Alternative für Deutschland

Henkel tritt aus AfD-Vorstand zurück

Der Richtungsstreit in der Alternative für Deutschland spitzt sich zu: Vize-Chef Henkel tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurück. Es habe Versuche von „Rechtsideologen“ gegeben, die Partei zu übernehmen.
Update: 23.04.2015 - 17:25 Uhr 17 Kommentare
Der Europaabgeordnete zieht sich aus dem Bundesvorstand der Alternative für Deutschland zurück. Quelle: Reuters

Der Europaabgeordnete zieht sich aus dem Bundesvorstand der Alternative für Deutschland zurück.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer Richtungsstreit in der Alternative für Deutschland (AfD) hat sein erstes prominentes Opfer gefordert. Parteivize Hans-Olaf Henkel erklärte am Donnerstag mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt aus dem Bundesvorstand. Als Auslöser für seinen Schritt nannte Henkel eine Erklärung der drei Bundesvorstandsmitglieder Alexander Gauland, Frauke Petry und Konrad Adam: Diese hatten sich demonstrativ hinter den NRW-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell gestellt.

Pretzell war zuvor von der Bundesvorstandsmehrheit, angeführt von Parteisprecher Bernd Lucke und unterstützt von Henkel abgemahnt worden. „Die Art und Weise, wie Petry, Gauland und Adam vorgegangen sind, diskreditiert das Gremium“, sagte Henkel dem Handelsblatt. Es sei doch völlig klar, dass ein Politiker wie Pretzell, der mehrfach die Unwahrheit gesagt habe, „zurücktreten muss“.        

Hinter Henkels Kritik stehen allerlei bizarre Vorgänge im größten Landesverband in Nordrhein-Westfalen, die es in dieser Form bei der AfD wohl noch nicht gegeben haben dürfte. Pretzell, bringt sich selbst durch Steuerschulden in die Schusslinie, nimmt alle Schuld auf sich, will dennoch sein Amt behalten, obwohl Prüfer der Bundespartei seinen Rückzug empfehlen. Daraufhin stellt sich Pretzell quer und geht in die Offensive, indem er seinerseits die Parteispitze angreift und Bundessprecher Lucke mit Vorwürfen überzieht, was der wiederum nicht auf sich sitzen lässt.

Die Abmahnung gegen Pretzell, der die AfD auch im Europaparlament vertritt, wurde unter anderem damit begründet, dass er eine „mehrfach falsche oder geschönte Darstellung eigener Verfehlungen gegenüber der Mitgliedschaft des Landesverbandes NRW verbreitet“ habe. Der Verband macht schon länger durch Negativ-Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Ein für das Wochenende angesetzter Landesparteitag musste kurzfristig abgesagt werden.

Mit dem Rücktritt Henkels droht die Partei nun noch weiter nach rechts zu rücken. Er selbst warnte in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vor Versuchen von „Rechtsideologen“, die Partei zu übernehmen. Außerdem klagte der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) über „charakterliche Defizite“ von anderen führenden AfD-Politikern.

Henkel warnt vor Untergang der AfD
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17 Kommentare zu "Alternative für Deutschland: Henkel tritt aus AfD-Vorstand zurück"

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  • die grünen sollten erstmal ihre kinder"freunde" aussortiern bevor sie mit den fingern auf andere zeigen

    zudem sind da noch einige klar rassistische anti deutsche in der partei....

    da schweigt der haufen aber zu

    grad Beck hat sich lange als "falsch zitiert" hingestellt....
    lachhaft.. zu ihren Linksextremen freunden schweigen sie auch gern...

    aber das sind ja "die guten"...^^

    desweiteren fehlt ja genau ne Partei die mal Detusche interssen vertritt....

    kann ja nicht sein das jder in Europa seine suppe kocht und der D bürger immer nur der depp bleibt und sagt er was ist er sofort nazi....

    nichtmal die Französischen Kommunisten sind von so einem selbsthaß auf das eigene land zerfressen...

  • Endlich

    Ich war kurz davor, aus der AfD auszutreten. Mir reicht es nämlich, von Linken und Grünen als Rechtspopulist verunglimpft zu werden. Da muß sich nicht auch noch der eigene stellv. Vorsitzende dazugesellen. Die Nestbeschmutzung durch diesen offenbar demokratieunfähigen, herrschsüchtigen Menschen nahm unerträgliche Züge an. Die AfD war anfangs eine Partei, die Tabuthemen ansprach und unbequeme Wahrheiten aussprach. Inzwischen hat sie sich dank Lucke und Henkel auch schon teilweise den Mainstream-Maulkorb verpasst. Als CDU-Juniorpartner und siebte Blockpartei wird sie verschwinden wie die Piraten. Deutschland braucht dringend eine Partei, die deutsche Interessen vertritt.

  • NPD 2.0? Unsinn!
    Die NPD ist national-sozialistisch und hat ein gestörtes Verhältnis zu dieser Demokratie.
    Ebensowenig will die Mehrheit der AfD-Mitglieder eine FDP-2.0, mit der mancher des liberalen Wirtschaftsflügels liebäugelt. Die Partei braucht beide Flügel: den wirtschafts-liberalen ebenso wie den national-konservativen. Das muß auch kein Problem sein, denn der größte Teil der Mitglieder ist basisdemokratisch orientiert. Das allerdings wird noch lange Zeit für Debatten, Streit und Auseinandersetzungen sorgen.
    Eigentlich gar nicht schlimm - aber angesichts von Grexit, Genderwahnsinn und Flüchtlingschaos läuft uns die Zeit davon!
    Reinhard "Hardy" Rupsch

  • H2O = Spitzname aus seiner IBM Zeit, hinschmeißen ist sein Markenzeichen.

  • Er möchte mit sein Lebenswerk nicht völlig in der rechten Ecke enden.
    Recht hat er!

  • Hans-Olaf Henkel (den ich als Wirtschafts- und Währungsfachmann sehr schätze) begreift die politische Dimension des National-Konservativen nicht.
    Ich bin kein "Rechtsideologe" aber Henkel würde mich wohl dazu zählen.
    Der "Transatlantische Geist", in dem er groß geworden ist, verträgt sich nicht mit dem kritischen Blick, der heute gegenüber den USA und ihren Interessen angebracht ist (und für jeden Patrioten schon immer war).
    Dazu braucht man kein Verschwörungstheoretiker zu sein, Realpolitiker genügt vollkommen.
    Reinhard "Hardy" Rupsch, AfD-Mitglied

  • Sehr richtig: lieber eine NPD 2.0

  • Ein starkes Signal! Waere schoen,wenn jetzt auch Lucke zuegig die Konsequenzen aus diesem Ruecktritt zieht.---
    Henkel war ja Luckes Geschoepf, Luckes Erfindung, sein Debakel, rigoros gegen jede Mehrheit in der Partei durchgedrueckt. Durch die allein von Biedermann Lucke und Brandstifter Henkel zu verantwortende Unruhe ist Deutschland wertvolle Zeit verloren gegangen! Henkel und Lucke, sie waren ja Merkels treueste Bundesgenossen. Ein Lucke, der mit sich selbst hadert und nichts sehnlichster wuensch,t(e), als sich der CDU an den Hals zu schmeissen. Lucke, auf Normalmass reduziert? Unaufrichtig und auch zunehmend undurchsichtig, eine tragische Figur, in der sich alles schillert, das in diesem Lande wahrlich kein Mensch mehr braucht. Lucke? Masslos ueberschaetzt. Lucke, doch nur ein Biedermann mit Angst vor der eigenen Courage! Henkel, ein zynischer alter Greis, dem nach gefuehlten 24 Stunden die AntiFa Phrasen geschmeidiger von den Lippen gingen als dem Juergen und der Claudia nach 40 Jahren "politischer Verantwortung"! Lucke+Henkel? Viel Rauch um nichts! Alternative geht anders!!

  • Sehr gut das er geht, er hat auch mit Demokratie seine Probleme, in der AfD läuft es eben nicht so das einer sagt wo es lang geht und alle stolpern dahin, das ist eher was für die Alten Blockparteien.
    Die AfD hat genug kluge Männer und Frauen die es können.
    Eine FDP 2.0 braucht niemand, wir brauchen eine Partei die endlich wieder einmal die Menschen vertritt die hier arbeiten und Steuern zahlen.

  • Die AfD zerlegt sich selbst
    -----------------
    Pretzell ist ein Rechtsausleger. Er gehört rausgeschmissen.
    Aber er hat viele Sympatisanten welche ihn unterstützen.
    Nachdem Henkel zurückgetreten ist, wird die AfD wohl den Weg der Piraten in die Bedeutungslosigkeit gehen. Eigentlich schade um die Partei.

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