„Alternative für Deutschland“
Anti-Euro-Partei versinkt im Formalien-Chaos

Die Formulierung harter Thesen fällt der neuen Anti-Euro-Partei leicht, schwer tun sich die Aktivisten mit der Tagesordnung ihres Gründungsparteitags. Sie verheddern sich in Formalien, dann aber lichtet sich das Chaos.
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BerlinDie eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) ist am Sonntag in Berlin zu ihrem Gründungsparteitag zusammengekommen. Nach einer stimmungsvollen Eröffnungsrede des Mitbegründers Konrad Adam sollte der Parteitag Fahrt aufnehmen, doch schon bei der Abarbeitung der Tagesordnung bremsen sich die Aktivisten selbst aus. Schon die Wahl des Tagungspräsidiums geriet zur ernsten Bewährungsprobe.

Die Partei, in der auch viele ehemalige CDU-Anhänger organisiert sind, fordert das Ende des Euro. Sie hält auch eine Rückkehr zur D-Mark für möglich. Um den Austritt aus der Eurozone zu erzwingen, soll Deutschland weitere Hilfskredite für Krisenländer verweigern. Die Alternative für Deutschland strebt den Einzug in den Bundestag an. Insgesamt hat die Gruppierung derzeit gut 7.000 Mitglieder.

Auf dem Parteitag will sich die Alternative für Deutschland auch von rechtsextremen und ausländerfeindlichen Positionen abgrenzen. Die NPD hat am Rande des Kongresses eine Kundgebung angekündigt.

Der Parteitag gestaltete sich zunächst zäh. Was die Delegierten, selbst die in der ersten Reihe, offenbar noch nicht verinnerlichten, ist der Umstand, dass ein Parteitag von vielen, teilweise langwierigen Abstimmungen dominiert wird. Dasselbe gilt für Änderungsanträge zur Geschäftsordnung. Will ein Delegierter eine Änderung durchsetzen, muss er seinen Antrag begründen. Das kann schriftlich oder mündlich geschehen. Daraufhin folgen eine Gegenrede und dann die Abstimmung. Mitunter gerät jedoch eine Gegenrede zu einem Statement. Am Ende ist damit nichts gewonnen, sondern es wurde vielmehr Zeit verloren, die der Parteitag mit seiner eng gesteckten Tagesordnung aber nicht hat.

Immer wieder meldet sich Bernd Lucke zu Wort, um helfend in das Formalien-Chaos einzugreifen und die rund 1.500 Kongressteilnehmer zu beruhigen. Lucke gilt als aussichtsreicher Kandidat für einen Sprecher-Posten in der Partei. Doch die Wahl des Parteivorstands entwickelt sich ebenfalls zu einem schwierigen Unterfangen, zumal zunächst von 30 Kandidaten die Rede ist und es darum geht, ob sich tatsächlich alle den Delegierten vorstellen sollen.

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Anti-Euro-Partei versinkt im Formalien-Chaos

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Stimmzettel-Probleme

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Viel Beifall für Partei-Frontmann Lucke

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  • Hab diese beiden links per Mail erhalten.
    Bild spielt tatsächlich mit der Angst der
    Menschen..
    http://www.bild.de/geld/wirtschaft/d-mark/was-waere-wenn-wir-morgen-wieder-die-d-mark-haetten-30015136.bild.html
    erzählt ihnen,das dann die Pizza für 8 Euro dann
    16 Mark kosten würde usw.
    passend dazu dieser link.
    http://www.merkur-online.de/lokales/schongau/altenstadt/viele-leute-klagen-vieles-heute-doppelt-teuer-2815961.html
    Kurz vor der Jahrtausendwende kosteten 2347 Liter Heizöl exakt 1020,25 Mark . Die im vergangenen Jahr eingetroffene Rechnung für 2127 Liter lautete auf 1872 Euro.
    Ingrid Schröcker hat da alte Rechnungen gefunden.
    Für 28 Liter (1,58 DM) musste sie damals knapp 44 Mark bezahlen - heute würde sie für die Tankfüllung in etwa die selbe Summe in Euro aufbringen müssen.
    „Ich muss immer noch daran denken, als der Schweinsbraten im Lokal noch für 4,60 oder fünf Mark zu haben war"
    Ja Ingrid-ich weiß das auch noch.
    Pizza 16.50..tzzzzzzz
    die Blöd arbeitet für Merkel mit allen Mitteln.

  • Endlich eine Wahlalternative, die geeignet ist, die, die bisherigen eher syntetischen Wahlen, zu einer echten Wahl zu machen.

  • Die AfD hat bis heute kein deutsches Recht gebeugt, sie hat nicht gegen die EU-Gesetzgebung verstoßen, sie hat nicht die EU-Bürokratie und EU-Diktatur gefördert, sie hat nicht die deutschen Bürger pflichtverbürgt etc. Alles das stammt von den deutschen Altparteien und ohne Einwilligung der Bürger. Da kann man doch nur die AfD wählen, oder sollte man den Betrügern die Stimme schenken? Nein, niemals.

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