Als erste Betriebskrankenkasse startet die Bahn-BKK eine Produktoffensive
Versicherten winken bei vielen Kassen Boni und Rabatte

Die Gesundheitsreform macht’s möglich. Ab 1. Januar können viele der 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten mit „Sonderangeboten“ ihrer Kasse für private Zusatzversicherungen, Rabatte und Zuzahlungsbefreiungen rechnen. Nach Barmer, DAK, TK und Kaufmännischer Krankenkasse (KKH) hat nun auch die Bahn-BKK als erste Betriebskrankenkasse eine „Produktoffensive“ gestartet.

pt BERLIN. Wie das Handelsblatt aus Kassenkreisen erfuhr, will die im Unterschied zu vielen anderen Kassen schuldenfreie Bahn-BKK ihren Beitragssatz zum 1. Januar zwar zunächst nur von 14,5 auf 14,2 % senken. Weitere Beitragssenkungen sollen erst folgen, wenn die Gesundheitsreform die erhofften Einsparungen bringt. Doch will das mit 650 000 Versicherten zu den Großen seiner Kassenart zählende Unternehmen die Kunden mit einer Reihe von Boni und Rabatten enger an sich binden.

So hat es als erste BKK für seine Mitglieder mit einem namhaften Versicherungsunternehmen – es soll die einstmals für Bahnbeschäftigte gegründete DEVK sein – 20 Prozent Rabatt auf private Zusatzversicherungen für Sehhilfen, Zahnersatz, Sterbegeld, Auslandskrankenversicherung, Chefarztbehandlung und naturheilkundliche Therapien ausgehandelt. Ähnliche Angebote haben bislang nur die großen Ersatzkassen angekündigt.

Teenagern, die an speziellen Vorsorgeuntersuchungen für Jugendliche teilnehmen, verspricht die Kasse ab Januar ein kostenloses Fitnesswochenende ihrer Wahl, etwa auf einem Reiterhof oder in einem Tenniscamp. "Bargeld lacht": Nach dieser Devise erhalten erwachsene Mitglieder, die innerhalb von fünf Jahren drei „Gesundheits-Check– Ups“ absolvieren 200 Euro. Die kostenlos mitversicherte Ehefrau muss sich allerdings mit 100 Euro begnügen. Für Rentner, die das „Deutsche Sportabzeichen“ machen und an Präventionskursen teilnehmen, gibt es einen Zuschuss von 50 % für einen einwöchigen Wellness-Urlaub. Außerdem werden chronisch Kranke wie Diabetiker, die sich in ein speziellen Behandlungsprogramm einschreiben, von Zuzahlungen befreit.

Mit der Fitness-Company, einer bundesweiten Studiokette, hat die BKK Rabatte für ihre Mitglieder ausgehandelt. Manager können zu Sonderpreisen in einer der Kliniken der Vitalis-GmbH Fitness tanken. Für Kleinunternehmen bis 30 Beschäftigte bietet die Kasse seit Mai 2002 einen besonderen Service. Sie können sich gegen das Risiko der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall absichern lassen. Auch hier sinkt der Beitrag zum 1. Januar von 2,4 auf 2,6 %.

Nicht im Angebot der Bahn-BKK sind allerdings Selbstbehalttarife und Beitragsrückerstattungen für freiwillig Versicherte. Die gibt es bislang nur bei den Ersatzkassen. So sparen freiwillig Barmer-Versicherte ab Januar 250 Euro Beitrag im Jahr, wenn sie bereit sind 320 Euro ihrer Behandlungskosten aus eigener Tasche zu zahlen. Die KKH bietet bis zu 600 Euro Beitragsersparnis im Tausch gegen einen Selbstbehalt von 750 Euro pro Jahr.

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