Alternative für Deutschland
Lucke begeistert von Ansturm auf AfD-Goldshop

Die AfD ist knapp bei Kasse. Um ihre Finanzen aufzubessern, greift die Partei jetzt zu skurrilen Mitteln – und verkauft Goldbarren und -münzen über das Internet. Von dem Erfolg ist selbst die Partei-Spitze überrascht.
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BerlinDer von der Alternative für Deutschland (AfD) in dieser Woche begonnene Verkauf von Goldmünzen – und Barren läuft besser als gedacht. „Der AfD-Goldshop ist hervorragend gestartet. Wir setzen Zeichen für eine stabile Währung und wir generieren Einnahmen für die Partei“, sagte AfD-Chef Bernd Lucke dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Die große Nachfrage zeigt, dass viele Deutsche die Euro-Krise für nicht überwunden halten und ihr Vermögen krisenbeständig diversifizieren wollen.“

Eine der fünf Münzen, die von der eurokritischen Partei seit Mittwoch in ihrem Online-Shop verkauft werden, war nach Angaben der AfD am Freitag bereits ausverkauft. Die Partei habe in den ersten 48 Stunden bereits Gold für mehr als 210.000 Euro verkauft.

Die rechtskonservative Partei will mit dem Verkauf von Goldbarren und -münzen ihre Parteifinanzen sanieren. Sie hofft, dadurch zwei Millionen Euro zu erlösen. Denn nur dann würde sie nicht nur drei Millionen Euro an staatlichen Zuschüssen für 2014 erhalten, sondern die ihr maximal zustehende Summe von fünf Millionen Euro. Maßstab für die Verteilung der staatlichen Zuschüsse ist neben dem Wahlerfolg und den Mitgliedsbeiträgen einer Partei auch die Summe der eingenommenen Spenden.

Viele Anhänger der AfD sind für einen Ausstieg aus dem Euro und wünschen sich die D-Mark zurück. Deshalb bietet die Partei unter anderem D-Mark-Goldmünzen an.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Alternative für Deutschland: Lucke begeistert von Ansturm auf AfD-Goldshop"

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  • Damit es allen hier klar wird:
    Es kommt für das Parteiengesetz nur auf den Umsatz an. Die Regelung war eher für Parteien gedacht, die z. B. mit eigenen Verlagen Umsätze machen. Nun wird diese Regelung von der AfD benutzt um Umsätze großen Stils zu erhalten. Waschmaschinen zu verkaufen bringt nichts, die hat jeder. Bei Gold liegt die Sache anders: Der Käufer erhält hier ein - allerdings mit 3 - 5 % bereits deutlich überteuertes - Produkt (Gold), das er jederzeit - also sogleich wieder - verkaufen kann/wird. In der Tat hat er dann einen ca. 10 %-igen Verlußt gemacht. Super, denn der Parteienspender erhält ansonsten steuerlich nur 50 % bis max. 1.650,- € Spende erstattet und über 1.650,- € gemäß seines Einkommensteuersatzes. Nun kann aber die Partei einen Umsatz in voller Höhe nachweisen. Dieser berechtigt Sie weitere Mittel in entsprechender (!) Höhe aus der Staatsfinanzierung zu erhalten. 2 Mio. Umsatz = 2 Mio. Staatsknete. Weiterer Vorteil der Gold-Käufer bleibt vollkommen anonym, da die Partei nicht darlegen muss, mit wem Sie handelt. Die tatsächliche "Spende" bewegt sich für den Gold An- und Verkäufer weit unterhalb (bis knapp 1/6) des steuerlich ansonsten erreichbaren. Und die Partei erhält so garantiert Millionen.
    Ist da irgendetwas faul im Staate Dänemark, … ähm Deutschland … ?

  • "Es würde den Testkäufern der anderen Parteien auffallen."

    Wie soll denn ein Testkäufer merken, welches Geschäft ich mit einer Partei mache? Ob andere auch Gold bei mir kaufen wollen ist hierfür egal - im Gegenteil ;) Es haben doch dritte keinen Einblick in OTC-Geschäfte...

  • @ Ulf Volkerts

    Es würde den Testkäufern der anderen Parteien auffallen. Den Spitzeln und "Aussteigern". Glauben Sie nicht dass ein Bundestags-Präsident Thierse nicht schon darauf wartet eine Geldstrafe wegen verbotener Parteienfinanzierung verhängen zu dürfen?
    Die AFD hat jetzt pro Tag 100.000€ umgesetzt und damit 3000€ Gewinn minus Betriebskosten gemacht. Es geht der AFD um die Symbolik Hartwährung und nebenbei um etwas Gewinn. Genau nach den Regeln die andere Parteien aufgestellt haben.

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