Altkanzler
Schmidt geißelt Flügel-„Unfug“ bei der SPD

Der frühere SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt hat die Sozialdemokraten zu mehr Geschlossenheit aufgerufen und die verschiedenen Flügel der SPD als "Unfug" bezeichnet. Die Flügelkämpfe der Sozialdemokraten sind aus Sicht Schmidts für das schlechte Abschneiden der Partei bei der Bundestagswahl mitverantwortlich.
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HB BERLIN. Es sei ihm unverständlich, warum die Partei sich immer noch den Luxus von ideologischen Flügeln leiste, sagte Schmidt am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Berlin. Dabei nannte er die konservativen Seeheimer, die pragmatischen Netzwerker und die SPD-Linken. Dieser "Unfug" sei einer der Gründe für das schlechte Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl im September gewesen.

Schmidt, der am 23. Dezember 91 Jahre alt wird, sprach auf einer Gedenkveranstaltung für den am 14. November gestorbenen früheren SPD - Finanzminister Hans Matthöfer. Diesen bezeichnete er als einen seiner wenigen engen persönlichen Freunde über vier Jahrzehnte. "Wir haben mit Hans Matthöfer einen Sozialdemokraten verloren, wie man sich die Sozialdemokraten wünscht", sagte der Alt-Kanzler.

SPD-Chef Sigmar Gabriel nannte Matthöfer einen "visionären Pragmatiker". Der frühere SPD-Finanzminister Peer Steinbrück, der als persönlicher Referent Matthöfers in Bonn seine Karriere begonnen hatte, sagte, sein früherer Chef habe mit "Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein" Politik gemacht. An der Veranstaltung in der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung nahm auch der jetzige Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) teil.

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