0 Bewertungen
11.04.2008 
Rente

Altbundespräsident Herzog warnt vor „Rentner-Demokratie“

Angesichts der außerplanmäßig beschlossenen Rentenerhöhung hat Alt-Bundespräsident Roman Herzog vor einer „Rentnerdemokratie“ gewarnt. Es drohe die Ausplünderung der Jugend durch die Älteren.

Die Älteren bitten die Jüngeren immer stärker zur Kasse, findet Altbundespräsident Roman Herzog. Foto: dpaLupe

Die Älteren bitten die Jüngeren immer stärker zur Kasse, findet Altbundespräsident Roman Herzog. Foto: dpa

HB BERLIN. Das frühere Staatsoberhaupt sagte der „Bild“-Zeitung: „Ich fürchte, wir sehen gerade die Vorboten einer Rentnerdemokratie: Die Älteren werden immer mehr, und alle Parteien nehmen überproportional Rücksicht auf sie. Das könnte am Ende in die Richtung gehen, dass die Älteren die Jüngeren ausplündern.“

Herzog, der auch Präsident des Bundesverfassungsgerichts war, hält die jetzt beschlossene Rentenerhöhung zwar für verfassungsgemäß, weil die Kaufkraft der Renten seit Jahren nicht angestiegen sei. Eine anhaltende Übervorteilung der Jüngeren könne gleichwohl grundgesetzwidrig sein.

„Wenn die Älteren die Jüngeren immer stärker zur Kasse bitten, würde die Staatsquote wachsen. Und ich gehe davon aus, dass ab einem gewissen Punkt eine hohe Staatsquote durchaus verfassungswidrig ist“, sagte Herzog. Die Chancen, dass die jetzt ausgefallene Rentendämpfung nach 2011 tatsächlich nachgeholt werde, schätzt Herzog auf „50 zu 50“.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Finanzkrise: Nationale Notprogramme

    Finanzkrise: Nationale Notprogramme

    Der Vertrauensverlust in der internationalen Finanzwirtschaft zwingt die Politik zu umfangreichen Rettungsaktionen: Mit einem in der deutschen Nachkriegsgeschichte beispiellosen Rettungspaket in Höhe von 470 Milliarden Euro will die Bundesregierung die einheimische Fi...Bildergalerie 

  • Wie die Eurogruppe auf die Finanzkrise ...

    Wie die Eurogruppe auf die Finanzkrise reagiert

    Die 15 Staaten der Eurogruppe einigten sich am Wochenende auf gemeinsame Schritte, die zur Bewältigung der Finanzkrise von den Einzelstaaten umgesetzt werden sollen. Welche das sind, lesen Sie hier.Bildergalerie 

  • Jörg Haider: Die Ikone der Rechten

    Jörg Haider: Die Ikone der Rechten

    Eben haben sie noch ihren Wahlerfolg gefeiert, jetzt herrscht tiefe Trauer: Mit dem plötzlichen Unfalltod von Jörg Haider hat Österreichs Rechte ihre Führungsfigur verloren. Der Rechtpopulist war einer der schillerndsten und umstrittensten Politiker Europas. Das Leben ...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Wer soll vom Rettungspaket Gebrauch machen?  Artikel in Merkliste

13.10.2008, 11:21 Uhr von Frank M. Drost

Nun hat das deutsche Rettungspaket für die Finanzbranche also einen Namen: „Finanzmarkstabilisierungsfonds“ hat die Regierung den Plan getauft, in dem die finanziellen Hilfen in Höhe von 470 Mrd. Euro gebündelt sind und der im parlamentarischen Schweinsgalopp noch in dieser Woche verabschiedet werden soll. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Bankenerblastfonds  Artikel in Merkliste

13.10.2008, 18:17 Uhr von Thomas Hanke

Eine gigantische Summe, die der Bund da ins Schaufenster gelegt hat. Möglicherweise wird nur ein Bruchteil davon zahlungswirksam. Mit Sonderfonds hat die Bundesrepublik jedenfalls schon einige Überraschungen erlebt. Kommentar