Alternative für Deutschland
Henkel tritt aus AfD-Vorstand zurück

Der Richtungsstreit in der Alternative für Deutschland spitzt sich zu: Vize-Chef Henkel tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurück. Es habe Versuche von „Rechtsideologen“ gegeben, die Partei zu übernehmen.
  • 17

FrankfurtDer Richtungsstreit in der Alternative für Deutschland (AfD) hat sein erstes prominentes Opfer gefordert. Parteivize Hans-Olaf Henkel erklärte am Donnerstag mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt aus dem Bundesvorstand. Als Auslöser für seinen Schritt nannte Henkel eine Erklärung der drei Bundesvorstandsmitglieder Alexander Gauland, Frauke Petry und Konrad Adam: Diese hatten sich demonstrativ hinter den NRW-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell gestellt.

Pretzell war zuvor von der Bundesvorstandsmehrheit, angeführt von Parteisprecher Bernd Lucke und unterstützt von Henkel abgemahnt worden. „Die Art und Weise, wie Petry, Gauland und Adam vorgegangen sind, diskreditiert das Gremium“, sagte Henkel dem Handelsblatt. Es sei doch völlig klar, dass ein Politiker wie Pretzell, der mehrfach die Unwahrheit gesagt habe, „zurücktreten muss“.        

Hinter Henkels Kritik stehen allerlei bizarre Vorgänge im größten Landesverband in Nordrhein-Westfalen, die es in dieser Form bei der AfD wohl noch nicht gegeben haben dürfte. Pretzell, bringt sich selbst durch Steuerschulden in die Schusslinie, nimmt alle Schuld auf sich, will dennoch sein Amt behalten, obwohl Prüfer der Bundespartei seinen Rückzug empfehlen. Daraufhin stellt sich Pretzell quer und geht in die Offensive, indem er seinerseits die Parteispitze angreift und Bundessprecher Lucke mit Vorwürfen überzieht, was der wiederum nicht auf sich sitzen lässt.

Die Abmahnung gegen Pretzell, der die AfD auch im Europaparlament vertritt, wurde unter anderem damit begründet, dass er eine „mehrfach falsche oder geschönte Darstellung eigener Verfehlungen gegenüber der Mitgliedschaft des Landesverbandes NRW verbreitet“ habe. Der Verband macht schon länger durch Negativ-Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Ein für das Wochenende angesetzter Landesparteitag musste kurzfristig abgesagt werden.

Mit dem Rücktritt Henkels droht die Partei nun noch weiter nach rechts zu rücken. Er selbst warnte in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vor Versuchen von „Rechtsideologen“, die Partei zu übernehmen. Außerdem klagte der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) über „charakterliche Defizite“ von anderen führenden AfD-Politikern.

Kommentare zu " Alternative für Deutschland: Henkel tritt aus AfD-Vorstand zurück"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • die grünen sollten erstmal ihre kinder"freunde" aussortiern bevor sie mit den fingern auf andere zeigen

    zudem sind da noch einige klar rassistische anti deutsche in der partei....

    da schweigt der haufen aber zu

    grad Beck hat sich lange als "falsch zitiert" hingestellt....
    lachhaft.. zu ihren Linksextremen freunden schweigen sie auch gern...

    aber das sind ja "die guten"...^^

    desweiteren fehlt ja genau ne Partei die mal Detusche interssen vertritt....

    kann ja nicht sein das jder in Europa seine suppe kocht und der D bürger immer nur der depp bleibt und sagt er was ist er sofort nazi....

    nichtmal die Französischen Kommunisten sind von so einem selbsthaß auf das eigene land zerfressen...

  • Endlich

    Ich war kurz davor, aus der AfD auszutreten. Mir reicht es nämlich, von Linken und Grünen als Rechtspopulist verunglimpft zu werden. Da muß sich nicht auch noch der eigene stellv. Vorsitzende dazugesellen. Die Nestbeschmutzung durch diesen offenbar demokratieunfähigen, herrschsüchtigen Menschen nahm unerträgliche Züge an. Die AfD war anfangs eine Partei, die Tabuthemen ansprach und unbequeme Wahrheiten aussprach. Inzwischen hat sie sich dank Lucke und Henkel auch schon teilweise den Mainstream-Maulkorb verpasst. Als CDU-Juniorpartner und siebte Blockpartei wird sie verschwinden wie die Piraten. Deutschland braucht dringend eine Partei, die deutsche Interessen vertritt.

  • NPD 2.0? Unsinn!
    Die NPD ist national-sozialistisch und hat ein gestörtes Verhältnis zu dieser Demokratie.
    Ebensowenig will die Mehrheit der AfD-Mitglieder eine FDP-2.0, mit der mancher des liberalen Wirtschaftsflügels liebäugelt. Die Partei braucht beide Flügel: den wirtschafts-liberalen ebenso wie den national-konservativen. Das muß auch kein Problem sein, denn der größte Teil der Mitglieder ist basisdemokratisch orientiert. Das allerdings wird noch lange Zeit für Debatten, Streit und Auseinandersetzungen sorgen.
    Eigentlich gar nicht schlimm - aber angesichts von Grexit, Genderwahnsinn und Flüchtlingschaos läuft uns die Zeit davon!
    Reinhard "Hardy" Rupsch

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%