Alfa und die Landtagswahlen: Luckes Rezepte gegen „Muttis Einheitsbrei“

Alfa und die Landtagswahlen
Luckes Rezepte gegen „Muttis Einheitsbrei“

Bernd Lucke steht vor einer Bewährungsprobe. Mit seiner neuen Partei Alfa will er bei den Landtagswahlen erste Erfolge einfahren. Die Chancen dafür sind gering – trotz populärer Themen und eines provokanten Wahlspots.

BerlinDer frühere AfD-Chef Bernd Lucke versucht, in der politischen Landschaft wieder Fuß zu fassen. Doch das Wählerinteresse an seiner neuen Partei Alfa ist denkbar gering. Forsa-Chef Manfred Güllner spricht schon von einer Totgeburt. Doch Lucke schreckt das nicht – im Gegenteil.

Der Gründer der Alternative für Deutschland will nun in die Vollen gehen. In Berlin präsentiert Lucke das, was die AfD ihren Anhängern noch schuldig ist – ein Parteiprogramm. Damit schafft er für seine neue Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch ein inhaltliches Fundament. Lucke greift dabei auf Themen wie die Euro-Krisenpolitik zurück, mit denen er einst die AfD auf die Erfolgsspur führte. Für die Wählerschaft dürfte das Parteiprogramm jedoch nicht besonders relevant sein. Die Erfahrung zeigt, dass Parteiprogramme vor allem den eigenen Mitgliedern als Leitplanken dienen.

Viele Wähler schielen allenfalls auf tagespolitische Positionierungen. Und selbst dann tun sie sich mit der Festlegung auf eine Partei schwer. Laut einer jüngst veröffentlichten Forsa-Umfrage stieg der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen um einen Punkt auf 35 Prozent. Bitter für Lucke ist zudem, dass seiner Ex-Partei AfD bei den drei Landtagswahlen im März in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zweistellige Ergebnisse zugetraut werden, während Alfa in den Meinungsumfragen gar nicht auftaucht.

Mit miesen Umfragewerten wollen sich Lucke und seine Mitstreiter Hans-Olaf Henkel und Ulrike Trebesius heute nicht aufhalten. Die drei Europaparlamentarier stellen ihre Partei lieber als eine Wahlalternative dar, die weit mehr zu bieten hat, als nur eine ökonomische Perspektive. Und vor allem weit mehr als die AfD. „Wir sind die anständige und vernünftige Alternative“, sagt Henkel. Und: „Die AfD ist ein Monster.“

Mit solchen Beschimpfungen wird die Alfa-Partei jedoch kaum Wähler auf ihre Seite ziehen. Auch mit seinen Themen macht Lucke es den Wählern nicht unbedingt leichter bei der Entscheidungsfindung. Die Partei besitzt kein klares Alleinstellungsmerkmal, was sie deutlich von anderen Parteien unterscheiden würde und was Wähler anlocken könnte. Allein mit Kritik an der Euro-Rettung lässt sich in diesen Tagen keine Wahl gewinnen.

Lucke ist sich dessen bewusst. Und er weiß auch, dass die Flüchtlingskrise und ihre Folgen derzeit das alles bestimmende Thema ist. Also versucht er hier zu punkten. Lucke schlägt vor, die Versorgung von Flüchtlingen in Europa mit Geldern aus dem EU-Haushalt zu finanzieren. Dadurch könnten auch Staaten, die bisher wenig Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen zeigen, gezwungen werden, einen Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten, ist er überzeugt.

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