Alternative für Deutschland
Congress Hotel in Hannover sperrt AfD aus

Die AfD erwartet zu ihrem Parteitag in Hannover rund 600 Delegierte. Einige müssen sich eine neue Übernachtungsmöglichkeit suchen. Ein Hotel hat sämtliche Buchungen der Partei storniert – aus Sicherheitsgründen.

BerlinDer Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) steht unter keinem guten Stern. Das Congress Hotel am Stadtpark in Hannover hat die reservierten Zimmer von AfD-Mitgliedern storniert. Als Grund nannte das Hotel auf seiner Facebook-Seite die Dimension einer angekündigten Demonstration gegen das Delegiertentreffen, wodurch die Sicherheit aller Gäste und der Hotelmitarbeiter sowie der reibungslose Hotelbetrieb am kommenden Wochenende nicht mehr gewährleistet sein könnte.

Nach Angaben der Polizei in Hannover hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine Demonstration gegen den Parteitag mit etwa 600 Delegierten angemeldet. Zu der Kundgebung am benachbarten sowie direkt angebundenen Hannover Congress Centrum werden demnach rund 5.000 Teilnehmer erwartet. „Konfrontationen können hierdurch nicht ausgeschlossen werden. Diese möchten wir gerne, soweit es geht, vom Hotel fern halten. Im Sinne aller Gäste, der Besucher der AfD-Veranstaltung und unserer Mitarbeiter“, schreibt das Hotel. Es gehe bei dieser Vorgehensweise „ausdrücklich um den Schutz aller beteiligten Personen, nicht aber um eine politische Aussage“.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben die Zimmerbuchungen, welche im zeitlichen Rahmen des Bekanntwerdens des...

Posted by Congress Hotel am Stadtpark Hannover on Dienstag, 24. November 2015

In der AfD stößt der Vorgang auf scharfe Kritik. Der Co-Bundesvorsitzende der Partei, Jörg Meuthen, äußerte jedoch zugleich Verständnis für das Vorgehen des Hotels. „Rein betriebswirtschaftlich betrachtet ist die Entscheidung des Hotels in dem künstlich geschaffenen politischen Umfeld leider sogar in gewisser Weise nachvollziehbar“, sagte Meuthen dem Handelsblatt. „Es ist das gleiche Muster, nach dem immer mehr gastronomische Betriebe, die uns für unsere Veranstaltungen und nun hier sogar nur für simple Übernachtungen zu beherbergen ursprünglich bereit sind, dafür in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht werden.“

Gleichwohl nannte es Meuthen „erschütternd und einer Demokratie unwürdig, dass dies offenkundig inzwischen mit stark steigender Tendenz von nicht wenigen unserer politischen Gegner als Mittel des politischen Kampfes gegen die AfD eingesetzt wird“. Es könne mit deren Sachargumenten nicht weit her sein, wenn man meine, seine Partei derart bekämpfen zu müssen, fügte der Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Baden-Württemberg hinzu. „Das ist ein Trauerspiel.“

Eine Polizeisprecherin sagte dem Handelsblatt, man sei „mit angemessenen Kräften im Einsatz“, um die Sicherheit zu gewährleisten. Bisher gebe es „keinen Hinweis auf Störungen“. Ursprünglich war das Parteitreffen in Kassel geplant. Die Geschäftsführung des Kasseler Kongress Palais habe jedoch ihr Angebot für die zweitägige Veranstaltung überraschend Mitte Oktober ohne Angabe von Gründen zurückgezogen, hatte Parteisprecher Christian Lüth dazu erklärt.

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