Alternative für Deutschland
AfD in der Höcke-Falle

Björn Höcke war beim AfD-Bundesparteitag der heimliche Star – obwohl er im Bund keine Funktion innehat. Doch die Parteibasis fasste einen Beschluss, der dem Asyl-Hardliner aus Thüringen den Aufstieg ermöglichen könnte.

BerlinBjörn Höcke braucht keine Tagesordnung, die ihm auf einem Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) ein Rederecht einräumt. Auf dem Delegiertentreffen der AfD am Wochenende in Hannover konnte man eindrucksvoll beobachten, wie das System Höcke inzwischen funktioniert.

Kaum hatte der AfD-Landtagsfraktionschef das Congress Centrum in der niedersächsischen Landeshauptstadt betreten, gehörte ihm die Aufmerksamkeit der Parteibasis. Dagegen konnte Frauke Petry, die Bundesparteivorsitzende, fortan fast unbemerkt durch die Halle wandeln.

Mit Petry hatte Höcke kürzlich noch einen Burgfrieden geschlossen. Vorausgegangen war ein scharfer Rüffel von Petry und ihrem Mit-Vorsitzenden Jörg Meuthen gegen Höcke, nachdem dieser im ARD-Talk von Günther Jauch eine Deutschlandfahne über seinen Stuhl legte und mit derber Rhetorik gegen Flüchtlinge zu Felde zog.

Nach dem Ordnungsruf der Parteispitze hielt sich Höcke zurück. Beim Parteitag drehte er dann aber wieder auf: „Wenn wir den Asylorkan jetzt nicht kontrollieren, dann werden wir in eine Phase des Staatsverfalls einmünden“, donnerte er in die Mikrofone der Journalisten. Petry war da schon längst im Pulk der Delegierten verschwunden.

Mit seinem Auftritt in Hannover bestätigte Höcke einmal mehr seinen Anspruch, Wortführer einer Gruppe rechter AfD-Mitglieder zu sein. Dazu zählen die Landeschefs von Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Alexander Gauland und André Poggenburg. Beide gehören dem Bundesvorstand der Partei an – Gauland als Parteivize, Poggenburg als Beisitzer.

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