Aktionsplan in Arbeit
München überschreitet Feinstaub-Grenze

Als erste deutsche Stadt dürfte München demnächst die EU-Grenzwerte für Feinstaub-Belastung in der Luft überschreiten. Über Konsequenzen - wie ein Fahrverbot - wird seit Wochen gestritten.

HB DÜSSELDORF. Als erste deutsche Stadt dürfte München demnächst die EU-Grenzwerte für Feinstaub-Belastung in der Luft überschreiten. Über Konsequenzen - wie ein Fahrverbot - wird seit Wochen gestritten. Auch in mehreren anderen Städten ist die Luftverschmutzung bereits knapp drei Monate nach Einführung der Grenzwerte in Deutschland nahe am Limit. In Düsseldorf sind Straßensperrungen vorgesehen. Feinstaub vor allem von Dieselabgasen kann Krebs verursachen.

An der viel befahrenen Landshuter Allee wurde am Mittwoch zum 34. Mal in diesem Jahr der Tageswert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft erreicht, teilte das bayerische Umweltministerium am Donnerstag mit. Nach der seit 1. Januar geltenden EU-Richtlinie darf der Wert maximal an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Auch in Düsseldorf droht in Kürze die kritische Überschreitung des Grenzwertes.

Damit werde die Kommune mit einem Aktionsplan auf die zu hohen Schadstoffwerte reagieren müssen, sagte Regierungspräsident Jürgen Büssow (SPD). Vorgesehen sind Einschränkungen für den Schwerlastverkehr auf einer städtischen Nord-Süd-Achse bis hin zu Teil- und Vollsperrungen der Hauptverkehrsstraße für alle Fahrzeuge. Auch die Stadt Dortmund erwägt eine Straßensperrung für den Schwerlastverkehr.

Auf einer Zufahrtsstraße zu einem Knotenpunkt sei der Grenzwert für die Feinstaubbelastung seit Jahresbeginn an 26 Tagen überschritten worden, sagte ein Sprecher des Umweltamtes. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) kritisierte, auch durch die Einführung von Rußpartikel-Filtern bei Diesel-Autos könnten die Grenzwerte nicht eingehalten werden. Die Luft sei durch zu viele andere Faktoren wie Industrie oder Heizungsanlagen grundsätzlich zu sehr mit Feinstäuben belastet. „Selbst wenn wir Straßen dicht machen würden, hätten wir weiter eine hohe Belastung“, sagte Sander.

Die vor Jahren beschlossene EU- Richtlinie war vom deutschen Gesetzgeber in deutsches Recht umgesetzt worden. Das Bundesumweltministerium hatte darauf hingewiesen, dass die Länder und Kommunen für die Mittel zur Luftreinhaltung zuständig sind.

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