„Alternative für Deutschland“: Die Stunde der Euro-Scharfmacher

„Alternative für Deutschland“
Die Stunde der Euro-Scharfmacher

Bisher blieb die Kritik der Euro-Gegner fast wirkungslos. Das könnte sich nun ändern: In Berlin gründete sich die erste Anti-Euro-Partei. Mit viel Tam-Tam macht sie klar, wohin die Reise gehen soll – in den Bundestag.

BerlinDer Versammlungsort ist geschickt gewählt. Unweit der CDU-Zentrale hat sich „Alternative für Deutschland“ (AfD) mit ihren rund 1.500 Delegierten im Berliner Luxushotel Intercontinental zusammengefunden, um sich offiziell zu gründen – und damit ein klares Zeichen gegen die Euro-Politik der Bundesregierung zu setzen.

Die erste deutsche Anti-Euro-Partei versteht sich ausdrücklich als Antwort auf die Rettungspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), wie der Wortführer der Partei, der Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke, unter dem Jubel der Kongressteilnehmer deutlich macht. „Nichts ist in der Politik unumkehrbar, der Euro schon gar nicht“, sagt er in Anspielung auf Merkels Ausspruch im März 2010, als sie die Rettung Griechenlands als „alternativlos“ bezeichnete. Der Euro sei vielmehr ein „historischer Fehler“ gewesen.

Und noch einen bedeutungsschwangeren Satz der Kanzlerin spießt Lucke auf. „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“, erklärte Merkel einst. Lucke widerspricht und gibt zur großen Freude der Delegierten dem Satz einen neuen Dreh: „Wenn der Euro scheitert, dann scheitern Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, Rainer Brüderle, Peer Steinbrück, Jürgen Trittin.“ Dann scheitere die Bundesregierung.

Zuvor hatte Partei-Mitbegründer und Publizist Konrad Adam den Parteitag mit ähnlich scharfen Worten eröffnet und erklärt, dass es der AfD darum geht, eine „falsche und dilettantische Währungspolitik, die die Völker gegeneinander aufbringt“ zu beenden. Dass der Weg dorthin noch lang ist, weiß auch Adam. Man müsse die Bürger überzeugen, dass man ihr Vertrauen auch verdiene.

Wundersamerweise zieht die AfD jetzt schon viele Wähler aus dem bürgerlich-liberalen Spektrum an. Leute, die es offenbar satt haben, weiter dem uneingeschränkten Euro-Weg der Kanzlerin zu folgen. Darauf fußt auch ein Gründungsgedanke der AfD. Im Beschlussentwurf für das Wahlprogramm wird deutlich, dass es eine alternativlose Politik á la Merkel nicht gibt. Vielmehr liegt für die AfD klar auf der Hand, dass Deutschland den Euro „nicht braucht“. Anderen Ländern schade die Währung ebenfalls. Die Wiedereinführung der DM dürfe daher „kein Tabu sein“, heißt es im Wahlprogramm.

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