Altersarmut
Rentenversicherung kanzelt Zuschussrente ab

Mit einem Gesetzesentwurf will Ursula von der Leyen gegen die Altersarmut in Deutschland vorgehen. Viele Regierungspolitiker sind skeptisch - und die Deutsche Rentenversicherung lässt an dem Modell kein gutes Haar.
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DüsseldorfDie Deutsche Rentenversicherung hat den Gesetzentwurf von Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) für eine Zuschussrente zur Vermeidung von Altersarmut scharf kritisiert. Die Regelungen seien „in ihrer Zielsetzung unklar, in ihren Auswirkungen nicht zielgenau und hinsichtlich der Finanzierung nicht systemgerecht“, heißt es in einer Stellungnahme der Behörde, die der „Rheinischen Post“ vorliegt.

Mit der Zuschussrente sollen die Altersbezüge von Geringverdienern, die viele Jahre gearbeitet haben, auf maximal 850 Euro aufgestockt werden. Von der Leyen rechnet zum geplanten Start im kommenden Jahr mit 50.000 Empfängern.

Aus Sicht der Rentenversicherung ist das Modell aber unwirksam: „Im Ergebnis greift das Instrument der Zuschussrente umso weniger, je größer das Risiko ist, im Alter arm zu werden.“ So würden Langzeitarbeitslose, Versicherte mit lückenhafter Erwerbsbiografie und nicht abgesicherte Selbstständige nicht profitieren.

Einen Start der Zuschussrente zum 1. Januar 2013 hält die Rentenversicherung laut der „Rheinischen Post“ für kaum möglich. Auch Vertreter aus den Regierungsfraktionen drängen darauf, sich von dem Konzept zu verabschieden.

„Wir können nicht darüber hinwegsehen, dass die Zuschussrente nicht leistet, was sie leisten soll“, sagte FDP-Fraktionsvize Heinrich Kolb der Zeitung. Der CSU-Sozialpolitiker Max Straubinger betonte: „Ich teile die Bedenken. Wir haben Zweifel, ob die Zuschussrente zielgenau ist.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Altersarmut: Rentenversicherung kanzelt Zuschussrente ab"

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  • Das passt doch wieder zur FDP.Alles was für die betroffenen u. bedürftigen Bürger wichtig ist und auch noch Geld kostet,
    das darf nicht sein. Die Idee von Frau von der Leyen ist richtig gedacht und geht in die richtige Richtung.
    Der FDP passt dies nur nicht, weil in diesem Falle deren
    Klientel, die Versicherungsbranche, nicht mitverdienen kann.
    Es ist halt wichtiger, Milliarden für
    die Schulden der Eurostaaten locker zu machen als für die eigene Bevölkerung einmal was richtig zu machen.
    Zu diesem Thema, vermisse ich auch und dies im besonderen
    die SPD und die Linke.Sind es doch besonders diese Themen die diese sich auf ihre Fahne schreiben.
    Aber, dies war auch einmal.gez.walterwerner.artists.de

  • @ xyz,
    CH Renten basieren auf die Tatsache, dass der Millionär einzahlen muss und schon weiss, dass er mehr einzahlt als er je heraus bekommen wird.
    Der Schweizer Millionär ist solidarisch und zahhlt.
    Erwarten sie etwa eine solche Solidarität bei z.B. der "Politikerrente" in Deutschland?
    Hier wird ein viel Nehmen ohne etwas zu Geben praktiziert!
    Das letzte Negativbeispiel ist der NRW-Landtag.
    Das "Raffpronzip" wird sich bei jeder Parteikonstellation im Bund und in den Ländern wohl nicht ändern.
    Also andere Konstellationen?!

  • @ netshadow und
    @ Redaktion des Handelsblatt

    Danke, sehe ich gnau so.

    Journalisten verbreiteten heute überwiegend Meinungen statt Fakten offenzulegen. Es ist ein Manko des heutigen Journalismus. Wahrscheinlich ist es billiger. Deshalb wird der internetbasierte Hobby-Journalismus immer mehr zur Konkurrenz zu den Profis, die verpassen die Chance, sich über Leistung abzusetzen.

    Das Verbreiten von Meinungen gehört natürlich auch zum Journalismus dazu. Aber es ist zu beklagen, dass die Herausarbeitung von Informationen zu Themen nach heutigen Ansprüchen viel zu kurz kommt.

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