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Aktuelle Umfragen: Bundesbürger halten Piratenpartei für überflüssig

exklusivEin Untergang der Piratenpartei wäre aus Sicht der Bundesbürger kein Verlust für die deutsche Parteiendemokratie. Auch in den jüngsten Umfragen sieht es für die Partei schlecht aus. Aufwind haben dagegen SPD und Grüne.

Die Euphorie um die Piratenpartei ist Ernüchterung gewichen. Quelle: dpa
Die Euphorie um die Piratenpartei ist Ernüchterung gewichen. Quelle: dpa

Berlin/MainzFür die Mehrheit der Bundesbürger wäre es kein Verlust, wenn es die Piratenpartei nicht mehr gäbe. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Online-Marktforschungsinstituts Mafo im Auftrag von Handelsblatt Online. 70,6 Prozent der 1.002 Befragten sind demnach der Ansicht, dass die deutsche Parteiendemokratie ohne die Piraten auskommt.  (70,5 Prozent der Männer und 70,7 Prozent der Frauen). Nur 29, 4 Prozent der Befragten würden im politischen Aus der Partei einen Verlust sehen.

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Selbst junge Wähler könnten auch ohne die Piratenpartei leben: Von den 18- bis 30-Jährigen sehen 64,3 Prozent keinen Verlust darin, wenn es die Partei nicht mehr gäbe (für 35,7 Prozent wäre es ein Verlust), von den 31- bis 45-Jährigen könnten 73,5 Prozent auf die Partei verzichten (für 26,5 Prozent wäre es ein Verlust).

Entsprechend fällt die Prognose für die Bundestagswahl aus. Auf die Frage, ob die Piratenpartei trotz ihrer Dauerstreitigkeiten den Sprung in den Bundestag schafft, antworteten 79,1 Prozent der Befragten mit „Nein“ (20,9 Prozent votierten mit „Ja“).

Laut ZDF-Politbarometer würden die Piraten auf zwei Prozent (minus ein Punkt) fallen. Etwas Aufwind haben dagegen SPD und Grüne. Die Sozialdemokraten kämen auf 30 Prozent und die Grünen auf 14 Prozent, wenn am Sonntag der Bundestag gewählt werden würde, wie aus der am Freitag in Mainz veröffentlichten Umfrage hervorgeht. Beide Parteien würden damit je einen Prozentpunkt im Vergleich zum vorigen Politbarometer zulegen. Die Union könnte aktuell mit 40 Prozent rechnen (minus ein Prozentpunkt). Die FDP läge unverändert bei vier Prozent, die Linke stabil bei sechs Prozent.

Wahlumfragen Die Meinungsmacher

Wahlprognosen sind eigentlich nur ein Mittel zur Momentaufnahme. Doch die Niedersachsenwahl hat gezeigt: Sie haben enormen Einfluss. Das könnte sich auch auf die Bundestagswahl auswirken.

Bei diesem Wahlausgang hätten SPD und Grüne allerdings keine Mehrheit. Auch eine Neuauflage von Schwarz-Gelb käme nicht in Frage, weil die Liberalen den Einzug in den Bundestag verpassen würden. Möglich wären nur eine große Koalition aus Union und SPD, ein schwarz-grünes Bündnis aus CDU, CSU und Grünen sowie eine Dreierkoalition aus SPD, Grünen und Linkspartei.

Im direkten Vergleich liegt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weiterhin sehr deutlich vor ihrem SPD-Herausforderer Peer Steinbrück. 62 Prozent wünschen sich der Umfrage zufolge die Amtsinhaberin nach der Bundestagswahl in September erneut als Regierungschefin, 28 Prozent wollen Steinbrück als Kanzler. Während Merkels Wert konstant blieb, büßte der SPD-Kandidat einen Prozentpunkt ein.

Insgesamt bewerteten die Deutschen das politische Spitzenpersonal in dieser Woche schlechter als zuvor. Fast alle der zehn aktuell wichtigsten Politiker verloren an Zustimmung. Merkel lag mit einem Durchschnittswert von 2,1 auf einer Skala von plus 5 bis minus 5 weiter klar an der Spitze der Rangliste, war Ende Januar aber noch auf 2,5 gekommen. Der zweitplatzierte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) verschlechterte sich ebenfalls deutlich auf 1,3 (zuvor 1,8).

CSU-Chef Horst Seehofer verschlechtert sich deutlich auf 0,2 (0,6) und stürzte im Ranking damit um drei Plätze ab. Im Negativbereich lagen erneut Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) mit minus 0,4 (unverändert) und FDP-Parteichef Philipp Rösler, der es auf minus 0,9 brachte (zuvor minus 1,0).

Höchstwerte - aber keine Mehrheit Auch Schavan stoppt Union-Höhenflug nicht

Im aktuellen stern-RTL-Wahltrend kommen CDU/CSU auf 43 Prozent.

Für das ZDF-Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zwischen dem 19. und 21. Februar 1.298 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte per Telefon. Die Befragung ist repräsentativ.

  • 22.02.2013, 12:33 Uhr

    Ja, die Piraten sind eine Gefahr für das korrupte berliner Politgewerbe. Ähnlich wie die Linken.
    Transparenz will dort keiner, stört bei den Geschäften.

    Nicht umsonst hat Deutschland neben dem Sudan z.B. das Transparenzabkommen der UN noch nicht unterzeichnet - Bananenrepublick eben.

  • 22.02.2013, 14:52 Uhr

    Hat man diese Kaspertruppe schon jemals gebraucht?
    Ebenso wie die grünen Kasper?
    NEINund noch mal NEIN, weder noch.

  • 22.02.2013, 15:06 Uhr

    "„Daher fordern wir das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern,..."
    http://de.wikipedia.org/wiki/Piratenpartei_Deutschland#Patent-_und_Urheberrecht
    --------------------------
    Wer braucht schon diese Internetausdrucker, deren Hauptziel es ist, das Urheberrecht zu unterlaufen oder gleich abzuschaffen. Die Piraten sind der natürliche Feind jedes Kreativen, weil sie keine Achtung vor geistigem Eigentum kennen. So sieht's aus...

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