Alterssicherung
Regierung hält Rente für „krisenfest“

„Die Renten sind sicher“ verkündete dereinst Arbeitsminister Norbert Blüm. Nun verbreitet die Bundesregierung ähnliche Slogans: Die Alterssicherung in Deutschland sei „krisenfest“ und stehe trotz der Finanzmarkt-Turbulenzen auf einer soliden finanziellen Basis.

HB BERLIN. Die gesetzliche Rentenversicherung sei „krisenfest“, teilte das Bundesarbeitsministerium am Mittwoch in Berlin nach Verabschiedung des Renten- und Alterssicherungsberichts 2008 im Kabinett mit. Danach sind Ruheständler hierzulande „in der Regel gut versorgt“. Auch die zusätzliche Altersvorsorge sei mit inzwischen knapp zwölf Millionen Verträgen für eine Riester-Rente und zunehmender Verbreitung von Betriebsrenten „auf Erfolgskurs“.

Die Finanzen der Rentenversicherung werden als stabil beschrieben: Die gut 20 Millionen Rentner könnten langfristig davon profitieren. Die Reserven der Rentenkasse würden weiter aufgestockt, der Beitragssatz bleibe bis 2011 bei 19,9 Prozent stabil und könne danach sogar sinken. Die langfristigen Beitragssatz-Ziele von maximal 20 Prozent bis 2020 und maximal 22 Prozent bis 2030 würden eingehalten.

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung liegt seit Anfang 2007 bei 19,9 Prozent. Die für 2012 angedeutete Senkung um 0,7 Prozentpunkte wird bei einem Durchschnittsverdiener mit monatlich 2500 Euro brutto zu einer Entlastung von 8,75 Euro führen.

Nach den Modellrechnungen steigen die Renten bis zum Jahr 2022 um knapp ein Drittel. „Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 1,9 Prozent im Jahr“, heißt es im Bericht. In den kommenden drei Jahren wird eine Erhöhung der Renten um insgesamt 5,2 Prozent in Aussicht gestellt. Der Abstand der Ost-Renten zu denen im Westen bleibt auch in den kommenden Jahren nahezu konstant. Unterstellt wird, dass die für die Renten maßgeblichen Löhne in diesem Jahr brutto um 2,4 Prozent steigen, 2009 um 2,8 Prozent und danach bis 2012 um 2,3 Prozent jährlich. Eine weitere Annahme ist, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt bis 2012 kaum verschlechtert und die Zahl der Arbeitslosen unter 3,3 Million bleibt.

Im Alterssicherungsbericht, der alle Arten von Alterseinkünften berücksichtigt, zeigt sich nach Ansicht des Ministeriums, dass es in Deutschland „eine hohe Sicherheit im Alter“ gibt. So erreichten 2007 Ehepaare ein durchschnittliches Netto-Gesamteinkommen von 2271 Euro im Monat. Bei alleinstehenden Männern seien es 1502 Euro, bei Frauen 1191 Euro. Das „Gesamtversorgungsniveau“ wird dem Bericht zufolge noch steigen, nicht zuletzt wegen besserer Berücksichtigung von Zeiten der Kindererziehung für die Rente.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%