"Allmähliche Belebung setzt sich fort"
Regierung senkt Wachstumsprognose

Wie erwartet hat die Bundesregierung die Wachstumsaussichten für dieses und das kommende Jahr nach unten korrigiert. Damit ist man in Berlin auf den Kurs der meisten Experten eingeschwenkt.

HB BERLIN. Das Wirtschaftswachstum dürfte in diesem Jahr bei 1,5 % und im kommenden Jahr bei 1,8 % liegen, erklärte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) am Freitag in Berlin. Bislang war die Regierung in ihren Haushaltsplanungen von 1,7 % Wachstum im laufenden Jahr ausgegangen.

„Die zunächst nur leichte wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland dürfte anfangs vor allem von außenwirtschaftlichen Impulsen in Folge einer sehr dynamischen Weltwirtschaft getragen sein“, sagte Clement. Die seit Mitte 2003 anhaltende allmähliche Belebung werde sich fortsetzen, an Dynamik und Breite gewinnen. Im weiteren Jahresverlauf sei zu erwarten, dass die Nachfragebelebung zunehmend auf die Binnenwirtschaft übergreift und die Investitionstätigkeit stärke.

Das Finanzministerium wollte die Folgen der neuen Wachstumsprognose für den Bundeshaushalt in diesem Jahr nicht kommentieren und verwies auf die Steuerschätzung Mitte Mai. In Regierungskreisen hieß es, die Prognose heiße nicht notwendigerweise, dass Deutschland auch 2005 die europäische Drei-Prozent-Defizitgrenze überschreiten werde.

Mit der leichten Zurücknahme ihrer Wachstumsprognosen folgt die Regierung den Einschätzungen der meisten Experten, wie zuletzt der sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute. Die Institute gingen in ihrer Frühjahrprognose von einem Wirtschaftswachstum von jeweils 1,5 % in diesem und im nächsten Jahr aus. Die deutsche Wirtschaft war überraschend mäßig ins Jahr 2004 gestartet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) veranschlagt das deutsche Wachstum auf 1,6 % in diesem und 1,9 % im nächsten Jahr. Damit liegt Deutschland in einer vermutlich kräftig um 4,6 % in diesem und 4,4 % im nächsten Jahr wachsenden Weltwirtschaft weit am Ende.

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