Alternative für Deutschland
AfD-Landeschef Höcke erhält Morddrohungen

Woche für Woche geht Björn Höcke gegen Merkels Flüchtlingspolitik auf die Straße. Die Kundgebungen des Thüringer AfD-Chefs ziehen Tausende Menschen an. Darunter sind aber nicht nur Befürworter seines Anti-Asyl-Kurses.

BerlinDer wegen seiner Äußerungen in der Flüchtlingsdebatte umstrittene Fraktionschef der Alternative für Deutschland (AfD) in Thüringen, Björn Höcke, erhält Morddrohungen. Es gebe eine „massive Bedrohungslage“ erfuhr das Handelsblatt aus Fraktionskreisen. Höcke erhalte die Drohungen per E-Mail und über Facebook.

Wie es in den Kreisen weiter hieß, habe Höcke deshalb am Mittwochabend bei der Kundgebung der AfD in Erfurt gegen die Asylpolitik unter "besonderem" Polizeischutz gestanden. Weder die Landespolizeidirektion noch das Landeskriminalamt in Erfurt wollten zu möglichen Schutzmaßnahmen eine Stellungnahme abgeben. Höcke trug nach eigenen Angaben bei der Veranstaltung eine schusssichere Weste. Auf seiner Facebook-Seite teilte er dazu mit: „Ich stehe nun zum ersten Mal in meinem Leben mit einer schusssicheren Weste auf einer Bühne, Ihr wisst was das heißt.“

Innerhalb der AfD profiliert sich beim Asyl-Thema besonders Höcke. In Erfurt nahmen zuletzt auch zahlreiche Neonazis an den von seinem Landesverband organisierten Mittwochsdemonstrationen gegen die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teil.

Für Aufsehen sorgte Höcke am vergangenen Sonntagabend bei Günther Jauch in dessen ARD-Talk. In der Sendung behauptete der AfD-Mann, Deutschland würde sich mit den Flüchtlingen „sozialen Sprengstoff importieren“. Er sprach zudem von „3.000 Jahre Europa, 1.000 Jahre Deutschland“, die es zu schützen gilt und von blonden Frauen, die sich vor sexuellen Übergriffen fürchten – „die Angsträume für blonde Frauen werden größer“.

Nach der Jauch-Sendung ging die AfD-Bundesspitze auf Distanz zu Höcke. Parteichefin Frauke Petry sagte ihre Teilnahme an einer Kundgebung der Thüringer AfD in Erfurt ab und verband dies mit scharfer Kritik an Höcke. Sie fühle sich „ebenso wie die große Mehrheit der AfD-Mitglieder vom derzeitigen Stil des Auftretens des thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höckes nicht vertreten“, schrieb Petry gemeinsam mit ihrem Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen in einer Rundmail an die Mitglieder, die dem Handelsblatt vorliegt.

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AfD-Landeschef Höcke erhält Morddrohungen

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„Liebe Erfurter! Liebe Thüringer! Liebe Deutsche!“

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