Altersvorsorge
Und die gesetzliche Rente lohnt doch

Berücksichtigt wurden dagegen nur die 80 Prozent des Rentenbeitrags, die zur Finanzierung der Altersrenten dienen. 20 Prozent des Beitrags und die Steuerzuschüsse an die Rentenkassen bleiben bei der Rechnung außen vor, da sie für andere Leistungen der Rentenversicherung wie Renten wegen Erwerbsunfähigkeit und Rehabilitation eingesetzt werden. Zur Rentenleistung zählt die Rentenversicherung neben der Rente auch den Beitrag, den sie für jeden Rentner an die Krankenkasse überweist.

Die Kritik der Versicherungswirtschaft und des Deutschen Instituts für Altersvorsorge, die Rentenversicherung rechne sich die Ergebnisse schön, wiesen ihre Experten daher gestern einhellig zurück. "Nach unserem Modell berechnet inzwischen sogar die Bundesbank die Rentenrendite", sagte DRV-Experte Reinhold Thiede.

Die aktuelle Wirtschaftskrise ist an der Rentenversicherung bislang nahezu spurlos vorbeigegangen. "Die Beitragseinnahmen lagen im ersten Halbjahr noch 0,9 Prozent über Vorjahresniveau", sagte DRV-Direktor Axel Reimann. Erst 2010 werde die Rentenversicherung wegen des erwarteten Beschäftigungsrückgangs etwa vier Mrd. Euro aus ihren Reserven nehmen müssen, um die laufenden Renten zu zahlen. "Gefahr für die Stabilität des Beitragssatzes besteht jedoch nicht. Die Reserven von derzeit einer Monatsausgabe werden reichen, um den Rentenbeitrag mindestens bis 2012 bei 19,9 Prozent zu halten."

Federn lassen musste dagegen die private Altersvorsorge in Deutschland. Doch steht sie wegen ihrer konservativen Anlagestrategie und zahlreicher gesetzlicher Sicherungen vergleichsweise gut da: Laut OECD büßte sie 2008 nur acht Prozent ihres Wertes ein. Nahezu alle anderen OECD-Staaten hatten weit höhere Verluste. Am größten waren sie mit 37,5 Prozent in Irland. "Dies ist allerdings nur eine Momentaufnahme", betonte Thiede. Langfristig seien die Renditen der privaten Alterssicherung immer positiv gewesen.

Riester: Kampf der Deckungslücke

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte Zusatzversicherung, welche die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die gesetzliche Rente abfedern soll. Da die Gesellschaft zunehmend altert, steigt die Zahl der Rentner im Verhältnis zu den Beitragszahlern in der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel passt das zukünftige Rentenniveau an diese Entwicklung an: Je mehr Rentner und je weniger Beitragszahler es gibt, desto stärker sinkt künftig das Rentenniveau. Um die Versorgungslücke zu schließen, fördert der Staat seit 2002 mit der Riester-Rente die private Altersvorsorge durch Steuervergünstigungen und Sonderzulagen.

Förderberechtigt sind alle Angestellten und Selbstständigen, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Um in den Genuss der vollen staatlichen Förderzulage zu kommen, muss ein Sparer einen Teil seines sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens für die private Vorsorge aufwenden. Dabei haben Riester-Sparer die Wahl zwischen vier verschiedenen Vorsorgeformen: Sie können eine Versicherung, einen Bank- oder Fondssparplan oder einen sogenannten Wohn-Riester abschließen. Das Sparen fürs Alter unterstützt der Staat mit staatlichen Zulagen oder Steuerersparnissen. Als Grundzulage erhält jeder Anleger 154 Euro, für jedes Kind gibt es 185 Euro und für jedes Kind, das nach 2007 das Licht der Welt erblickt hat, 300 Euro.

Einzige Bedingung: Der Riester-Sparer muss mindestens vier Prozent seines Vorjahresbruttoeinkommens in den Vertrag einzahlen – das sind maximal 2 100 Euro im Jahr abzüglich der staatlichen Zulagen. Der Sparer kann die Einzahlungen in die Riester-Rente auch als Sonderausgaben in der Steuererklärung verrechnen. Der Fiskus prüft dann, ob sich der Sonderausgaben-Abzug oder die Zulagen rechnen. Insgesamt nimmt die Zahl der Riester-Sparer zu. Bis Ende März 2009 gab es 12,42 Mio. Verträge, Ende 2008 lag die Zahl noch bei 12,15 Mio. Verträgen.

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