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„Alternative für Deutschland“: Berliner Freie Wähler wechseln zur Anti-Euro-Partei

Große Teile des Berliner Landesverbandes der Freien Wähler wechseln zur Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland". Dort seien die Positionen klarer. Zudem belasten interne Querelen den Chef der Freien Wähler.

Bernd Lucke ist das Gesicht des Bündnisses „Alternative für Deutschland“. Quelle: dpa
Bernd Lucke ist das Gesicht des Bündnisses „Alternative für Deutschland“. Quelle: dpa

Die Euro-Kritiker um den Hamburger Professor Bernd Lucke bekommen Zuwachs. Per Pressemitteilung gab die „Alternative für Deutschland" bekannt, dass große Teile des Berliner Landesverbandes der Freien Wähler der neu gegründeten Partei beitreten. Dazu zählt auch der bisherige Landesvorsitzende Christian Schmidt. „Diese Entscheidung ist uns allen nicht leicht gefallen. Wir haben in den vergangenen vier Jahren mit viel persönlichem Einsatz Aufbauarbeit in Berlin geleistet“, wird Schmidt zitiert.

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Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

  • Zukunft des Euro

    Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)

  • Neue Währungen

    Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

  • Europäische Verträge

    Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

  • Austrittsrecht

    Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

  • Lasten für den Steuerzahler

    Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

  • Schuldenschnitte

    Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

  • EZB-Politik

    Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Viele engagierte Mitglieder seien vor gut einem Jahr aus Sorge um eine „falsche Europolitik“ den Freien Wählern beigetreten. Schmidt selbst habe auf eine Zusammenarbeit von Freien Wählern und der Alternative für Deutschland gedrängt. Die Spitze der Freien Wähler, die ihren Ursprung in Bayern haben, sei darauf nicht eingegangen.

„Mir und den meisten unserer Berliner Mitglieder geht es vor allem um die Sache, und so war ein Übertritt als Konsequenz dann unvermeidlich", sagt Schmidt. Die Freien Wähler sind zwar auch eher euroskeptisch eingestellt, in ihren Positionen aber deutlich zurückhaltender als die sogenannte Alternative für Deutschland, die die Gemeinschaftswährung für gescheitert ansieht und eine Rückkehr zur D-Mark fordert.

„Alternative für Deutschland“ Bereits 5000 Mitglieder für Anti-Euro-Partei

Die Partei fordert unter anderem eine Auflösung der Euro-Zone.

Die Freien Wähler, die auch bei der Bundestagswahl im Herbst antreten, müssen derzeit mit nicht enden wollenden internen Querelen kämpfen. Nach dem Rückzieher des Adenauer-Enkels Stephan Werhahn ist der Parteichef Hubert Aiwanger gestern mit Rücktrittsforderungen konfrontiert worden. Der Landesvorstand der Freien Wähler im Saarland startete am Donnerstag eine Rebellion gegen den Bundesvorsitzenden und verlangte den sofortigen Rückzug Aiwangers. „"Hubert muss weg!" ist die Forderung des Landesvorstandes Saarland“, sagte der Landesvorsitzende Bernd Richter. Werhahn habe in seiner Abschieds-Mail „diktatorische Führungsverhältnisse wie in Kuba“ beanstandet.

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“

  • Parteigründer

    Zu den Gründern der Partei gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

  • Nein zum Euro

    Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

  • Bundestagswahl

    Zur Bundestagswahl im September ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Bei der Europawahl im Mai 2014 erzielte sie 7 Prozent und zog mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament ein.

Aiwanger erwiderte, der Saarländer sei als „notorischer Streithansl“ bekannt: „Der gilt bei seinen Mitgliedern als Querulant.“ Es gebe im Saarland bereits einen Antrag auf Abwahl Richters bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Nachdem er sich medienwirksam für die noch junge Partei aus Bayern hatte aufstellen lassen, will Werhahn nun zur CDU zurückkehren.

Die Alternative für Deutschland umwirbt die Freien Wähler schon seit geraumer Zeit. Parteichef Bernd Lucke bekräftigte die Aufforderung erneut. „Wir begrüßen den Übertritt als Konsolidierung der euroskeptischen Kräfte in Deutschland“, erklärt Bernd Lucke.

210 Kommentare

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  • 29.03.2013, 13:27 UhrMuldrich

    Das ist erst der Anfang. Die "Alternative für Deutschland" hat riesige Reserven in der Wählergunst. Bis September könnten sich zum bösen Erwachen der Altparteien viele Millionen Bürger umorientieren, denn bisher hatten sie diese Möglichkeit nicht. Ich bim vom Programm der neuen Partei überzeugt. Dahinter stehen sehr viele kluge Köpfe aus unserer Gesellschaft. Die Politik darf unser fleißiges Land nicht mehr ausverkaufen und sich für Pleiteländer in Geiselhaft nehmen lassen. Viel Glück der "Alternative"!

  • 29.03.2013, 13:31 UhrPro-Europa

    Die Rückkehr zur D-Mark bringt niemandem in Deutschland ein Vorteil!

  • 29.03.2013, 13:37 UhrCDU-Mann

    @Muldrich

    Die Alternative geht doch nur mit der Angst der Bundesbürger auf Stimmenfang. Das ist Populismus pur! Oder glauben Sie das Henkel und Co. den "kleinen" Bürger schützen wollen. Nee, denen geht es auch nur um Macht und gegen Merkel und Co.

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