Al-Schabaab-Milizen
Polizei nimmt Terrorverdächtige in Frankfurt fest

Sie waren nach Kenia gereist, um sich der radikal-islamischen Al-Schabaab-Miliz anzuschließen und schmiedeten offenbar Pläne für Gewaltakte. Nun kehrten die drei Männer nach Deutschland zurück. Doch weit kamen sie nicht.
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FrankfurtDrei unter Terrorismusverdacht stehende Deutsche sind am Samstag am Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft sagte am Montag, die Männer seien nach ihrer Rückkehr aus Kenia von Beamten des Bundeskriminalamts in Gewahrsam genommen und am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt worden. Außerdem wurde die Wohnung eines weiteren Beschuldigten durchsucht. Dem 26-jährigen deutschen Staatsangehörigen Steven N., dem 28-jährigen deutschen Staatsangehörigen Abdullah W. sowie dem 23-jährigen deutschen Staatsangehörigen Abdulsalam W. werde die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. So sollen sie sich in Somalia der radikal-islamischen Al-Schabaab-Miliz angeschlossen haben. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne oder -vorbereitungen in Deutschland gebe es nicht.

Die Al-Schabaab-Miliz will ihre eigene, strikte Auslegung des islamischen Rechts in Somalia durchsetzen. Die Vereinigung verfolgt zudem nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft das Ziel, die gegenwärtig amtierende somalische Übergangsregierung zu stürzen und ein allein auf der Scharia basierendes großsomalisches Kalifat zu errichten. Dies versuche sie in militärischen Auseinandersetzungen zu erreichen. Daneben beteilige sich Al-Schabaab aber auch durch professionelle Internetpropaganda und Anschläge außerhalb Somalias am globalen Jihad. Sie hat sich unter anderem zu dem Überfall auf das „Westgate“-Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi im September letzten Jahres bekannt.

Die festgenommenen Beschuldigten sollen laut der Bundesanwaltschaft 2012 und 2013 nach Somalia gereist sein und sich dort der „Al-Schabaab“ angeschlossen haben. Sie sollen in einem Trainingslager der Vereinigung an Waffen ausgebildet worden sein und sich anschließend an deren bewaffneten Kampf beteiligt haben. Auch in Kenia hat die Miliz mehrfach Anschläge verübt. Der bisherige Anführer der Gruppe kam vergangene Woche bei einem US-Luftangriff ums Leben. Al-Schabaab hat dafür Rache geschworen und Scheich Ahmad Umar Abu Ubaidah zum neuen Chef erkoren. Zugleich bekräftigte sie ihre Verbundenheit zur Extremisten-Organisation Al-Kaida.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Drei Dschihadisten in Frankfurt festgenommen
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    Sie waren nach Kenia gereist, um sich der radikal-islamischen Al-Schabaab-Miliz anzuschließen und schmiedeten offenbar Pläne für Gewaltakte. Nun kehrten die drei Männer nach Deutschland zurück. Doch weit kamen sie nicht.

    Warum wurden sie nicht umgehend in den nächsten Flieger nach Somalia gesetzt, um dort weiter für den Dschihad kämpfen zu können?
    Warum durften sie überhaupt nach Deutschland einreisen?

    Dem 26-jährigen deutschen Staatsangehörigen Steven N., dem 28-jährigen deutschen Staatsangehörigen Abdullah W. sowie dem 23-jährigen deutschen Staatsangehörigen Abdulsalam W. werde die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. So sollen sie sich in Somalia der radikal-islamischen Al-Schabaab-Miliz angeschlossen haben.

    Diese will in Somalia ein "großsomalisches Kalifat" errichten.

  • Hat hier die Schulung, die Hr. Gauck sich wünschte, versagt? Sollen die vermutlichen Täter eine 2. Chance zur Wiederholung ihrer Taten erhalten bzw. gaben Sie den Opfern auch eine Chance? Es ist für deutsche Politiker, Experten und Juristen sehr virel wichtiger sich um die Täter zu kümmern als um die Opfer. Die Opfer sind selber Schuld wohl nach deren Meinung!!!!!

  • Vielleicht sollte man den "anderen Staaten" auch einfach einen Kostenvorschuss zahlen, damit diese "Vögel" ausgewiesen werden können. Ist wohl günstiger als diese hier zu behalten.
    Ob die dann in der "Wüste" landen ist mir egal - wer unsere Gastfreundschaft, die Gesetze nicht akzeptiert und die Gesellschaft und Religion nicht toleriert hat hier nichts verloren

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