Alternative für Deutschland
Flüchtlingskrise befeuert AfD-Wachstum bei Facebook

Während die Politik um Lösungen in der Flüchtlingskrise ringt, toben in den sozialen Netzwerken heftige Debatten über das Thema. AfD, CSU und NPD spielt das in die Hände. Ihre Fangemeinde bei Facebook wächst rasant.

BerlinDie Flüchtlingsdebatte spielt der AfD offenbar auch bei Facebook in die Hände. Laut einer Social-Media-Analyse der Plattform Pluragraph.de des Hamburger Politikberaters Martin Fuchs (@wahl_beobachter) konnte die Partei „überdurchschnittlich“ zulegen. Mitte August verzeichnete die Partei etwa 132.000 Fans, jetzt folgen ihr etwas mehr als 135.800 Facebook-Nutzer.

Insbesondere seit dem 5. September sei mit einem Zuwachs von 3040 Fans „wieder Dynamik drin“, sagt Fuchs. „Das gab es lange nicht bei der AfD.“ Prozentual ist das ein Plus von 1,6 Prozent in der vergangenen Woche. „Das klingt nicht viel, ist es aber bei solch einer Menge von Fans“, resümiert der Experte. Ein vergleichbares Plus habe es bei der AfD zuletzt Ende Januar 2015 gegeben. Seit Februar sei es eigentlich nur noch bergab gegangen.

Die AfD profitiert auch in Umfragen von der Flüchtlingskrise. Sowohl beim Meinungsforschungsinstitut Forsa als auch bei den Demoskopen von Insa konnte die Partei zuletzt zulegen. Bei Insa liegt die AfD bundesweit inzwischen sogar bei 5,5 Prozentpunkten. Auch in Sachsen-Anhalt, wo im März 2016 ein neuer Landtag gewählt wird geht es für die Partei nach oben. Die Infratest-Dimap sieht die AfD in einer vom MDR in Auftrag gegebenen Erhebung in dem schwarz-rot regierten Bundesland bei fünf Prozentpunkten.

Als Hauptgrund für das überraschende Facebook-Wachstum nennt Digitalexperte Fuchs den Umstand, dass die AfD neben der CSU die einzige parlamentarische Partei sei, die in der Flüchtlingsdebatte gegen die Aufnahme öffentlich gewettert und somit „einige neue Fans hinzugekommen“ habe – „also mit Parolen und geschürten Angstgefühlen Gewinn aus der aktuellen Debatte zieht“. So stark wie die AfD seien außer der NPD und CSU in den vergangenen Wochen keine anderen Partei-Accounts gewachsen, sagt Fuchs.

Die positive Facebook-Entwicklung der AfD, die sich auch bei den Twitter-Accounts der Partei niederschlägt, dürfte nach Einschätzung von Fuchs auch der parteiinternen Konsolidierung nach dem Abgang von Parteigründer Bernd Lucke Anfang Juli geschuldet sein. Zum einen habe es einige Mitglieder gegeben, die zu Luckes neuer Partei „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa) gewechselt seien, andere wiederum seien wohl wieder zur AfD zurückgekehrt, „weil Alfa nicht wirklich durchstartet und weil die AfD dann doch bessere Karrierechancen und eine bessere Wahrnehmung verspricht“.  

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