_

Altersvorsorge: CSU-Abgeordnete verteidigen Rente mit 67

In der Rentendebatte kommt nun Gegenwind für CSU-Chef Horst Seehofer aus den eigenen Reihen: Landesgruppenchefin Hasselfeldt hat den geltenden Beschluss in einem Interview als „notwendige Entscheidung“ bezeichnet.

Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt. Quelle: dapd
Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt. Quelle: dapd

BerlinDie CSU-Landesgruppe hat die Rente mit 67 auch gegen den eigenen Parteichef Horst Seehofer verteidigt. Kurz vor der Klausurtagung der Bundestagsabgeordneten mit der Parteispitze in Wildbad Kreuth nannte Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt das höhere Rentenalter alternativlos. „Für mich und die Landesgruppe steht fest, dass die Rente mit 67 die notwendige Entscheidung war angesichts der demografischen Entwicklung“, sagte sie dem Bayerischen Rundfunk am Mittwoch. An der gesetzlichen Regelung solle nicht gerüttelt werden, denn die Alternativen wären höhere Rentenbeiträge oder Kürzung der Altersbezüge. Der parlamentarische Geschäftsführer Stefan Müller machte zudem deutlich, die CSU werde sich keinesfalls an einem SPD-Gesetzentwurf zur Aussetzung der Rente mit 67 beteiligen.

Anzeige

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hatte einen Gesetzesvorstoß angekündigt, wonach die Rente mit 67 solange nicht in Kraft trete, bis es genügend Arbeitsplätze für Ältere gebe. Die 60 bis 64-jährigen müssten mindestens zur Hälfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein, sagte Nahles der „Rheinischen Post“. Nahles forderte nach Seehofers Äußerungen die CSU auf, das Vorhaben zu unterstützen.

Seehofer hatte am Wochenende gesagt, die Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer über 50 müssten spürbar verbessert werden. „Sonst wird die Verlängerung der Lebensarbeitszeit zur faktischen Rentenkürzung.“ Das bisher Erreichte genüge da nicht. „Wenn sich das nicht ändert, werden wir über diese Frage eine breite öffentliche Debatte führen müssen. Mit mir ist eine massenhafte Rentenkürzung nicht zu machen.“

Ab diesem Jahr beginnt der schrittweise Einstieg in die Rente mit 67, der 2029 abgeschlossen sein soll. Wer dann dennoch mit 65 oder früher in Rente gehen will, muss mit deutlichen Abschlägen bei den Zahlungen rechnen. Auch Hasselfeldt und Müller sprachen sich für mehr Arbeitsplätze für Ältere aus. Müller sagte im RBB, Seehofer habe zurecht darauf hingewiesen. Hier sei aber auch die Wirtschaft gefordert.

Die traditionelle Klausurtagung der Landesgruppe in Kreuth beginnt am Mittwochnachmittag. Unter anderem soll auch das Thema Schuldenkrise sowie ein NPD-Verbot diskutiert werden.

  • 04.01.2012, 14:41 UhrAnonymer Benutzer: pro-links

    Der demografischen Entwicklung steht eine stetig steigende Produktivität gegenüber! Allerdings ernten die Früchte der stetig steigenden Produktivität nur die Arbeitgeber, während die Arbeitnehmer seit Jahren sinkende Reallöhne verzeichnen.

    Würden Arbeitnehmer und Arbeitgeber in gleichem Maße von der Produktivitätssteigerung profitieren, hätten wir heute wesentlich höhere Bruttolöhne. Von diesen könnten ohne Probleme höhere Rentenbeiträge bezahlt werden, welche Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte zahlen.

    Wem höhere Rentenbeiträge sauer aufstoßen, der sollte einmal mit offenen Augen durch die Welt laufen. Bereits heute sollte jeder Arbeitnehmer 10% seines Nettolohns in seine private Altersvorsorge investieren!

    Nehme wir einen Familienvater mit LStKl. III, 2 Kindern und 3.000 EUR Bruttoeinkommen. Dieser zahlt ab 2012 monatlich 294 EUR in die GRV. Sein Nettolohn liegt in etwa bei 2.100 EUR, macht noch einmal ca. 200 EUR für die private Vorsorge. In Summe zahlt er somit rund 500 EUR für seine Altersvorsorge. Das sind 16,67% seines Bruttoeinkommens! Dann doch lieber 25% Beitrag zur GRV aber diese je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber und dazu eine angehobene Beitragsbemessungsgrenze von 10.000 EUR.

    Es wäre genügend Geld für alle Renten da und keiner müsste mehr privat vorsorgen! Es würden nicht Milliarden an EUR in die Gewinne der Bank- und Versicherungskonzerne fließen!

  • 04.01.2012, 13:37 Uhrihr

    Genau so ist es. Unsichtbar sind diese Kräfte nicht. Es sind Kräfte, die hinter Weltbank, FDP usw. stehen.

  • 04.01.2012, 13:22 UhrAnonymer Benutzer: Pro-D

    --@ OnkelSam

    sorry, dieser Beitrag war nicht für Ihren Stammtisch gedacht. Sie werden es nicht einmal in 100.000 Jahren erahnen, was gemeint ist.

  • Die aktuellen Top-Themen
Wüstenrot-Studie: Jeder dritte Deutsche fürchtet Immobilienblase

Jeder dritte Deutsche fürchtet Immobilienblase

Rund 44 Prozent der Deutschen halten die Preise für Häuser und Wohnungen für deutlich überhöht. Sie fürchten sich vor einer Immobilienblase. Vor allem die Bürger eines Bundeslandes sind besonders skeptisch.

Weltwirtschaftswachstum: EU rüffelt China, Japan und die USA

EU rüffelt China, Japan und die USA

EU-Kommissionspräsident Barroso und Ratspräsident Van Rompuy fordern, dass alle G20-Länder das Weltwirtschaftswachstum fördern. Europa sei seiner Verantwortung nachgekommen, hieß es, jetzt seien die anderen dran.

Erzieher-Mangel: Kommunen wollen Ungelernte in Kitas einsetzen

Kommunen wollen Ungelernte in Kitas einsetzen

Ab dem nächsten Jahr haben Eltern ein Recht auf einen Kita-Platz. Doch vielerorts fehlen die Erzieher. Städte und Gemeinden erwägen, ungelernte Hilfskräfte einzusetzen. Eine Katastrophe, meint der Kinderschutzbund.