Alternative Antriebe
Elektroautos sollen Klima retten

Die Bundesregierung will die Entwicklung von Elektroautos voranbringen - mit neuen Subventionen. Bis 2020 sollen so rund eine Million Elektro- und Hybridfahrzeuge in den Städten fahren. Doch nach wie vor fehlt es an guten Batterien.

BERLIN. Das geht aus dem "nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" hervor, den die Bundesministerien für Verkehr, Umwelt, Wirtschaft und Forschung morgen gemeinsam vorstellen wollen. Die Regierung will die Förderung "bündeln und erhöhen, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken", wie es in dem Papier heißt. Allerdings diskutieren die Ministerin noch darüber, wie stark die Förderung erhöht werden soll. Konkret sei dies erst im Rahmen eines zweiten Konjunkturpaketes denkbar, heißt es. Von einem zweistelligen Millionenbetrag ist die Rede. Auch die Industrie müsse sich beteiligen.

Ziel des Verkehrsministeriums ist es, dass bis 2020 eine Mio. Elektro- und Hybridfahrzeuge in den Städten fahren. Das Umweltministerium rechnet bis 2030 sogar mit fünf Millionen. "Bis 2050 soll der Verkehr in Städten überwiegend ohne fossile Brennstoffe fahren", heißt es in dem 16 Seiten umfassenden Plan, der noch in diesem Jahr vom Kabinett beschlossen werden soll. Derzeit ist der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeug verschwindend gering.

Einigkeit herrscht in der Regierung noch lange nicht. Die Ministerien investieren bereits in die Erforschung von alternativen Antriebstechniken. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee favorisiert den Wasserstoffantrieb. Umweltminister Sigmar Gabriel setzt dagegen auf Elektoantrieb. Diese Woche trifft er sich mit Vertretern von BMW und Vattenfall. BMW hatte auf der Automesse "Los Angeles Auto Show" den ersten Elektro-Mini präsentiert. Er soll jetzt in der Praxis getestet werden.

Elektromobilität sei ein wichtiger Baustein, um weniger abhängig von Erdöl zu sein, heißt es in dem Plan. Durch die Nutzung regenerativer Energiequellen könnten die Emission "erheblich verringert werden". Darauf setzt Gabriel.

Kritik kommt vom Wirtschaftsministerium: "Mit der Markteinführung der Elektrofahrzeuge wird sich auch der Stromverbrauch erhöhen", sagte die parlamentarische Staatssekretärin, Dagmar Wöhrl dem Handelsblatt. "Unabhängig davon, ob dieser Mehrbedarf ausschließlich über erneuerbare Energien gedeckt werden soll, bin ich der Ansicht, dass wir auf einen breiten Strommix nach wie vor nicht verzichten können."

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