Alle Erwachsenen sollen monatlich 163 Euro zahlen
Arbeitgeber legen eigenes Gesundheits-Modell vor

Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) hat ein eigenes Modell für eine Gesundheitsprämie ventwickelt. Das ähnelt zwar dem der CDU, doch gibt es zwei große Unterschiede.

HB BERLIN. Der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, plädierte in Berlin für eine Gesundheitsprämie, wie sie die CDU vorgeschlagen hat. CDU-Vorschläge für einen Sozialausgleich über höhere Einkommensteuer, Mehrwertsteuer oder Solidarzuschlag lehnte er jedoch ab.

Hundt wandte sich auch gegen die Pläne für eine Bürgerversicherung, wie sie von SPD und Grünen vorgelegt wurden. Dadurch würden die Krankheitskosten nicht von den Arbeitskosten entkoppelt, kritisierte er. Durch die Gesundheitsprämie sei dies möglich. So könnten die Personalzusatzkosten deutlich gesenkt werden.

Nach dem Finanzierungskonzept der BDA müssten alle Erwachsenen eine einheitliche Gesundheitsprämie von 163 Euro monatlich bezahlen. Der bisherige Arbeitgeberzuschuss zur gesetzlichen Krankenkasse soll den Bruttolöhnen zugeschlagen werden. Die Arbeitgeber seien „verbindlich“ dazu bereit, sagte Hundt.

Kinder blieben im BDA-Modell anders als beim CDU-Plan beitragsfrei mitversichert. Auch die Arbeitgeber sehen vor, Einkommensschwachen einen Zuschuss zur Verbilligung ihrer Krankenkassenprämie zu gewähren. Dieser soll vor allem aus Steuern auf die Auszahlung des Arbeitgeberanteils am Krankenkassenbeitrag finanziert werden. Zusammen mit heute schon gewährten Steuerhilfen ergebe dies einen Betrag von jährlich rund 20 Mrd. Euro, sagte Hundt. Dies reiche für den sozialen Ausgleich aus.

Für das CDU-Modell war je nach Berechnung ein Steuerausgleich von 25 bis 40 Mrd. Euro veranschlagt worden. Darin enthalten waren die Ausgaben für eine eigenständige Gesundheitsprämie für Kinder. Hundt sagte, die Umstellung der Krankenkassenfinanzierung ersetze keine Strukturreformen auf der Leistungsseite. Es müssten die gesetzlichen Hemmnisse für den Wettbewerb zwischen den Leistungserbringern und den Krankenkassen beseitigt werden. Außerdem führe kein Weg daran vorbei, den Versicherten mehr Eigenbeteiligung abzuverlangen.

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