AKW
Krümmel-Störfall legt Ampeln in Hamburg lahm

Ein neuerlicher Störfall im Atomkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein hat am Samstag zu erheblichen Störungen im Stromnetz von Hamburg geführt. Unter anderem fielen zahlreiche Ampeln der Hansestadt aus. Nun gibt es scharfe Kritik an der Informationspolitik des Betreibers Vattenfall.

HB HAMBURG. Der zweite Zwischenfall innerhalb weniger Tage wurde nach Angaben der Betreibergesellschaft Vattenfall wahrscheinlich durch eine Störung in einem der beiden Maschinentransformatoren ausgelöst. Demnach schaltete sich der Meiler nach der Störung um 12.02 Uhr am Samstag selber ab und ging vom Netz. Das als Aufsichtsbehörde zuständige Kieler Sozialministerium sprach von einem gravierenden Vorfall und kritisierte die Informationspolitik des Betreibers. Das umstrittene Kraftwerk war nach einer fast zweijährigen Zwangspause nach einem Transformatorenbrand erst vor zwei Wochen wieder in Betrieb gegangen.

Erhöhte Mengen anRadioaktivität wurden nach Angaben des Landes-Sozialministeriums nicht freigesetzt. Dies hätten betreiberunabhängige Messungen ergeben. Der Störfall führte unter anderem zum Ausfall eines Großteils der Straßenampeln in Hamburg. Vattenfall zufolge waren 1500 der 1800 Ampelanlagen im Stadtgebiet betroffen. Von dem Spannungseinbruch betroffen waren auch mehrere Einkaufszentren sowie Stahl- und Aluminiumwerke.

Ein Sprecher des Sozialministeriums bewertete den Störfall als gravierend. Er werfe viele Fragen auf, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Informationspolitik des Betreibers über den Zwischenfall sei nicht so gelaufen, wie dies wünschenswert gewesen wäre. Die zuständige Behörde sei vom Lagedienst des Innenministeriums informiert worden, der wiederum durch Polizisten vor Ort in Kenntnis gesetzt worden sei. Die Polizei war wegen einer Mahnwache von Atomkraftgegnern mit einem größeren Aufgebot vor Ort. Die Atomaufsicht leitete umgehend Untersuchungen zur Ursache ein.

Nach der Abschaltung einer Turbine am Mittwoch war die Anlage bereits nur mit verminderter Leistung weiter betrieben worden. Das Atomkraftwerk südöstlich von Hamburg war erst vor etwa zwei Wochen wieder in Betrieb gegangen, nachdem es nach einem Transformatorenbrand im Juni 2007 knapp zwei Jahre lang stillgestanden hatte.

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