Alexander Gauland
AfD-Vize rechtfertigt Pegida mit Paris-Terror

Als die AfD eine Geiselnahme in Sydney als Rechtfertigung für Pegida heranzog, war die Empörung groß. Jetzt legt die rechtskonservative Partei nach – und nimmt Bezug zum Terroranschlag in Paris.
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BerlinDie Alternative für Deutschland (AfD) benutzt erneut einen mutmaßlich islamistisch motivierten Terrorakt als Rechtfertigung für die Anti-Islam-Bewegung Pegida. Nachdem Konrad Adam, einer der drei AfD-Vorsitzenden der rechtspopulistischen Partei, die Geiselnahme im australischen Sydney im Dezember dafür herangezogen hatte, die Anliegen der „Pegida“-Bewegung zu verteidigen, nimmt nun AfD-Vize Alexander Gauland Bezug zum Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ mit mindestens zwölf Toten.

Das „Massaker von Paris“ zeige, wie „fragil und schutzbedürftig“ die Grundwerte unserer Gesellschaft seien. „All diejenigen, die bisher die Sorgen vieler Menschen vor einer drohenden Gefahr durch den Islamismus ignoriert oder verlacht haben, werden durch diese Bluttat Lügen gestraft“, sagte Gauland. Vor diesem Hintergrund erhielten die Forderungen von Pegida besondere Aktualität und Gewicht, fügte der Chef der AfD-Fraktion im Potsdamer Landtag hinzu. „Die Altparteien sollten sich sehr gut überlegen, ob sie bei ihrer Haltung, die Menschen von Pegida weiterhin zu diffamieren, bleiben wollen.“

Die Dresdner Pegida-Bewegung wertete die Terrorattacke ebenfalls als Bestätigung für ihre These vor einer angeblich drohenden Islamisierung Europas. „Die Islamisten, vor denen Pegida seit nunmehr 12 Wochen warnt, haben heute in Frankreich gezeigt, dass sie eben nicht demokratiefähig sind, sondern auf Gewalt und Tod als Lösung setzen! Unsere Politiker wollen uns aber das Gegenteil glauben machen“, hieß es am Mittwochabend auf der Facebook-Seite der Bewegung.

Die Bewegung der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ rief für den kommenden Montag zu einer weitere Demonstration in Dresden auf. Die Teilnehmer des „12. Großen Abendspaziergangs“ sollten mit Trauerflor für die Terroropfer von Paris erscheinen.

Bei dem Anschlag auf das Magazin in Paris waren am Mittwoch mindestens zwölf Menschen getötet worden. Die Täter schossen unter anderem mit einer Kalaschnikow in den Redaktionsräumen um sich.

Der Anschlag löste international Bestürzung aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einer abscheulichen Tat. Der Angriff richte sich nicht nur gegen die innere Sicherheit Frankreichs, sondern auch gegen die Meinungsfreiheit und sei durch nichts zu rechtfertigen. Der britische Premierminister David Cameron bezeichnete den Anschlag als barbarisch und erklärte, Großbritannien lehne jegliche Form von Terrorismus ab. Ähnlich äußerte sich Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sicherte Frankreich Unterstützung zu. US-Präsident Barack Obama sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Die Regierung in Washington sei bereit, bei der Aufklärung der Tat zu helfen. Der russische Präsident Wladimir Putin betonte, Terrorismus sei durch nichts zu rechtfertigen. Auch die Arabische Liga verurteilte das Attentat.

Kommentare zu " Alexander Gauland: AfD-Vize rechtfertigt Pegida mit Paris-Terror"

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  • Gauland ist der Steigbügelhalter der NPD.

  • Frau Merkel wird auch bei einem nächsten Anschlag mit noch mehr Toten ihr bedauern ausdrücken und den Anschlag verurteilen, Herr Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU)wird immer wieder in Nibelungentreue zur Kanzlerin versuchen zu beschwichtigen. Alle etablierten Parteien werden wieder Beileidsbekundungen aussprechen. Was aber werden all diejenigen machen wenn es um ihren Hals oder Allerwertesten geht?
    Träumt weiter den Traum vom friedlichen Muslim.

  • - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) warnte nach dem Anschlag vor Angstmache in Deutschland. -

    Der Innenminister ist gestern wieder aufgetaucht. Wochenlang hatte man nichts von ihm gehört, ich nahm an, er sei in geheimer Aktion in Nordafrika unterwegs um Bauplätze für die Schleuser-Organisationen zu inspizieren und die Abfahrtsstellen zu markieren.

    Wahrscheinlich war er aber nur in Urlaub.

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