Deutschland
Alterseinkommen steigen langsamer

Bis 2036 soll das gesetzliche Rentenalter schrittweise auf 67 Jahre angehoben werden Von den Vorschlägen der Rürup- Kommission hat vor allem das Rentenkonzept zu heftigen politischen Reaktionen geführt. Eine Mehrheit der Kommission ist der Meinung, dass das angestrebte Ziel, den Anstieg des Rentenbeitrags bis 2030 auf 22 statt 24 % nach heutigem Recht zu begrenzen, nur durch Kürzungen bei den Rentnern erreicht werden kann.

HB DÜSSELDORF. Bei den einzelnen Maßnahmen setzt sie zum einen bei der Laufzeit der Renten, zum anderen bei der Dynamisierung der Renten mit der Einkommensentwicklung an.

Anhebung des Rentenalters: Bis 2030 wird nach den Berechnungen der Kommission die Lebenserwartung um rund drei Jahre steigen. Vor diesem Hintergrund hält sie eine Heraufsetzung des Rentenalters für unvermeidbar. Sie plädiert dafür, die gesetzliche Altersgrenze, die mit der Rentenreform von 1992 von 60 Jahren für Frauen und von 63 Jahren für Männer (flexible Altersgrenze) auf 65 Jahre erhöht wurde, um weitere zwei Jahr auf 67 anzuheben. Mit Rücksicht auf die derzeitige geringe Arbeitsmarktnachfrage nach älteren Arbeitnehmern, soll die Grenze erst ab 2011 jedes Jahr um einen Monat pro Geburtsjahrgang steigen. Dies bedeutet, dass sich für 1946 Geborene die Altersgrenze auf 65 Jahre und einen Monat erhöht. Erst für 1969 Geborene gilt die Altersgrenze von 67 Jahren. Sie können frühestens mit 64 Jahren in Rente gehen, müssen dann aber Abschläge von 10,8 % in Kauf nehmen. Nur wer mindestens 45 Jahre erwerbstätig war, soll bereits mit 62 Jahren in Rente gehen können.

Nachhaltigkeitsfaktor: Der Rentenanstieg wurde durch die Riestersche Rentenreform bereits deutlich verlangsamt. Bis zum Jahr 2030 sinkt bereits dadurch das Bruttorentenniveau von 48 auf 42 %. Trotzdem muss nach Berechnungen der Kommission der Rentenbeitrag auf bis zu 24 % erhöht werden. Um dies zu vermeiden, spricht sich die Kommission für die Einführung eines so genannten Nachhaltigkeitsfaktors aus. Mit seiner Hilfe soll der Rentenanstieg in dem Maße zusätzlich verlangsamt werden, in dem die Zahl der Rentner in Zukunft schneller als die der Beitragszahler steigen wird. Dies führt zu einer weiteren Senkung des Bruttorentenniveaus bis 2030 auf 40 %. Die Beitragsbelastung der Aktiven und ihrer Arbeitgeber kann dadurch auf maximal 22 % begrenzt werden.

Bei diesen Berechnungen geht die Kommission davon aus, dass die Bundesregierung bereits in diesem Jahr eine Verschiebung der Rentenanpassung 2004 um ein halbes Jahr beschließen wird.

Auswirkungen: Ausführlich legt die Kommission dar, dass die Renten trotz dieser Reform auch in Zukunft steigen werden, allerdings langsamer als die Einkommen der Erwerbstätigen. 2030 wird danach die Rente eines Durchschnittsverdieners, der 45 Jahre gearbeitet hat, 70 Euro niedriger sein, als nach geltendem Recht, aber immer noch 260 Euro höher als die Rente eines Durchschnittsverdieners, der heute erstmals Rente bezieht. Zusammen mit der Riester-Rente kann das Bruttorentenniveau bis 2030 nach den Berechnungen der Kommission auf dem heutigen Level, nämlich bei 48,1 % gehalten werden. pt

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