Am selben Standort soll ein Zwischenlager gebaut werden
Automkraftwerk Stade geht vom Netz

Als erster Reaktor ist nach der Vereinbarung über den Atomausstieg am Freitag das über 30 Jahre alte Atomkraftwerk im niedersächsischen Stade abgeschaltet worden.

HB STADE. Die Betreiberfirma E.ON begründete die Stilllegung des Druckwasserreaktors allerdings ausschließlich mit wirtschaftlichen Gründen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sprach dagegen vom sichtbaren Beginn für den Ausstieg aus der Atomkraft.

Um 8.32 Uhr leitete der so genannte Reaktorfahrer Frank Hennig auf dem Leitstand die Schnellabschaltung per Knopfdruck ein. Kurz darauf verkündete Schichtleiter Bernd Schröder: „Alle Stäbe sind eingefallen. Wir sind jetzt aus.“ Die Leistung des Reaktors war bereits zuvor allmählich gedrosselt worden. Seit Inbetriebnahme am 8. Januar 1972 hat das Atomkraftwerk Stade nach E.ON-Angaben 152 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert.

„Mit der Abschaltung von Stade beginnt für alle sichtbar das Ende des Atomzeitalters. Ich bin mir sicher, dass um 2020 keine Atomkraftwerke mehr in Deutschland laufen werden“, sagte Trittin der „Süddeutschen Zeitung“. Auch die übrigen 18 Atomkraftwerke sollen nach und nach im Laufe der nächsten 20 Jahre abgeschaltet werden.

Mit dem Abriss in Stade soll ab etwa Mitte 2005 begonnen werden. Bis dahin sollen die abgebrannten Brennelemente noch zur Wiederaufarbeitung abtransportiert werden. Zugleich soll am Standort Stade ein Zwischenlager gebaut werden. Der Abriss wird nach bisherigen Planungen mindestens zehn Jahre dauern und für einen Teil der derzeit noch 320 Beschäftigten den Arbeitsplatz sichern. Die Kosten veranschlagt E.ON mit rund 500 Millionen Euro. Die noch im Kraftwerk befindlichen 192 Brennelemente würden bis 2005 in die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gebracht.

Der Reaktor Stade hätte nach den Vereinbarungen zwischen der rot-grünen Bundesregierung und der Energiewirtschaft über die schrittweise Abschaltung aller Reaktoren noch ein gutes halbes Jahr am Netz bleiben können. Die bis dahin noch mögliche Strommenge wird anderen Kernkraftwerken gutgeschrieben, so dass sich deren Laufzeit ein wenig verlängert. Nach Stade soll als nächstes das älteste deutsche Atomkraftwerk Obrigheim spätestens Mitte November 2005 vom Netz gehen.

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