Alternative für Deutschland
AfD-Gründer Lucke watscht seine Ex-Partei ab

„Inhuman“ und „unmenschlich“ – mit scharfen Worten tadelt Bernd Lucke die AfD. Die Partei hatte den Schusswaffeneinsatz an der Grenze gefordert. Seiner Nachfolgerin Frauke Petry macht Lucke schwere Vorwürfe.

Augsburg, BerlinNach den Äußerungen zum Schusswaffeneinsatz an den Grenzen hat AfD-Mitgründer Bernd Lucke seiner früheren Partei Ausländerfeindlichkeit vorgeworfen. „Der Umgang der AfD mit Flüchtlingen ist inhuman, unmenschlich und nicht zu ertragen“, sagte Lucke der „Augsburger Allgemeinen“.

Die rechtspopulistische Partei „verfolgt in der Flüchtlingskrise eine hässliche Politik, sie will die Leute nicht in Deutschland haben“, fügte der Europaabgeordnete hinzu.

Lucke, der nach seinem AfD-Austritt die Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa) gegründet hatte, sagte dem Blatt, er leide unter dem Rechtsruck der AfD. Er habe „diese Radikalisierung auch nicht erwartet“. Für den Rechtsruck machte Lucke seine früheren Weggefährten Frauke Petry und Alexander Gauland verantwortlich: „Sie haben dieser Radikalisierung keinen Einhalt geboten, sondern sie auch noch befördert.“

Petry hatte dem „Mannheimer Morgen“ gesagt, Polizisten müssten illegalen Grenzübertritt von Flüchtlingen verhindern, „notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz“. Ihre Stellvertreterin Beatrix von Storch pflichtete ihr bei. Dies stieß bei den anderen Parteien auf Empörung. Petry ruderte später etwas zurück.

Auch führende AfD-Mitglieder hatten ihre Parteichefin kritisiert, darunter Co-Chef Jörg Meuthen und Parteivize Alexander Gauland. Am Dienstagmorgen sollte der AfD-Vorstand angeblich in einer geheimen Telefonkonferenz über Konsequenzen beraten.

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