Aktionsplan
Bundesregierung macht für Elektroautos mobil

Nach der nicht ganz ganz so umweltfreundlichen Abwrackprämie hat die Bundesregierung eine weitere Fördermaßnahme für Auomobile beschlossen. Sie will die Entwicklung und Markteinführung des Elektroautos mit einem Aktionsplan voranbringen.

HB BERLIN. Wenige Wochen vor der Bundestagswahl beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch einen "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität". Die Markteinführung für die ersten 100 000 E-Fahrzeuge soll 2012 mit Kaufhilfen für die Autofahrer gestützt werden. Beträge und die Form der Unterstützung wurden noch nicht vereinbart. Bis 2020 wird mit rund einer Million Elektroautos gerechnet. Bis dahin soll ein Netz von Stromtankstellen entstanden sein, das im wesentlich auf Ökostrom zurückgreift.

Forschungsministerin Annette Schavan erklärte, dies sei "ein wichtiges Signal zur richtigen Zeit - an die Forschung, an die Wirtschaft, aber auch an die künftigen Käufer". Umweltminister Sigmar Gabriel verteidigte die Förderung von Elektroautos gegen Kritik von Umweltverbänden. Der SPD-Politiker sagte, es gehe darum, die Autos mit erneuerbaren Energien fahren zu lassen und nicht mit Strom aus Kohle- oder Atomkraftwerken. Aber sogar schon beim heutigen Energiemix seien die Fahrzeuge in ihrer Umweltbilanz besser als benzin- oder dieselbetriebene Fahrzeuge.

Das Umweltministerium hatte sich zuvor nicht mit seinem Plan durchsetzen können, wonach sich die scheidende Bundesregierung schon jetzt auf eine spätere Prämie von 5 000 Euro festlegt.

Vor der breiten Einführung von Elektrofahrzeugen in den Markt sind laut Schavan noch wesentliche technologische Hürden zu überwinden. Es reiche nicht, in einem herkömmlichen Fahrzeug den Tank durch eine Batterie und den Verbrennungsmotor durch einen Elektromotor zu ersetzen. Die CDU-Politikerin erklärte: "Wir müssen das Auto neu denken." Man brauche völlig neue Fahrzeugkonzepte mit einer alternativen Tank-Infrastruktur sowie marktfähige Batterien.

Auch Gabriel betonte in der ARD, bevor die Elektroautos etwa 2012/13 reif für den Massenmarkt seien, müssten die Batterien noch kleiner und billiger werden, Sicherheitsprobleme beseitigt und die Reichweite für eine Batteriefüllung verbessert werden. Ziel sei, "unsere Innenstädte sauberer zu machen".

Die "gute Botschaft für Autofahrer" laute dabei, dass sich die Spritpreise auf 100 Kilometern halbieren würden. Es gehe neben dem Klimaeffekt also auch darum, "Autofahren für Autofahrer erschwinglicher zu machen". Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee geht davon aus, dass sich Deutschland zu einem "Leitmarkt" für Elektromobilität entwickelt, wie er dem Deutschlandradio sagte. In den nächsten zwei Jahren müssten unter anderem die Standards für Batterietechnologie und Ladestellen entwickelt werden.

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