Allzweckwaffe
Das heimliche Regime der Familie zu Guttenberg

Für die meisten seiner Parteifreunde ist Karl Theodor zu Guttenberg eine Allzweckwaffe: Sie trauen ihm zu, irgendwann den Parteivorsitz zu übernehmen, bayerischer Ministerpräsident zu werden oder gar ins Bundeskanzleramt einzuziehen. Von seiner Aura profitiert vor allem seine Frau: Viele Deutsche sehen sie als geeignete Familienministerin.
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HB. Karl-Theodor zu Guttenberg, von Freunden nur liebevoll „KT“ genannt, hat eine politische Karriere hingelegt, die Durchschnittspolitiker schwindelig werden lässt und so makellos ist wie sein äußeres Erscheinungsbild. Bei „KT“ passt einfach alles. In seiner Partei, der CSU, ist der mit Abstand beliebteste Politiker des Landes nicht nur Hoffnungsträger, sondern längst Allzweckwaffe für höhere Ämter. Die meisten CSUler trauen ihm zu, irgendwann die Partei zu führen, das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten zu übernehmen und im Zweifel auch ins Bundeskanzleramt einzuziehen.

Von der Aura des ewig Siegreichen profitieren CSU und CDU zwar bisher in den Meinungsumfragen nicht, wohl aber seine Ehefrau. Nach einer Umfrage für das Magazin „Stern“ halten 44 Prozent der Deutschen Stephanie zu Guttenberg für eine geeignete Familienministerin. Besonders die Frauen (48 Prozent) würden es begrüßen, wenn sie das Amt von Kristina Schröder (CDU) übernähme. Bei den Männern fällt die Zustimmung mit 39 Prozent zwar etwas geringer aus, ist aber immer noch beachtlich. Ein Grund für ihre Popularität ist neben der Beliebtheit von „KT“ offenbar Stephanie zu Guttenbergs Auftritt in der neuen RTL-II-Serie „Tatort Internet“, in der der Sender Jagd auf potenzielle Sexualstraftäter macht. Die Familie zu Guttenberg hat das öffentliche Leben voll im Griff.

Sven Afhüppe
Sven Afhüppe
Handelsblatt / Chefredakteur

Kommentare zu " Allzweckwaffe: Das heimliche Regime der Familie zu Guttenberg"

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  • Wer wurde denn da gefragt? Die teilnahme in einer krawallsendung von rtl als befähigung zum
    ministeramt zu sehen. Mein lieber schwan! Armes deutschland. Wenn sie aber immer so betonartig frisiert sein sollte wie ihr mann, wie wärs dann als ministerin für verteidigung .Dann wäre das amt wenigstens wieder in der familie...und vielleicht wollen manche ja wieder eine Monachie!!!!!!!

  • Heute habe ich über die CSU nachgedacht. Heute habe ich auch über Franz Josef Strauß und die großen Zeiten der CSU nachgedacht. Und über Horst Seehofer, der die CSU zu einem normalen und fast lächerlich wirkenden Landesverband der Merkel-CDU degradiert hat. Und über K.T. zu Guttenberg. Und über Markus Söder, der mal Generalsekretär der CSU war. Frage an die CSU: Warum stellt ihr bayern EURE besten Leute in die Zweite Reihe und die politische Dauerniete Seehofer in die erste? Der gute Franz Josef sieht sicherlich von oben zu und schüttelt mit dem Kopf. Doch Horst Seehofer spuckt Franz Josef Strauß in die Suppe. Er hat keinen blassen Schimmer, wie der bayrische Löwe wieder Löwengebrüll bekommt, statt Mieze-katzen-Miaen. ist das wirklich so schwer? Markus Söder als bayerischer Ministerpräsident und Karl-Theodor zu Guttenberg CSU-Chef.....manches in der CSU käme dann wieder ins Gleichgewicht. Die CSU hätte erneut Traumergebnisse "weit jenseits von über 50 Prozent" und die sozialdemokratisierte Merkel-CSU endlich wieder ein konservatis Korrektiv. Das geht aber nur, wenn Seehofer abtaucht. Hoffentlich bald.

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