Altersarmut
Union ringt um Einigung bei Rentenkonzept

Im Kampf gegen Altersarmut suchen die Unionsparteien immer noch nach einer Einigung beim Rentenkonzept. Auch die SPD diskutiert über den richtigen Weg und setzt auf eine Solidarrente und einen Mindestlohn.
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BerlinBundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wertet es nicht als Niederlage, dass ihre Partei beim Rentenkonzept gegen Altersarmut auf eine neue Rente nach Mindesteinkommen zusteuert. In den Grundelementen stimme das Modell mit der ursprünglich von ihr vorgeschlagenen Zuschussrente überein, sagte die Ministerin am Dienstag in Berlin.

„Das Prinzip der Zuschussrente ist das Prinzip der Rente nach Mindestentgeltpunkten. Die sind identisch.“ Sie hätten gemeinsam, dass die Rentenansprüche jahrzehntelanger Beitragszahler nach einem bestimmten Mechanismus gezielt für Geringverdiener aufgewertet würden.

Eine abschließende Einigung gebe es aber noch nicht, sagte von der Leyen. Offen sind demnach noch Details, von wie vielen Beitragsjahren ein Anspruch auf Aufstockung von Mini-Renten abhängig gemacht werden soll, wie ein Freibetrag für Einkommen etwa aus Riester-Renten gestaltet werden kann - und vor allem, bis zu welcher Höhe Rentenansprüche aufgewertet werden.

Aus Unions-Kreisen war am Freitag verlautet, es sei eine Deckelung geplant, um die Kosten zu begrenzen. Von der Leyen verwies auf die Kosten von etwa 3,2 Milliarden Euro, auf die ihre Zuschussrente bis 2030 angewachsen wäre. „Das Ziel muss schon sein, dass wir in diesem Korridor bleiben“, sagte von der Leyen. Haushaltskonsolidierung sei auch ihr wichtig. Es müsse eine passgenaue Lösung für Geringverdiener sein. Eine allgemeine Erhöhung des Rentenniveaus lehnte sie ab. Davon würden nach ihren Worten auch hohe Renten profitieren. „Das ist der jungen Generation nicht zuzumuten“, sagte die Ministerin.

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SPD setzt auf Mehrheit für Kompromissvorschlag.

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  • in den Pensionen sind Betriebsrenten mit enthalten, die den meisten Deutschen fehlen. Der Beamtenbund weist immer wieder darauf hin: die Angestellten im ÖD haben Betriebsrente VBL und diese ist bei den Beamten mit in der Gesamtpension eingepreist.

    deshalb sollte man denen nicht auch noch Riester subventionieren als faktisch 3. Rente.

    subventioniert werden sollten die Renten am unteren Rand wie in den meisten anderen Ländern wie Schweiz, Niederlande, Dänemark, Schweden, Australien etc.

    diese müssen auf ein ausreichendes Niveau angehoben werden,in der Schweiz bekommen niedrige Renten 80% des letzten Gehalts, höhere eben weniger.

    das sind Umverteilungsmechanismen die den unteren Rand (der soll ja in DE bei 2500 Euro Brutto liegen bei Absenkung auf 43%) stabiliseren auf oberhalb Armutsniveau.

    wenn DE dazu nicht in der Lage ist, dann verwundert mich das sehr. Andere schaffen das nämlich!

    und die Rentenansprüche sinken auch durch Lohnzurückhaltung, die es in der OECD so nur in DE und dem deflationären Japan gab.

    aus demographischen Gründen ist eine Absenkung auf 43% gar nicht nötig. Da gibt es eher Verteilungsprobleme, da man Produktivitätsgewinne ausblendet und nicht angemessen an Arbeitnehmer ausschütten will.

    was sich in DE abspielt ist nur noch eine Frechheit - mutwillig will man hier viele Bürger die arbeiten in die Armut treiben.

    auch aus ideologischen Gründen der neuen Volksreligion Demographischer Wandel.

    durch Automatisierung brauchen wir weniger Arbeitnehmer, nicht mehr.

  • "Eine Mehrheit in der Arbeitsgruppe war den Angaben zufolge dafür, die Hürde zunächst mit 35 Jahren niedrig zu legen und später auf 40 Beitragsjahre zu erhöhen.

    Die SPD setzt stattdessen auf eine Solidarrente von 850 Euro und darauf, ein Absinken des Rentenniveaus etwa durch einen Mindestlohn zu verhindern. -------------

    warum soll das später wieder auf 45 Jahre angehoben werden? Die Leute brauchen Rechtssicherheit und Kalkulierbarkeit wie in den Niederlanden. Das ganze hin und her schadet den Leuten. Es gibt auch keinen Grund den Zeitraum zu verlängern - Rente ist kein Almosen.

    sind die Niederlande denn so viel reicher als die Deutschen? Deren Grundrente liegt bei 1100 Euro - hinzu kommen dann noch die Betriebsrenten. Mir war gar nicht bewusst, dass DE und Deutsche mittlerweile so viel ärmer sind als die Nachbarländer, sowohl bei Gehalt, bei Einkommenssteigerngen und demnächst auch bei den Renten.

    Man macht das eigene Land irgendwann mutwillig mit zum Armenhaus West- und Nordeuropas.

    wenn die Politik unfähig in DE ist, eine vernünftige Rente hinzubekommen, dann wandern eben nachher junge Menschen in den Norden oder Westen ab, wo man in der Lage dazu ist. wegen der Lohnentwicklung und Arbeitsmarktsituation sind seit den 1990ern schon viele Deutsche abgewandert.

  • Nachwuchs.
    Volle Zustimmung.
    Das Zuwandererproblem wird uns ohnehin in den nächsten Jahren mit Macht auf die Füße fallen.
    Und dann werden die, die jeden als Rassisten und Rechspopulisten bezeichnen, der was sagt und kritiert, sehr dumm schauen

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