Otte, kritisierte den SPD-Chef für seine ablehnende Haltung scharf: „Gabriel will offenbar den linken Parteiflügel besänftigen und die SPD für die Linke öffnen“, sagte er dem Handelsblatt. „Als Wirtschaftsminister und Vizekanzler sollten ihm aber die Zukunft der Industrie und die Sicherheit des Landes wichtiger sein als die Parteiinteressen.“

Till Hoppe
Till Hoppe
Handelsblatt / Europa - Korrespondent in Brüssel

Kommentare zu " Airbus und KMW betroffen: Gabriel will Rüstungs-Deal mit Saudi-Arabien stoppen"

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  • Mal langsam mit euren Kriegsflaggen gegen den Dicken Roten.
    Der Kerl kapiert offensichtlich bei seinen stündlichen Wichtig- Presseterminen kaum existierende "hard facts":

    Der Saudi Deal läuft über "Santa Barbara Sistemas" in Spanien, 2500 Arbeiter. Mehrheitlich in Hand von General Dynamics. Deutsche Lizenzfirmen liefern zu, vor allem die excellente Kanone.

    Wer glaubt, der SPD Dicke verhindert solch einen Mega- Deal, zerstört dabei frech wichtige Arbeitsplätze in Spanien und "kackt" dabei unbescholten General Dynamics ans Bein, irrt.

    Zeit, dass diese Hannover-Clique mal voellig politisch entmuendigt aus dem Rennen fällt. Da oben schaffen wohl nur politische Volldeppen an.

  • Die Welt brennt bereits,der Islam kämpft gegen den Westen
    weltweit und Al Kaida will auch noch die Sahnestücke Saudi Arabien und die Golfstaaten instabil machen. Daher ist ein Waffenstopp in diesen Fall obwohl richtig..wieder falsch.

    Wie Kommentatoren schon schreiben ,Frankreich,England,Amerika springen gerne ein.

    Der innere Frieden in Deutschland hängt und fällt alleine am Wohlstand. Das ist hoffentlich unstrittig. Daher kann ein Land wie Deutschland nur schaffen und schaffen. Allein in Hamburg gibt es über 10 Stadteile die fast autonom sind und wo Scholz keinen großen politischen Einfluss mehr hat. In anderen Gegenden und Städten Deutschland wie in NRW sieht es auch unstrittig noch schlimmer aus.

    Der sägulare Staat Deutschland wurde dem Islam geopfert.

  • Na klar Rüstungsexporte stoppen, die anderen Staaten wie Frankreich USA Russland etc springen sehr gerne ein - es würde nicht eine Waffe weniger geben aber wahrscheinlich hier Arbeitslose und nicht zu vergessen weniger Steuern.
    Ist doch Idiotie oder will er ala Schröder auch einen Unternehmensposten wenn der Deal nach Russland geht?

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