Alternative für Deutschland
Lucke will schwulen Deutsch-Türken als Generalsekretär

Ein Deutsch-Türke bei den Rechtspopulisten: AfD-Chef Lucke hat André Yorulmaz als Generalsekretär vorgeschlagen. Damit nicht genug: Er ist homosexuell. Emanzipiert sich die Protest-Partei von ihren rechten Überzeugungen?
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BerlinAfD-Parteichef Bernd Lucke hat den Deutschtürken André Yorulmaz (32) als Kandidaten für das Amt des Generalsekretärs vorgeschlagen. Yorulmaz gehört dem Kreisverband Recklinghausen an. Der selbstständige Versicherungs- und Finanzberater ist Sprecher der nordrhein-westfälischen AfD für Verbraucherschutz.

Zu den Gründen für seine Mitgliedschaft in der Alternative für Deutschland sagte Yorulmaz am Montag bei einer Pressekonferenz mit Lucke in Berlin: „Es gibt sehr wohl Parallelgesellschaften in Deutschland und darüber muss auch gesprochen werden.“ Dies habe er als Sohn einer deutschen Mutter und eines liberal denkenden türkischen Vaters selbst erlebt.

Luckes Wunschkandidat sagte, er lebe zwar in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung, sei aber gegen eine Gleichstellung homosexueller Paare im Adoptionsrecht.

Lucke erklärte, er habe sich für Yorulmaz entschieden, weil dieser im NRW-Landesverband seine „Fähigkeit zum Brückenbauen“ unter Beweis gestellt habe, eine Fähigkeit, die derzeit in der AfD sehr wichtig sei. Ein außerordentlicher Bundesparteitag der AfD soll am kommenden Wochenende über den neuen Parteivorsitzenden und den Generalsekretär entscheiden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Alternative für Deutschland: Lucke will schwulen Deutsch-Türken als Generalsekretär"

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  • Allerwichtigstes Ziel bei der Besetzung einer Position sollte immer die Befähigung der Person sein, welche mit der Aufgabe betraut wird.
    Der Genannte ist weder durch besondere Leistungen noch durch besonderen Bekanntheitsgrad aufgefallen. Somit stellen sich die Fragen:
    Warum macht Lucke das?
    Warum düpiert er damit ein Dutzend seiner Getreuen, welche sich auf einen gut dotierten Posten gefreut haben?
    Die Antworten sind einfach. Wir sind in der Politik und nicht in einem Wirtschaftsunternehmen (auch wenn Lucke gerade diese gern als Begründung für Einerspitze vorgibt).
    Und da zählen andere Parameter.
    Während sich die Altparteien hier bereits emanzipiert haben und solche Personalie sachlicher entscheiden, duckmäusert Lucke und überbietet Genderwahn und "Ausländer"diskussion in Guinessbuch-rekordverdächtiger Weise. Alternativ sieht anders aus. Man könnte es für Satire halten. Aber es gilt ja auch, sich parteiintern - wenn auch als Duckmäuser vor den Regeln der political correctness - weniger angreifbar zu machen. Und auch, davon abzulenken, dass es einen Generalsekretär infolge BSG-festgestellter Ungültigkeit der Satzung Bremens gar nicht rechtssicher geben kann.
    Zu Recht haben in nur zwei Tagen bereits mehr als 4000 Mitglieder - und damit genauso viele wie angebliche Weckrufler - ihm verboten, sie in Zukunft weiterhin per Email zu belästigen. Man ist seine verzweifelten Versuche, an der Macht zu bleiben, einfach leid.

  • Deutsch-Türken ?????????????????????

    Was ist das nur für eine dämliche Bezeichnung, (aber nicht nur im HB) für einen Ausländer, allenfalls mit dt. Paß, das gilt allerdings auch für alle anderen Ausländer mit dt. Paß.
    Ein gerade politisches oder für die Öffentlichkeit bestimmtes Amt mit Entscheidungskraft dürften Eingewanderte erst in der vierten Generation und ohne auch vorherige Auffälligkeiten bekleiden. Denn im Zweifelsfall würden diese Personen immer pro ihrer Herkunft wegen Befangenheit,was nicht ganz unverständlich ist Entscheidungen treffen.
    Bei den Gegebenheiten muß man sich jetzt auch genau überlegen die AfD, wenn auch als Protest, zu wählen.

  • "Seitwann ist die AfD "schwulenfeindlich" und seit wann ist die AfD "ausländerfeindlich" und seit wann ist die AfD Rechtskonservativ..."

    Einfache Antwort: immer schon und war auch nie anders.

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