An Merkel adressiert
Briefbombe im Kanzleramt erschreckt Berlin

Aufregung im Kanzleramt: In der Poststelle ist eine Briefbombe angekommen, die jedoch in letzter Minute entschärft werden konnte. Noch rätseln die Sicherheitskräfte, wer hinter dem versuchten Attentat steckt. Doch alles deutet auf einen Zusammenhang mit der Paketbomben-Serie in Athen.
  • 13

HB BERLIN/ATHEN. Schrfeck im Kanzleramt: Kurz nach der Explosion mehrerer Paketbomben in Athen ist am Dienstag auch im Kanzleramt in Berlin ein aus Griechenland stammendes Paket mit Sprengstoff entdeckt worden. Es sei an Kanzlerin Angela Merkel persönlich gerichtet gewesen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Abend in Berlin. Experten des Landeskriminalamtes hätten das Paket unschädlich gemacht, verletzt worden sei niemand. Innenminister Thomas de Maiziere sagte, das Paket habe einen griechischen Absender und sei vor zwei Tagen aus Griechenland nach Deutschland geschickt worden. „Nach der ersten Einschätzung der Ermittler handelt es sich dabei um eine sprengfähige Vorrichtung.“ Zwar sei die Art des Sprengstoffs noch nicht endgültig ermittelt. Es spreche aber einiges dafür, dass ein „durchaus nicht unerheblicher Schaden hätte eintreten können“, sagte de Maiziere.

Merkel selbst war seit dem frühen Morgen auf einer Auslandsreise. Das Paket fiel am Mittag in der Poststelle des Kanzleramts auf.

„Es gab keinen Warnhinweis aus Griechenland“, sagte de Maiziere. Für einen inhaltlichen oder einen Täterzusammenhang mit dem Jemen spreche derzeit nichts. Am Freitag waren in Großbritannien und Dubai zwei Paketbomben entdeckt worden, die als Fracht aus dem Jemen auf dem Weg in die USA waren. US-Ermittler vermuten die Extremistenorganisation Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) hinter der Tat.

Das an Merkel adressierte Paket sei gegen 13.00 Uhr in der Poststelle des Kanzleramts entdeckt worden, sagte de Maiziere. Es entsprach nach Bauart und Aussehen dem Paket, das in die Schweizer Botschaft in Athen geschickt worden sei und vermutlich auch den anderen an weitere Botschaften adressierten Paketen.

Einem Zeitungsbericht zufolge enthielt das Paket Schwarzpulver. Es sei von der Zustellerfirma UPS bei der Poststelle des Kanzleramts abgegeben worden, berichtete der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Poststelle befinde sich nicht direkt im Kanzleramt sondern einige Meter entfernt. Alle eingehenden Briefe und Sendungen würden dort durchleuchtet. Bei einer Explosion des Pakets wäre vermutlich ein Feuer entstanden, berichtete die Zeitung aus den Kreisen. Das Kanzleramt habe aber nicht evakuiert werden müssen.

Seite 1:

Briefbombe im Kanzleramt erschreckt Berlin

Seite 2:

Kommentare zu " An Merkel adressiert: Briefbombe im Kanzleramt erschreckt Berlin"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • berlin, berlin
    Ach ja ? Als beweis hätte sie wohl Explodieren sollen ,oder was ?
    Der Linke Terrorismus ist weit aus Militanter als die immer herbeigeredete Gefahr von rechts !
    Ein Skandal das es tatsächlich soweit kommen kann.Ein Gewählter Volksvertreter darf solchen Gefahren nicht ausgesetzt werden können !!!

  • "briefbombe im Kanzleramt"...endlich mal positive Nachrichten aus berlin. Außer bei den bankstern, Wirtschaftsbossen und Politikern wird sich das bedauern in Grenzen halten. War doch sowieso nur eine Luftnummer. Als wenn die Kanzlerin ihre Post selber öffnen würde? Der Absender muss ganz schön dumm sein. Obwohl...das qualifiziert ihn eigentlich wieder für eine Anstellung im Kanzleramt selbst. Vielleicht war das seine Art von bewerbung. Mir klingt das alles zu sehr erfunden.

  • berlin erschreckt sich doch nicht wegen ein wenig Schwarzpulver. Vielleicht wird in den ballungsgebieten sogar gefeiert. Merkel kann man jedenfalls so nicht treffen, höchtens ein Postsklave im Keller wird zum Opfer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%